Die Mitarbeiter des Autozulieferers Mahle in Neustadt an der Donau treten heute in einen 24-stündigen Warnstreik. Der Ausstand soll am Nachmittag beginnen - als Reaktion auf drei erfolglose Verhandlungsrunden zur Zukunft des Standorts mit rund 400 Beschäftigten. Zuletzt gab es bereits ein- und vierstündige Warnstreiks. Seit längerem steht die Befürchtung im Raum, Mahle wolle den Standort Neustadt aufgeben.
Gewerkschaft fordert klares Bekenntnis zum Standort
Die Gewerkschaft IG Metall will damit den Druck auf die Konzernleitung in Stuttgart erhöhen. Diese habe weder Zusagen zur Zukunft des Standorts gemacht noch Lösungsvorschläge für die angespannte Situation vorgelegt, so Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg.
Die IG Metall hingegen habe bereits in der zweiten Verhandlungsrunde detailliert dargelegt, wie der Standort Neustadt wettbewerbsfähig aufgestellt werden könne - auch im Vergleich zum Werk in Senica in der Slowakei. "Diese Eskalation ist nicht unser Wunsch, sondern die direkte Folge der Blockadehaltung des Arbeitgebers. Die Verantwortung dafür trägt allein das Management", betont Irmischer.
Seit Monaten herrscht Ungewissheit
Seit Monaten würden Betriebsrat und IG Metall auf belastbare Zukunftsplanungen für das Werk warten. Der Standort sei aufgrund mangelnder Folgeaufträge nicht ausgelastet.
Der Betriebsratsvorsitzende Christian Neumeier, der auch Mitglied der Verhandlungskommission ist, pflichtet bei: "Dass selbst nach einem vierstündigen Warnstreik in allen Schichten keinerlei Bewegung erkennbar ist, lässt uns keine andere Wahl, als den Druck jetzt deutlich zu erhöhen." Die Beschäftigten seien bereit, für ihre Zukunft zu kämpfen. Der 24-stündige Warnstreik sei "ein letzter, sehr deutlicher Warnschuss", so die IG Metall. Danach werde man "zum letzten Mittel greifen müssen" - voraussichtlich eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik.
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