Waschbären gefährden mittlerweile die Artenvielfalt im Garten von Naturschützer Thomas Staab im Landkreis Miltenberg.
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Waschbären gefährden mittlerweile die Artenvielfalt im Garten von Naturschützer Thomas Staab im Landkreis Miltenberg.
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Waschbären gefährden mittlerweile die Artenvielfalt im Garten von Naturschützer Thomas Staab im Landkreis Miltenberg.

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"Putziger Killer"? Waschbären-Plage in Nordbayern

"Putziger Killer"? Waschbären-Plage in Nordbayern

Fressen Waschbären unsere Gärten leer? Ein niedlicher "Problembär" erobert zunehmend Nordbayern. In Unterfranken sprechen Jäger und Naturschützer mittlerweile sogar von einer richtigen Plage. Sie sehen die Artenvielfalt in Bayern gefährdet.

Über dieses Thema berichtet: BR24 vor Ort am .

Der Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt liegt Naturschützer Thomas Staab am Herzen. Viele Jahre lang arbeitete er für den LBV. Doch beim Waschbären hört seine Tierliebe mittlerweile auf: "Das ist ein gnadenloser Killer!" Er öffnet die Holztür zu seinem Naturgarten am Ortsrand von Kleinwallstadt im Landkreis Miltenberg, wo er viel investiert hat in die Artenvielfalt.

"Ich hatte hier Zauneidechsen, drei verschiedene Molcharten, war ganz stolz. Doch dann kam der Waschbär und hat alles geplündert", erzählt der Natur- und Tierliebhaber. Der Waschbär räume auch die Vogelnester leer. Und: "Mittlerweile hat er sich auch auf Libellenarten spezialisiert, die er sogar vom Gitter aus im Wasser fängt."

Nachtsichtkamera im Garten: Fünf Waschbären am Kompost

Lange wusste Staab nicht, wie viele Bären im benachbarten Wald auf den Schutz der Nacht warten, um sich am reich gedeckten Tisch in seinem Garten zu bedienen. Der Naturschützer stellte ihnen eine Falle. Er legte ein Hundeleckerli in seinen Kompost. Eine Nachtsichtkamera zeichnete auf, wie sich gleich fünf Waschbären gleichzeitig in der Dunkelheit durch die engen Staketen-Zäune am Kompost zwängen. Die sollten die Tiere eigentlich vom Kompost fernhalten.

"Ich habe sehr lange gebraucht, um das zu akzeptieren, habe lange mit mir gekämpft, habe mich informiert, mit Kollegen gesprochen – vom Nabu – alle sind der Meinung, gegen den Waschbären kommen wir nicht an. Der hat sich sehr gut etabliert, den bekommen wir nicht mehr los", so Staab resigniert.

Invasive Art: mit vier Waschbären fing es in Hessen an

Seinen Ursprung nahm die Verbreitung wohl vor 100 Jahren, als im benachbarten Hessen zwei Waschbär-Pärchen ausgesetzt wurden. Heute leben Schätzungen zufolge 1,5 Millionen der nordamerikanischen Pelztiere in Deutschland. Sie stehen auf der EU-Liste invasiver Arten – denn sie richten ökologische und ökonomische Schäden an.

Die Abschusszahlen sind seit Jahren auf einem hohen Niveau in einigen unterfränkischen Landkreisen: Im Landkreis Aschaffenburg erlegen die Jäger jährlich 1.200 Waschbären – im Landkreis Bad Kissingen sind es sogar 1.800. Ehrenamtlich – ohne Bezahlung.

Waschbär-Jagd im Landkreis Aschaffenburg

Die Größe der Population lässt sich nur schätzen. Klar ist: "Wenn in der freien Wildbahn die Waschbär-Population groß genug ist, dann dringen die natürlich auch in die bewohnten Gebiete vor. Zumal ihnen da viel weniger Gefahr droht und sie einfach auch beste Bedingungen vorfinden", erklärt Jäger Johannes Maidhof, der im Landkreis Aschaffenburg regelmäßig selbst auf Waschbärenjagd geht.

Letzte Woche meldete sich eine Bürgerin bei ihm. Diese sei "live dabei" gewesen, "als der Waschbär durch die Katzenklappe eindringen wollte", erzählt Maidhof. Etwa einmal im Monat ist der Jäger auch auf privaten Grundstücken im Einsatz und fängt die Tiere dort mit Lebendfallen. Damit sie nicht lange leiden müssen, haben die Jäger im Landkreis Aschaffenburg eine Ausnahmegenehmigung und dürfen direkt im Wohngebiet den Fangschuss geben. Doch den Großteil der Tiere erlegen sie in freier Wildbahn.

"Problembär" gefährdet Bodenbrüter und Kleinsäuger

Ob sich der neue "Problembär" weiter in Richtung Süden ausbreiten wird? "Das wird sicherlich noch ein paar Jahre dauern, bis er in den bayerischen Süden vordringt", schätzt Jäger Maidhof. "Aber hier in Unterfranken ist er ja jetzt schon in den Landkreisen, die an Hessen grenzen, ein absoluter Dauergast." Und gefährdet damit viele Kleintiere: "Der Waschbär kennt, was die Elemente angeht, keine Grenzen. Er klettert auf Bäume, er schwimmt im Wasser, er läuft übers Land – kein Rückzugsort ist vor ihm sicher", so Maidhof. So würde "das so genannte Niederwild", also Bodenbrüter und Kleinsäugerarten, "unter dem Beutegreiferdruck" leiden.

Auch Naturschützer Thomas Staab sorgt sich nicht nur um die Artenvielfalt in seinem eigenen Garten. Er sitzt in der Laube seines Naturgartens in Kleinwallstadt und mahnt: "Wenn der Waschbär in den klassischen Bodenbrütergebieten ankommt – am Altmühlsee in Mittelfranken etwa –, wo Kiebitz und Brachvogel leben oder die klassischen Bodenbrüter. Dann dauert das meiner Meinung nach nur wenige Jahre und die Bodenbrüter, die ich eben genannt habe, sind ausgestorben in Bayern!"

Im BR24 vor Ort: Hier kommt der Waschbär sogar ins Haus

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