Ende 2026 ist Schluss mit der Kinderstation in Ansbach – der einzigen in ganz Westmittelfranken. Der neue Landrat, Marco Meier (Freie Wähler), sagte in der konstituierenden Sitzung: "Fakt ist: Die Kinderstation soll nicht schließen, sondern die Kinderstation schließt".
Erst kürzlich berichtete der BR über die voraussichtliche Schließung der stationären Kinderstation in Ansbach. Der Klinikverbund ANregiomed teilte dem BR vergangene Woche mit, entsprechende Leistungsgruppen zum Fortbestand der Kinderstation hätten bis November 2025 beantragt werden müssen. Dies sei nach Informationen von ANregiomed nicht erfolgt.
Diakoneo zieht sich aus dem Gesundheitssektor größtenteils zurück
Bislang ist das Sozialunternehmen Diakoneo noch Betreiber der stationären Kinderstation "Wald", einer Außenstelle der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik. Wie schon länger bekannt, zieht sich Diakoneo aus dem Gesundheitssektor größtenteils zurück. Den Vertrag über den Betrieb der Kinderkrankenstation hatte Diakoneo bereits 2024 gekündigt. Dies sei allerdings aufgrund der vertraglichen Rahmenbedingungen geschehen. Für das Beantragen der Leistungsgruppen sei man also gar nicht mehr zuständig gewesen, so ein Diakoneo-Sprecher gegenüber dem BR. Die Diakoneo-Klinik Hallerwiese/Cnopfsche Kinderklinik in Nürnberg wird zum Jahreswechsel vom Klinikum Nürnberg übernommen.
Suche nach Partner für Weiterbetrieb erfolglos
Unklar war bislang allerdings, wie es mit der Ansbacher Außenstation, die sich in der ANregiomed-Klinik befindet, weitergeht. Der Aufbau einer eigenständigen Kinderklinik sei aufgrund der Verfügbarkeit von Kinderärzten sowie der finanziellen Lage nicht möglich, so ein ANregiomed-Sprecher. Die bisherige Suche nach einem alternativen Partner für den Weiterbetrieb der Abteilung sei bisher erfolglos geblieben.
Alternativlösung: Bereitschaftspraxis
Auf BR-Anfrage führte Landrat Meier weiter aus: "Wir müssen realistisch sein. Das war bereits vor Beginn meiner Amtszeit bekannt. Und jetzt müssen wir mit der Kassenärztlichen Vereinigung ins Gespräch gehen, um zu versuchen, eine Alternative, die machbar ist, umzusetzen." Im Raum stehe eine Bereitschaftspraxis, die an Wochenenden betrieben werden soll. Laut Meier arbeite man mit Hochdruck an einer Alternativlösung.
Dieser Artikel ist erstmals am 19.05.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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