Das trockene und milde Frühjahrswetter lässt in Bayern bereits vielerorts die Gefahr von Waldbränden steigen. Für Donnerstag wird nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) teilweise mit der höchsten Gefahrenstufe 5 gerechnet, zum Beispiel im unterfränkischen Lohr am Main.
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Unterfranken: Mancherorts sogar Grablichter verboten
Für die meisten unterfränkischen Orte warnt der DWD ab dem heutigen Dienstag bereits mit Warnstufe 4, also einer hohen Gefahr. Für Mittwoch und Donnerstag gilt in einigen Orten wie Lohr am Main, Röllbach und Kitzingen sogar die höchste Warnstufe 5, also eine sehr hohe Waldbrandgefahr.
Lohr am Main hat seit Montag und das benachbarte Karlstadt ab Dienstag ein generelles und absolutes Verbot von offenem Feuer im gesamten Stadtgebiet angeordnet. Hierzu zählt unter anderem das Aufstellen und Abbrennen von Grablichtern auf den Friedhöfen, auf Wiesen, in Baum- und in Heckennähe. Das Verbot gelte auch für Lagerfeuer auf privaten Grundstücken. Ausgenommen von diesem Verbot sind Holzkohle-, Gas- und Elektrogrills im privaten Bereich innerorts.
Mittel- und Oberfranken: Ab Mittwoch verbreitet Warnstufe 4
Auch in Mittel- und Oberfranken steigt die Waldbrandgefahr. Für die Gemeinde Weißenburg-Emetzheim gilt laut DWD für Donnerstag die Stufe 5. Für Bamberg und Roth gilt, ebenso wie für die folgenden mittelfränkischen Gemeindeteile bis einschließlich Samstag, die zweithöchste Warnstufe, also 4 von 5: Möhrendorf-Kleinseebach, Markt Erlbach-Hagenhofen, Weidenbach-Weiherschneidbach. Auch für die Bereiche Nürnberg-Flughafen und Nürnberg-Netzstall gilt von Mittwoch bis Samstag die zweithöchste Warnstufe.
Dass bereits im April vor einer hohen Waldbrandgefahr gewarnt wird, ist nicht ungewöhnlich, erklärte ein Sprecher des Bezirksfeuerwehrverbands Mittelfranken auf BR-Anfrage. Selbst im Winter könne schon hohe Waldbrandgefahr bestehen, wenn es wenig Niederschlag gibt und die Böden entsprechend trocken sind. "Es ist alles sehr trocken", bestätigte auch ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Kronach. Die aktuelle Lage bei der Waldbrandgefahr sei "ähnlich wie im vergangenen Jahr".
Die Bezirksregierung in Oberfranken hält es bei gleichbleibender Wetterlage für wahrscheinlich, dass gegen Ende der Woche Luftbeobachtungen notwendig werden. Im Stadtgebiet von Ansbach war es am Montag im Waldgebiet am Bocksberg zu einem Brand gekommen. Die Ursache für das Feuer, das sich auf einer Fläche von 300 mal 400 Metern ausbreitete, ist noch unklar.
Niederbayern: Polizei weist auf Rauchverbot in Wäldern hin
Im Landkreis Passau weist die Polizei auf die Gefahren von Wald- und Flächenbränden bei Trockenheit hin. Sie mahnt, das Rauchverbot in Wäldern zu beachten – es gilt von März bis Oktober. Außerdem sind Grillen und Lagerfeuer in Wäldern außerhalb genehmigter Plätze untersagt. Die höchste Gefahrenstufe soll laut Waldbrand-Gefahrenindex am Donnerstag zum Beispiel im niederbayerischen Saldenburg erreicht werden.
Von Dienstag bis Freitag sind in Niederbayern insgesamt sechs Flüge zur Luftbeobachtung geplant, wie die Bezirksregierung mitteilte. So sollen Waldbrände früh erkannt werden – besonders zur höchsten Gefährdungszeit in den Nachmittagsstunden. Die Flüge werden laut Regierung von mehreren Stützpunkten in Niederbayern starten, darunter Vilshofen (Landkreis Passau) und Ellermühle (Landkreis Landshut).
Aus noch ungeklärter Ursache gab es im Ortenburger Ortsteil Kühhügl im Landkreis Passau am frühen Montagabend einen Waldbrand. Das Feuer ist nach Angaben der Polizei in einem abgelegenen Forstgebiet ausgebrochen. Betroffen war eine Fläche in der Größe eines Fußballfeldes. Die Feuerwehr konnte die Flammen löschen. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen bei mindestens 10.000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.
Bayernkarte: Wie hoch ist die Waldbrandgefahr?
Oberbayern: In kommenden Tagen regional Warnstufe 5 möglich
So früh wie selten startet in diesem Jahr die Waldbrandüberwachung in Oberbayern. Laut Deutschem Wetterdienst ist die Lage vor allem im nördlichen Oberbayern besonders angespannt. Im Raum Ingolstadt- Eichstätt wurde zuletzt mehrfach die hohe Gefahrenstufe 4 gemessen – und das über mehrere Tage hinweg. In den kommenden Tagen könnte regional sogar die höchste Gefahrenstufe 5 erreicht werden, zum Beispiel in Eichstätt, Trostberg und Amerang.
Flugbeobachter, die ihren Stützpunkt in Oberpfaffenhofen haben, starten am heutigen Dienstag mit ihren Beobachtungsflügen. Geflogen wird dann die sogenannte "Flugroute C", die Teile der Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg, München, Starnberg sowie Weilheim-Schongau abdeckt.
Luftbeobachtungsflüge auch in Schwaben
Auch in Schwaben sind ab Dienstag Beobachtungsflüge angeordnet. Die höchste Gefahrenstufe soll laut Waldbrand-Gefahrenindex am Donnerstag zum Beispiel in Harburg, Günzburg und Lechfeld erreicht werden.
Weiterhin viel Sonne
Der Deutsche Wetterdienst rechnet in den kommenden Tagen im Norden des Freistaats mit viel Sonne bei Höchstwerten von mehr als 20 Grad. Im Süden ist nur in den Alpen mit Regen sowie vereinzelten Gewittern zu rechnen. Ansonsten soll auch dort meist die Sonne scheinen, auch die 20-Grad-Marke soll an einigen Orten wieder fallen.
Mit Informationen von BR-Korrespondenten und dpa
Karte: So trocken sind die Böden in Deutschland
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