Einmal pro Monat kommen die van de Loos mit dem Zug aus Frankfurt nach München. Termin zur Infusion an der Schön Klinik in München Schwabing. Engelbert van de Loo bekommt hier ein neues Medikament, das er in Frankfurt noch nicht erhält.
Neue Medikamente zugelassen
Das Mittel ist erst seit wenigen Monaten in der EU zugelassen - es ist ein Wirkstoff gegen seine seltene Form von Alzheimer. Der 78-Jährige hofft auf mehr Lebensqualität. Seine Worte findet er nur langsam. "Mir geht es ganz gut, ja, verstehen sie, ich bemerke schon, dass es mir besser geht."
Vor zwei Jahren fing es bei dem ehemaligen Rechtsanwalt an. Er konnte Sätze nicht mehr flüssig formulieren. Sprechen fiel ihm immer schwerer. Diagnose: Eine seltene Form der Alzheimer-Erkrankung, die die Sprachfähigkeit betrifft.
Keine Nebenwirkungen und erste Verbesserungen
Seit vier Monaten bekommt er das neue Medikament und ein erstes wichtiges Ergebnis: Engelbert van de Loo vertrage es ohne Nebenwirkungen, sagt Dr. med. Jürgen Herzog, Ärztlicher Direktor an der Schön Klinik. Und es zeigten sich auch positive Entwicklungen: "Was wir häufiger sehen, ist dass die Patienten aktiver werden, dass sie besser am Alltag teilnehmen, dass sie wacher sind, dass sie insgesamt von ihrer Integration in den gewohnten Alltag sich besser abgeholt fühlen.“
Mehr Teilhabe am Leben
Frau van de Loo begleitet ihren Mann zu jedem Termin in München. Auch sie stellt fest, dass es ihrem Mann mit dem Medikament wieder besser geht. Er übernehme wieder mehr Aufgaben wie Einkäufe und Erledigungen am Computer, so Friederike van de Loo: "Das Sprechen ist wieder besser geworden, da geht es langsam aufwärts. Und er ist auch nicht mehr so zurückgezogen, redet wieder mehr im Alltag."
Zwei neue Wirkstoffe in EU zugelassen
Seit einigen Monaten sind zwei neue Wirkstoffe gegen Alzheimer-Erkrankungen in der EU zugelassen. Lecanemab und Donanemab. Beide bekämpfen die schädlichen Plaque-Ablagerungen im Gehirn der Patienten. Allerdings nur, wenn sich die Erkrankung in einem frühen Stadium befindet. Man stehe noch am Anfang der Therapie und die Patienten dürften sich nicht zu große Hoffnungen machen, erklärt der Neurologe Dr. med. Jürgen Herzog; "So klären wir die Betroffenen auch auf. Eine Heilung ist noch nicht in Sicht. Aber mit diesen beiden Substanzen haben wir erstmals überhaupt die Möglichkeit, in den Krankheitsverlauf einzugreifen. Und das Fortschreiten in einem gewissen Maß zu verzögern."
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Wenn es gut läuft, könne es für die Patienten einige Monate längeres, selbständiges Leben bedeuten. Auch das ist anlässlich des Welt-Alzheimertags am 21. September eine gute Nachricht. Die van de Loos werden in jedem Fall weiter für die monatliche Infusion von Frankfurt nach München kommen.
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