Mitarbeiter der Klosterschenke Weltenburg kippen symbolisch Wasser in die Donau, um auf die Folgen des Niedrigwassers aufmerksam zu machen.
Mitarbeiter der Klosterschenke Weltenburg kippen symbolisch Wasser in die Donau, um auf die Folgen des Niedrigwassers aufmerksam zu machen.
Bild
Mitarbeiter der Klosterschenke Weltenburg kippen symbolisch Wasser in die Donau, um auf die Folgen des Niedrigwassers aufmerksam zu machen.
Bildrechte: BR/Simon Sonner
Schlagwörter
Bildrechte: BR/Simon Sonner
Videobeitrag

Mitarbeiter der Klosterschenke Weltenburg kippen symbolisch Wasser in die Donau, um auf die Folgen des Niedrigwassers aufmerksam zu machen.

Aktualisiert am
Videobeitrag
Erschien zuerst am
>

Weltenburger Klosterschenke: Mit Eimern gegen das Niedrigwasser

Weltenburger Klosterschenke: Mit Eimern gegen das Niedrigwasser

Das Donau-Niedrigwasser macht den Ausflugsschiffen zwischen Kelheim und Weltenburg zu schaffen. Die dortige Klosterschenke reagiert nun mit schwarzem Humor auf die fehlenden Schiffsgäste – und sorgt mit Wassereimern für einen höheren Pegelstand.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Es war nur ein kurzer Hoffnungsschimmer für die Ausflugsschifffahrt zwischen Kelheim und dem Kloster Weltenburg. Nach mehreren Regentagen vergangene Woche konnten am Samstag erstmals seit Wochen wieder vier Ausflugsschiffe durch die Weltenburger Enge zum Kloster fahren und Ausflugsgäste zum beliebten Biergarten bringen. Doch trotz anderer Prognosen blieb es bei diesen vier Schiffen [externer Link; möglicherweise Bezahlinhalt].

"Wir waren total überrascht, dass der Pegel von Samstag auf Sonntag über Nacht gleich wieder um 40 Zentimeter gesunken ist", sagt Klosterschenken-Geschäftsführer Rolf Holthausen. Seine Mitarbeiter hätten dann morgens beim Abwischen der Biergartentische auf ihre Putzeimer geschaut und entschieden, mit Humor auf die schwierige Lage zu reagieren.

Mit Eimern gegen Niedrigwasser

Die Eimer wurden mit Wasser gefüllt, die Angestellten stellten sich in Reih und Glied an der viel zu schmalen Donau vor dem Kloster auf. Einer schreit "Wasser marsch!", dann kippen sie nacheinander das Wasser in den Fluss. "Wir tun alles dafür, dass unsere Gäste schnellstmöglich wieder mit dem Schiff zu uns nach Weltenburg kommen können", steht unter dem Video, das die Klosterschenke auf Instagram veröffentlicht hat.

Umsatz bricht nach schwierigen Jahren nochmal ein

Eine Aktion mit Galgenhumor, denn die Lage im beliebten Ausflugsbiergarten im Innenhof des Klosters ist schwierig. 30 Prozent weniger Umsatz würden die fehlenden Schiffe bedeuten. Diese kämen, vom vergangenen Samstag abgesehen, nun schon seit Wochen nicht mehr durch die Weltenburger Enge, sagt Holthausen. Die Klosterschenke musste bereits die Öffnungszeiten verkürzen. Auch wenn er niemanden kündigen musste, fehlen diese Einnahmen auch seinen Angestellten im Geldbeutel.

Mehrere Jahre mit Problemen bei der Schifffahrt

Harte Jahre wie dieses werden für die Klosterschenke mittlerweile zur Normalität. Zuerst die Corona-Pandemie, dann kam ein Jahr, in dem alles langsam wieder anlaufen musste, gefolgt von einem einzelnen, annähernd normalen Jahr, zählt Holthausen auf.

2024 gab's dann zu viel Wasser: Das Donau-Hochwasser lässt ebenfalls lange keine Schifffahrt durch den Donaudurchbruch zu. Außerdem bildet sich durchs Hochwasser in der Fahrrinne durch die Weltenburger Enge auch noch eine Kiesbank. Weil diese im Nationalen Naturmonument Weltenburger Enge nicht einfach weggebaggert werden darf, ist die Schifffahrt seitdem nochmal schwieriger geworden. Das verstärkt die Folgen des Niedrigwassers in den letzten Jahren nochmals, sagt Holthausen.

Bildrechte: BR/Simon Sonner
Bildbeitrag

Rolf Holthausen ist Geschäftsführer der Klosterschenke Weltenburg. Diese macht laut ihm ohne Schiffsgäste etwa 30 Prozent weniger Umsatz.

Tourismus hängt an den Ausflugsschiffen

Die Instagram-Aktion, so amüsant sie auf den ersten Blick wirkt, hat also einen durchaus ernsten Kern. Holthausen hofft, dass das Video auf die Lage der Schifffahrt aufmerksam macht und vielleicht Möglichkeiten gesucht werden können, die Lage zu verbessern. Die Kiesbank könne möglicherweise aus der Fahrrinne geschoben werden, sagt der Geschäftsführer.

Nicht nur sein Betrieb und die Ausflugsschiff-Betreiber selbst seien von den fehlenden Gästen betroffen. Auch andere Gastronomen in Kelheim würden von Einbußen berichten, weil die Touristen wegblieben.

Ungewöhnlich für einen Biergarten-Betreiber: Mittlerweile würde er sich über Regen freuen. "Es kommt drauf an, wenn es nachts regnet, ist es egal", sagt Holthausen und lacht. Dann wird er schnell wieder ernster: "Es muss regnen! Die Natur braucht‘s, die Donau braucht‘s und somit brauchen‘s wir alle."

Im Audio: Weltenburger Klosterschenke - Mit Eimern gegen Niedrigwasser

Aushang zu eingeschränkten Öffnungszeiten der Klosterschenke Weltenburg.
Bildrechte: BR/Simon Sonner
Audiobeitrag

Die Klosterschenke musste die Öffnungszeiten einschränken.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!