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Waschbären machen Würzburg unsicher
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Waschbären in Würzburg: Wird der Eindringling zum Dauergast?

Waschbären in Würzburg: Wird der Eindringling zum Dauergast?

In Unterfranken nimmt die Waschbärpopulation rasant zu. Auch in Städten wie Würzburg plündert die invasive Art inzwischen Gärten und verwüstet Grundstücke. Kann die Jagd im Stadtgebiet eine Lösung sein? Und wer ist dafür zuständig?

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Wolfgang Zirkelbach steht in seinem Garten und zeigt auf eine hüfthohe Mauer zur Straße hin. "Da kommen sie hoch", sagt der Würzburger. Auf seinem Grundstück hatte er im Sommer häufig nächtlichen Besuch von maskierten Eindringlingen: Den Waschbären.

Abgesehen haben es die putzig aussehenden Kleinbären vor allem auf den Gartenteich des Pensionärs. "Die waren teilweise so dreist, wenn ich früh in der Dämmerung rausgekommen bin, saßen die mit ihrem Hinterteil noch auf der Stufe des Gartenteichs, haben den Fisch in der Hand und ihm vor meinen Augen den Kopf abgebissen", so Zirkelbach.

Waschbären breiten sich in Würzburg aus

In Würzburg sorgen Waschbären zunehmend für Ärger. An Gartenhütten oder Hochbeeten richten sie Schäden an, fressen Obst und Gemüse, plündern Mülltonnen und hinterlassen Kot mit möglichen Krankheitserregern. Die Stadt Würzburg registriert nach eigener Auskunft momentan "eine Vielzahl von Fällen". Die Zahl der Meldungen zu Sichtungen und Schäden steige kontinuierlich, weil auch die Population wachse.

Nach Angaben der obersten Jagdbehörde in Bayern (externer Link) wurden bei der letzten Auswertung aus dem Jahr 2024 allein im Würzburger Stadtgebiet 92 Waschbären gefangen und getötet. Sechs Jahre zuvor waren es acht Tiere. Unterfranken gilt inzwischen als Schwerpunktregion der Waschbär-Ausbreitung. Im Landkreis Aschaffenburg erlegen die Jäger jährlich rund 1.200 Waschbären. Im Landkreis Bad Kissingen sind es sogar fast 1.800. Auch der Landkreis Würzburg kommt auf über 600 erlegte Tiere im Jahr 2024.

Nur zwei Lebendfallen für die ganze Stadt

Nur mit speziellen Lebendfallen darf der Waschbär im städtischen Bereich und in Wohngebieten gejagt werden. Kritik entzündet sich vor allem an der Zahl der Fallen in Würzburg. Laut Stadt verfügt Würzburg über zwei Exemplare. Bei knapp 130.000 Einwohnern seien sie "dauerhaft im Einsatz". Selbst mit mehr Fallen könne man laut Stadt der wachsenden Population nicht mehr Herr werden. Der Präsident des Bayerischen Jagedverbandes (BJV) in Unterfranken, Michael Hein, sieht das anders und hält zwei Fallen für zu wenig. Er zieht den Vergleich zur Nachbargemeinde Veitshöchheim: Hier gibt es für knapp 10.000 Einwohner immerhin sechs Fallen.

Wer in der Stadt jagen darf

Bei Städten und Ortschaften handelt es sich um sogenannte "befriedete Bezirke" – dort ruht die Jagd in der Regel, auch wenn die Flächen zu einem Jagdrevier gehören. Der verantwortliche Revierpächter muss dort grundsätzlich nicht tätig werden. Die Jagdbehörde kann ihm, aber auch Eigentümern, nach dem Bayerischen Jagdgesetz (externer Link) bestimmte Jagdhandlungen – etwa die Fallenjagd auf Waschbären – erlauben. Ein Jagdschein ist dafür nicht zwingend nötig, wohl aber eine anerkannte Sachkunde für die Fallenjagd.

Nur: Ist ein Waschbär einmal gefangen, darf er nach EU-Recht (externer Link) als gelistete invasive Art nicht wieder ausgewildert werden. Eine dauerhafte Haltung käme aufgrund des hohen Aufkommens ebenfalls nicht in Betracht, so Michael Hein. Am Ende müsse das Tier getötet werden. Eine Pflicht, in befriedeten Bezirken Waschbären zu bejagen, leite sich daraus für Revierpächter aber nicht ab, diese Arbeit bleibe für die Jäger freiwillig.

Gefahr für Artenvielfalt und Gesundheit

Der Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde in Deutschland in den 1930er- und 1940er-Jahren ausgesetzt. Als anpassungsfähiger Allesfresser nutzt er fast jede Nahrungsquelle: Obst, Vögel und deren Eier, Würmer – oder eben Abfälle der Menschen. Naturschützer vom BUND Naturschutz sehen in ihm eine Gefahr für heimische Arten, etwa für Bodenbrüter. Zudem bestehen auch für den Menschen Gesundheitsrisiken: Im Kot von Waschbären können Krankheitserreger oder Parasiten wie der Fuchsbandwurm vorkommen.

Bürgerinnen und Bürger sollen den Waschbären laut Experten daher möglichst keine Anreize für den heimischen Besuch bieten: Abfall- und Kompostbehälter verschließen, Tierfutter nicht draußen stehen lassen und potenzielle Unterschlüpfe wie Dachböden und Schuppen verriegeln.

Wolfgang Zirkelbach wird in seinem Garten in Zukunft wahrscheinlich noch häufiger Waschbären zu Gast haben. Mit einer Falle einfangen will er die Tiere aber nicht. "Die werden dann ja erschossen und das möchte ich nicht. Ich muss damit leben. Aber ärgerlich ist es schon."

Im Audio: Der Waschbär in Deutschland

Ein Waschbär sitzt auf einem Baum.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Philipp Schulze
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Gekommen, um zu bleiben: Der Waschbär

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