Am Saurüsselkopf nahe Ruhpolding im Landkreis Traunstein kämpfen Einsatzkräfte am Montag gegen einen Waldbrand. Inzwischen unterstützt ein Hubschrauber aus Österreich die Einsatzkräfte. Derzeit sind vier Polizeihubschrauber der Landespolizei sowie zwei Hubschrauber von Heli Austria bei den Löscharbeiten dabei. Auch Hubschrauber der Bundespolizei sowie ein weiterer der Landespolizei Baden-Württemberg kämen zum Einsatz, teilte das Landratsamt mit. Für Dienstag seien darüber hinaus Hubschraubereinsätze der Bundeswehr geplant. Gegen 16 Uhr soll im Landratsamt Traunstein eine Pressekonferenz stattfinden.
Katastrophenfall ausgerufen
Wegen des Waldbrands hat Landrat Andreas Danzer am Montag kurz nach 10 Uhr den Katastrophenfall für den Landkreis Traunstein festgestellt. Zentrales Schutzziel der Einsatzmaßnahmen ist das Trinkwasserschutzgebiet Laubau – eine weitere Ausbreitung des Feuers in das Schutzgebiet soll verhindert werden. Landrat Danzer erklärte: "Die Feststellung des Katastrophenfalls ist angesichts der Lage und des besonderen Schutzziels ein notwendiger Schritt. Jetzt geht es darum, alle Kräfte bestmöglich zu koordinieren und das Trinkwasserschutzgebiet Laubau wirksam zu schützen." Feuerwehren aus Ruhpolding und umliegenden Orten wurden zusammengezogen. Laut Landratsamt sind rund 175 Kräfte im Einsatz.
Feuer vermutlich am Sonntag ausgebrochen
Das Feuer war offenbar am Sonntagabend ausgebrochen. Anwohner und Wanderer hatten Rauch im Bereich des Saurüsselkopfs bemerkt und den Notruf gewählt. In der Nacht war ein aktives Eingreifen nicht möglich: Das steile und unwegsame Gelände verhinderte es, Löschfahrzeuge und Personal zum Gipfel zu bringen, auch Hubschrauber konnten in der Dunkelheit nicht fliegen. Die Einsatzzentrale war die gesamte Nacht über durchgehend besetzt.
Rauchwolken über dem Saurüsselkopf
Am Montagmorgen steigen große Rauchwolken vom Saurüsselkopf empor. Zu sehen waren diese auch in einer Webcam (externer Link). Nach aktueller Einschätzung der Gemeinde sind rund vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen. Das Brandgeschehen breite sich im Vergleich zu den Nachtstunden zunächst etwas mäßiger aus, teilte die Feuerwehr mit. Die Lage werde weiterhin laufend überwacht und bewertet.
Fenster und Türen geschlossen halten
Das Gelände am Saurüsselkopf (Gipfel: 1364 Meter ü. NN) ist steil, dicht bewaldet und nur über schmale Forstwege erreichbar – Bedingungen, die Löscharbeiten zu einer logistischen Herausforderung machen. Die entstehende Rauchsäule könnte laut Feuerwehr zu leichtem Ascheregen im Bereich südlich und östlich der Chiemgau Arena führen. Eine unmittelbare Gefährdung für die Bevölkerung bestehe derzeit nicht. Empfohlen wird dennoch, Fenster und Türen im betroffenen Bereich geschlossen zu halten und Aufenthalte im Freien zu reduzieren.
Die Bevölkerung sowie Medienvertreter werden dringend gebeten, das Einsatzgebiet weiträumig zu meiden und Zufahrtswege für die Einsatzkräfte freizuhalten. Das Landratsamt Traunstein will regelmäßig per Pressemitteilung sowie über seine Social-Media-Kanäle (externer Link) über die weitere Entwicklung informieren. Die Brandursache ist bislang unklar. Mehr zum Brand gibt es auch bei Chiemgau24 (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt).
Luftbeobachtungsflüge in der Oberpfalz
Auch in anderen bayerischen Regionen ist die Waldbrandgefahr teils hoch. Daher werden auch am Dienstag Luftbeobachter über gefährdete Gebiete der Oberpfalz fliegen. Laut Bezirksregierung liegt der Fokus dabei auf der östlichen Oberpfalz. Gestartet wird vom Stützpunkt in Cham-Janahof in den Nachmittagsstunden.
Bayernkarte: Wie hoch ist die Waldbrandgefahr?
Im Video: Waldbrand bei Ruhpolding
Waldbrand bei Ruhpolding
Mit Informationen von dpa
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