Die Alpin-Polizei Allgäu findet Schlafsack und Isomatte, vom Übeltäter ist keine Spur.
Die Alpin-Polizei Allgäu findet Schlafsack und Isomatte, vom Übeltäter ist keine Spur.
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Polizei-Kontrolle früh am Morgen: Die Alpine Einsatzgruppe Allgäu entdeckt ein Nachtlager. Es wurde am Gaisalpsee einfach zurückgelassen.
Bildrechte: BR/ Markus Wessely
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Polizei-Kontrolle früh am Morgen: Die Alpine Einsatzgruppe Allgäu entdeckt ein Nachtlager. Es wurde am Gaisalpsee einfach zurückgelassen.

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Jagd mit Drohnen auf illegale Wildcamper am Gaisalpsee

Jagd mit Drohnen auf illegale Wildcamper am Gaisalpsee

Luftmatratzen, Musikboxen, Müll: Seit Jahren nimmt das illegale Wildcampen im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen zu, wie etwa am Gaisalpsee. Die Alpinpolizei Allgäu kontrolliert. Wer erwischt wird, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Die Jagd auf Wildcamper beginnt im Dunklen, um 5.30 Uhr am Morgen. Die Alpine Einsatzgruppe Allgäu lässt eine Drohne mit Wärmebildkamera aufsteigen und steuert sie zum Gaisalpsee. Aus der Luft wollen die Polizisten überprüfen, ob dort gerade Menschen verbotenerweise übernachten.

Doch die Suche ist schwierig, manchmal verstecken sich Wildcamper im Gebüsch und unter Bäumen. Auf den Bildern bewegt sich etwas, ob es sich dabei tatsächlich um Menschen handelt, lässt sich aber nicht eindeutig feststellen. Für die Alpine Einsatzgruppe Allgäu bedeutet das: Sie müssen selbst hinauf zum Gaisalpsee, rund 600 Höhenmeter, zunächst mit dem Auto, dann zu Fuß.

Gaisalpsee ist ein Touristenmagnet – und vermüllt

Der Gaisalpsee in den Allgäuer Hochalpen bei Oberstdorf ist ein Naturjuwel. Und mittlerweile ein völlig überlaufener Touristenmagnet – die Menschen haben oft Grillzeug, Schwimmsachen, Schlauchboote, oder gar Musik-Boxen dabei, beklagen Naturschützer und Menschen, die hier oben arbeiten, wie Familie Zobel. Sie betreibt etwas unterhalb eine Wirtschaft und pachtet die Weiden am See für ihre Rinder – und können die Respektlosigkeiten der Leute nicht mehr fassen.

In ihre Hütte sei eingebrochen worden, sagen die Zobels. Fast täglich liege querfeldein Müll herum, alles werde als Toilette missbraucht. "Respektlos, ekelhaft" sei das. Und es sei in der letzten Zeit viel schlimmer geworden. "Also dieses Jahr ist es extrem mit der Vermüllung", sagen die Zobels. "Das Schlimmste ist, wenn einer zwei Meter neben der Holzhütte Feuer macht, da könnte weiß Gott was passieren."

TikTok und Insta ziehen die Massen an

Für die Einheimischen ist klar: Bilder und Reels auf Instagram und TikTok locken Abertausende Menschen an, die sich in der Natur nicht zu benehmen wissen. Sie wünschen sich mehr Anstand. Und mehr Kontrollen mit saftigen Strafen für illegale Übernachtungen. Genau darum kümmert sich die Alpine Einsatzgruppe Allgäu, die mittlerweile am Gaisalpsee angekommen sind.

Was gleich auffällt: An einem Pfosten sollte eigentlich ein Schild hängen, auf dem steht, wie man sich im Naturschutzgebiet zu verhalten hat. Doch es wurde weggerissen. Auch viel Abfall finden die Polizisten, einen Grill, eine aufblasbare Schlafmatte samt Schlafsack – typisch sei das, sagt Florian Veit von der Alpinen Einsatzgruppe: "Die Leute tragen alles mögliche Zeug mit hoch, ihr Essen, ihre Getränkeflaschen. Aber man ist zu faul, dass man es wieder mit runter nimmt. So ist unsere Gesellschaft mittlerweile."

600 Euro Strafe für Wildcampen

79 Bußgeldverfahren wurden in diesem Jahr bereits eingeleitet wegen illegaler Übernachtungen im Allgäuer Naturschutzgebiet. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Doch was hilft gegen das Wildcampen? Mehr Verbote, mehr Kontrollen, vielleicht sogar Zäune? "Einzäunen bringt nichts. Wir müssen schauen, dass die Leute, die Gesellschaft wieder vernünftiger wird. Normal das alles machen. Dann wär's wieder schön", sagt Florian Veit. Bis dahin seien Kontrollen wichtig, damit sich herumspreche, dass hohe Bußgelder drohen.

Offenbar hat in dieser Nacht niemand direkt am See geschlafen. Während die Polizei den Müll mit ins Tal nimmt, kommen drei junge Männer vom Rubihorn zum Gaisalpsee herabgewandert. Sie kommen aus Köln und erzählen, dass sie über TikTok von dem See erfahren haben. Nach der langen Anfahrt seien sie den ganzen Tag und die halbe Nacht gewandert. Am Ende hätten sie zwischen Rubihorn und Nebelhorn geschlafen, weil sich einer der drei am Fuß verletzt habe.

Die Polizei erwischt sie später beim Abstieg und kontrolliert die Rucksäcke: Der Vorwurf: Das Nachtlager sei geplant gewesen. "Da waren ordentliche Schlafsäcke drin, ordentliche Übernachtungssachen, wo du den Schluss schon draus ziehen kannst, dass das kein Not-Biwak war", sagt Florian Veit, Polizeihauptkommissar. Den Männern aus Köln droht deshalb ein Bußgeld – dreimal 600 Euro.

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