Ein Brunnen vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).
Ein Brunnen vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).
Bild
Die Ludwig-Maximilians-Universität ist Ziel eines Angriffs auf ihre IT-Systeme geworden.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Felix Hörhager
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa | Felix Hörhager
Audiobeitrag

Die Ludwig-Maximilians-Universität ist Ziel eines Angriffs auf ihre IT-Systeme geworden.

Aktualisiert am
Audiobeitrag
Erschien zuerst am
>

Hackerangriff auf LMU München: Daten von Studenten abgegriffen

Hackerangriff auf LMU München: Daten von Studenten abgegriffen

Die Ludwig-Maximilians-Universität in München ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Der Uni zufolge haben sich Angreifer Zugriff auf Daten von Studenten verschafft. Kontaktinformationen und Bankdaten sollen betroffen sein. Das Ausmaß ist unklar.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Kurz vor Beginn des neuen Wintersemesters hat die renommierte Ludwig-Maximilians-Universität München einen Hackerangriff gemeldet. Cyberkriminelle seien in das IT-System der Hochschule eingedrungen, wie es auf deren Webseite heißt. Dort hätten sie die persönlichen Stammdaten von Studierenden abgegriffen, die im Zusammenhang mit der Immatrikulation an der LMU stünden.

Hacker konnten persönliche Daten von Studierenden einsehen

Laut Mitteilung der Uni fallen darunter sensible Informationen wie Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Geburtsort. Daneben seien auch Anschriften, Telefonnummern, E-Mail-Adressen sowie Bankdaten (z.B. IBAN, Name des Kontoinhabers) betroffen. Auch Hinweise zur Krankenversicherung von Studentinnen und Studenten, BAföG-Nummern und Daten im Hinblick auf den Studienverlauf sowie Angaben zu vorigen Schul- oder Studienabschlüssen seien kompromittiert.

Ausdrücklich nicht betroffen sind demnach Prüfungsinformationen der LMU oder konkrete Angaben zu Studieninhalten und individuellen Leistungen. Ebenfalls wichtig: Eine Veränderung oder sonstige Manipulation der Daten konnte der Mitteilung zufolge verhindert werden.

Aufklärung dauert noch an

Unklar ist aktuell, wie hoch das Schadensausmaß ist. Laut der Universität dauert die technische Aufklärung noch an. Zu einer verlässlichen Gesamtzahl, dem Datenvolumen und den betroffenen Zeiträumen könne man deshalb derzeit keine Angaben machen. Man arbeite mit den zuständigen Ermittlungs- und Aufsichtsbehörden sowie mit externen Spezialisten zusammen - auch um weitere Angriffe abzuwehren.

Der Vorfall wurde demnach bereits am vergangenen Mittwoch identifiziert. Unmittelbar danach habe die Hochschule Gegenmaßnahmen ergriffen und das betroffene System heruntergefahren, hieß es. Wann genau die Hacker eingedrungen sind und wie lange sie Zugriff hatten, ist nicht bekannt.

Stand jetzt keine Daten veröffentlicht

Ausgewiesene Spezialisten würden beobachten, ob sich in einschlägigen Portalen im Darknet Hinweise auf die betroffenen Informationen ergeben. Die LMU schreibt auf ihrer Webseite: "Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es derzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass der Angreifer den erlangten Datensatz veröffentlicht hat, dies beabsichtigt oder anderweitig missbräuchlich verwendet." Sollten sich aber doch noch Hinweise ergeben, dass die Daten veröffentlicht oder anderweitig missbräuchlich verwendet werden, würden die Betroffenen unverzüglich kontaktiert.

Was heißt das für Studierende?

Wie die LMU weiter mitteilte, wurden neben dem vom Vorfall betroffenen Immatrikulationsserver einzelne nicht betroffene Systeme ebenso vorsorglich heruntergefahren. Dadurch seien einige interne Services temporär nicht verfügbar.

Der Studienbetrieb ist davon aber wohl nicht beeinträchtigt. Die Immatrikulation soll nach einer kurzen Unterbrechung ab kommender Woche wieder fortgesetzt werden. Die betroffenen Immatrikulationsfristen würden entsprechend verlängert, bestehende Immatrikulationen blieben unverändert gültig. Die LMU betont, dass Studierenden durch den Vorfall kein Nachteil für das Studium entstehen werde.

Von Brunn hält Kommunikation der LMU für erklärungsbedürftig

Der digitalpolitische Sprecher der SPD Landtagsfraktion Florian von Brunn hat den Hackerangriff auf die LMU als "schockierend" bezeichnet – "umso mehr, weil an der Universität hohe IT-Kompetenz vorhanden ist". Die Kommunikation der LMU zum Hackerangriff hält von Brunn zudem für erklärungsbedürftig: "Entdeckt hat die LMU den Angriff am 16. September, informiert hat sie offenbar erst ab Samstagnachmittag – also kurz nach dem Wiesn-Anstich. Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt, Betroffene unverzüglich zu benachrichtigen – und nicht Tage später und irgendwann am ersten Oktoberfest-Samstag. Wann die Studierenden tatsächlich eine Nachricht bekommen haben, muss die LMU offenlegen. Offen ist bis heute auch, wann der unbefugte Zugriff begann und wie lange er lief. Ursachen, Hergang und Verantwortlichkeiten müssen jetzt auf den Tisch."

LMU mahnt zur Vorsicht

Die Uni ruft derweil zur Wachsamkeit auf und rät, die üblichen allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Dazu gehöre unter anderem, Anhänge in verdächtigen E-Mails nicht zu öffnen und keine Bankdaten oder Passwörter preiszugeben.

Die LMU informiert darüber hinaus auf ihrer Webseite über den aktuellen Stand des Vorfalls.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!