Knapp ein halbes Jahr nach dem Verschwinden eines jungen Mannes in Unterfranken geht die Polizei davon aus, dass der 18-Jährige womöglich getötet worden ist. Es gebe auch einen Verdächtigen aus dem familiären Umfeld des mutmaßlich Geschädigten, den der Vermisste nach Polizeiangaben "sehr gut gekannt" habe. Dieser Mann wurde am Morgen vorläufig festgenommen und von der Polizei vernommen.
Was er bei den Ermittlern sagte, blieb zunächst offen. Der Verdächtige konnte nach der stundenlangen Vernehmung wieder nach Hause, wie Ermittler berichteten.
Opfer einer Gewalttat? Großaufgebot sucht Spuren
Ein Großaufgebot der Polizei rückte aus, um zeitgleich mit mehr als 100 Einsatzkräften mehrere Grundstücke im Dittelbrunner Ortsteil Hambach im Landkreis Schweinfurt zu durchsuchen – darunter auch das Wohnanwesen des Verdächtigen und weitere Grundstücke von ihm wie ein landwirtschaftliches Gelände mit Gebäuden, Stallungen und Feldern sowie auch Flurbereiche und Waldstücke.
Neben Spezialisten wurden dabei auch Spürhunde und technisches Equipment eingesetzt. "Wir haben alles zusammengezogen, was irgendwie denkbar ist. Wir suchen nach Spuren und Beweisen, was mit Jakub passiert ist", sagte Polizeisprecher Denis Stegner am Einsatzort im Gespräch mit dem Bayrischen Rundfunk. "Die Hinweise führen uns ganz klar in die Richtung, dass Jakub Opfer einer Gewalttat wurde". Eine Leiche sei bislang nicht gefunden worden.
18-Jähriger seit 30. Oktober trotz großer Suchaktionen vermisst
Die Kriminalbeamten gehen inzwischen laut Polizei jedoch davon aus, dass der 18-Jährige nicht mehr am Leben ist. Polizei und die Staatsanwaltschaft arbeiten laut Pressemitteilung mit Hochdruck daran, die genauen Umstände des Verschwindens von Jakub am 30. Oktober 2025 aufzuklären. In der Innenstadt von Schweinfurt war er an dem Tag zuletzt gesehen worden. Gegen 5.45 Uhr Uhr trennten sich damals laut Polizeibericht im Bereich der Sonnenstraße und Damaschkestraße seine Wege von denen seiner Freunde.
Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Eine umfangreiche Suchaktion blieb erfolglos: Die Polizei setzte Hubschrauber und Spürhunde ein. Einsatzkräfte gingen von Haus zu Haus und verteilten Flugblätter und befragten Anwohner. Spezialisten durchkämmten mit Booten den Main, ausgestattet mit Sonartechnologie, um den Flussgrund nach Hinweisen zu abzusuchen.
Mehr als 100 Einsatzkräfte durchsuchen derzeit mehrere Grundstücke im unterfränkischen Dittelbrunn. Es geht um den Vermisstenfall Jakub Michalik.
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