Seit Samstagnachmittag hält ein großflächiger Wald- und Wiesenbrand bei Waldaschaff die Feuerwehren in Unterfranken in Atem. Das Feuer ist nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauern aber an.
Rund 30 Hektar Fläche sind betroffen, mehrere Hundert Einsatzkräfte waren bereits vor Ort. Fünf Feuerwehrleute und eine Passantin wurden verletzt. Zeitweise mussten Anwohnerinnen und Anwohner ihre Häuser verlassen.
Mehr als 800 Einsatzkräfte vor Ort
In der Nacht von Samstag auf Sonntag sicherten rund 200 Feuerwehrleute die Brandstelle und führten ohne Unterbrechung Lösch- und Nachlöscharbeiten durch. Insgesamt waren bis Sonntagmittag mehr als 800 Einsatzkräfte eingesetzt, darunter Kräfte aus dem Nachbarlandkreis Main-Spessart. Zwei Polizeihubschrauber aus Hessen und Bayern werfen gezielt Löschwasser ab. Wie lange der Einsatz noch dauert, ist laut Feuerwehr am Sonntagnachmittag unklar.
Kritische "Dirty-Thirty"-Bedingungen
Als der Brand am Samstagnachmittag ausbrach, herrschten nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands sogenannte "Dirty-Thirty"-Bedingungen: über 30 Grad Celsius, unter 30 Prozent Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeiten von mehr als 30 Kilometern pro Stunde. Unter diesen Bedingungen breitete sich das Feuer von einer Freifläche rasch auf das angrenzende Waldgebiet aus. Statt zunächst vermuteter fünf Hektar ist inzwischen eine Fläche von knapp 30 Hektar betroffen.
Wohngebiet evakuiert, Kindergarten geschützt
Ein Wohngebiet geriet zeitweise in Gefahr. Vorsorglich wurden mehrere Häuser evakuiert, rund 80 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen und wurden in der Waldaschaffer Sporthalle untergebracht. Nachdem die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnbebauung verhindern konnte und keine unmittelbare Gefahr mehr bestand, durften die Bewohnerinnen und Bewohner zurückkehren. Einen nahegelegenen Waldkindergarten konnten die Einsatzkräfte vor dem Feuer schützen.
Lebensgefahr im betroffenen Waldgebiet
Während der Nacht breiteten sich die Flammen nicht weiter aus. Die Feuerwehr kontrolliert das unwegsame Gelände jedoch kontinuierlich, um Glutnester aufzuspüren. Dafür muss der Waldboden mit speziellen Waldbrandwerkzeugen in aufwendiger Handarbeit geöffnet werden – eine hohe körperliche Belastung bei den hohen Temperaturen.
Für das betroffene Waldgebiet gilt weiterhin ein Betretungsverbot. Durch die anhaltende Trockenheit und die Brandeinwirkung sind Bäume und Äste geschädigt, es besteht erhebliche Gefahr durch umstürzende Bäume und herunterfallende Äste. Bereits in der Nacht kippten Bäume unvermittelt um – die Einsatzleitung spricht von akuter Lebensgefahr in dem Gebiet.
Warnungen per App, Brandgeruch in der Region
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung über Warn-Apps informiert und gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie den Bereich zu meiden. Die unmittelbare Warnung wurde am Sonntagmorgen aufgehoben.
Parallel weisen Behörden darauf hin, dass es in den Landkreisen Aschaffenburg, Miltenberg, Main-Spessart und Würzburg zu einer deutlichen Geruchsbelästigung kommen kann. Durch eine Inversionswetterlage würde sich der Brandgeruch stark ausbreiten. Vom Geruch allein gehe aber keine Gefahr aus. Die Notrufnummer 112 soll nur gewählt werden, wenn zusätzlich zum Brandgeruch auch Feuer oder sichtbarer Rauch wahrgenommen wird.
Polizei schließt Brandstiftung aus
Im Verlauf des Einsatzes wurden bislang fünf Feuerwehrleute verletzt, sie konnten ambulant versorgt werden. Eine Passantin musste ebenfalls medizinisch behandelt werden. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Eine vorsätzliche Brandstiftung schließt die Polizei bereits aus.
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