Schöne, große Weihnachtsbäume – schon jetzt, Anfang September, sind sie eigentlich bereit für den Verkauf. Die Nordmanntannen stehen dicht an dicht hier auf einer Plantage von Patrick Meßthaler in der Nähe von Wolframs-Eschenbach im Landkreis Ansbach. Symmetrisch gewachsen, kräftig grün – der perfekte Baum fürs Wohnzimmer.
Vertrocknete Nordmanntannen müssen weggeschmissen werden
Doch nur ein Stück weiter, auf einer seiner anderen Plantagen, sieht das schon anders aus: Mehrere kleine, knapp 20 Zentimeter hohe Nordmanntannen, sind komplett verbrannt. Anstatt grün sind sie braun – und bereit für die Tonne: "Hier sieht man den Hitzeschaden. Der Baum hat noch ausgetrieben im Frühjahr und das war dann die Sonne. Also diesem Baum hat eindeutig das Wasser gefehlt", erklärt Meßthaler.
Rund 20 Prozent kaputte Nordmanntannen
2023 hat Meßthaler diese jungen Nordmanntannen hier auf dieser Plantage gepflanzt, insgesamt rund 11.000 Stück. Auf weiteren Plantagen sind noch mehr frisch gepflanzte Tannen. Das Problem: Nur ein Teil davon wird den heißen Sommer überleben. "Ich denke, dass wir mindestens mit 20 Prozent rechnen müssen, die kaputt werden", erklärt er. Allerdings komme es auch noch auf nächstes Jahr an, ob es wieder so trocken und heiß wird wie heuer. Manche Bäume hätten noch die Chance, sich zu regenerieren.
Trockenjahr 2018 macht sich heuer bemerkbar
Bis aus einer kleinen Nordmanntanne ein großer Weihnachtsbaum wird, vergehen Jahre. Die Folgen der Hitze zeigen sich für Kunden deshalb erst dann, wenn die Bäume als Weihnachtsbäume fehlen – und teurer werden. Diese Folgen kennt Patrick Meßthaler schon aus vergangenen Jahren. "2018 war ein Trockenjahr. Das macht sich dieses Jahr am Preis schon bemerkbar. Da sind viele Bäume bei den Produzenten kaputt gegangen", weiß Meßthaler.
Weihnachtsbäume werden teurer - Alternative: Plastikbaum?
In diesem Jahr kosten die Weihnachtsbäume deshalb im Schnitt zwei bis drei Euro mehr. Immer mehr Verbraucher schauen sich nach vermeintlich nachhaltigeren Alternativen um. Viele greifen zum Plastikbaum – doch ist der wirklich so nachhaltig? Christoph Sturm, vom Verein Bayerische Christbaumanbauer, erklärt hierzu: "Es wird zwar immer gesagt, dass sie nachhaltiger sind, aber einen Plastikbaum müsste man sich mindestens 15 bis 20 Jahre ins Haus stellen, damit er die CO2-Bilanz von einem normalen, echten, natürlichen Baum einhält. Und solange sind sie nicht bei einem Kunden, sondern die werden schon alle paar Jahre mal getauscht."
Weihnachtsbäume im Topf
Plastikbäume lohnen sich also erst später. Ein weiterer Trend: Weihnachtsbäume im Topf. Die Idee dahinter: Die Nordmanntanne nach Weihnachten nicht wegschmeißen, sondern im Garten einpflanzen. Ganz so einfach ist das aber auch hier nicht: "Wenn der Baum zwei bis drei Wochen im Wohnzimmer bei 22 Grad steht, ist er innerlich schon im Frühjahrsmodus und will austreiben und dann erfriert er eigentlich. Man müsste ihn tatsächlich zurück kultivieren, langsam wieder an die Kälte gewöhnen und auch nicht zu lange im Wohnzimmer und direkt neben der Heizung lassen. Und dann ist das schon eine Alternative", so Meßthaler. Für ihn sind die kleinen Weihnachtsbäume eine Wette auf die Zukunft.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
