Wohnen, Klima, Verkehr: Bündnis fordert frische Ideen für Bayern
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Wohnen, Klima, Verkehr: Bündnis fordert frische Ideen für Bayern

Es geht um den Lebensbereich aller in Bayern – das Landesentwicklungsprogramm (LEP) ist die Leitlinie für die Zukunft des Freistaats. Einem breiten Bündnis von Verbänden und Institutionen geht es aber nicht weit genug. Sie fordern neue Impulse.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Das sogenannte Landesentwicklungsprogramm (LEP) gibt vor, wie sich Bayern entwickeln soll: Verkehr, Datennetze, Energie, aber auch der Flächenverbrauch, wie wir zusammenleben, der Wohnraum oder die Anpassung an Klimawandel und Starkregen. Einem breiten Bündnis vom Naturschutz bis zu den bayerischen Bauingenieuren, der Katholischen Landjugend und den Architekten fehlen dabei aber die notwendigen Impulse für die Zukunft.

Die Landesentwicklung müsse viel näher an die Bevölkerung, fordert etwa Ariane Jungwirth, Vorständin der Bayerischen Architektenkammer: "Die Menschen müssen ja dahinterstehen, sonst wird es nicht getragen, dann haben wir ein hohles Gesetz." Beispielsweise über die Landratsämter müssten partizipative Verfahren aufgebaut werden, damit Bürgerinnen und Bürger direkt in die Fragen der Landesentwicklung einbezogen werden, schlägt Jungwirth vor.

Beispiel Wolfratshausen: Wohnanlage in altem Krankenhaus

Die Vorschläge "für ein besseres LEP" zeigt das Bündnis durch konkrete Modellprojekte auf: Ein Beispiel für neue Wohnformen steht in Wolfratshausen. Dort hat die Maro-Wohngenossenschaft das lange leerstehende alte Krankenhaus mit Erweiterungsbauten zu einer neuen Wohnanlage entwickelt. Der Altbau wurde saniert und geschickt mit dem Neubau verbunden: So wird Bestand erhalten und flächensparend neu genutzt.

Die Mieten sind vergleichsweise günstig. 24 Wohneinheiten für junge Familien, aber auch für Senioren gibt es. So ist der Genossenschaftsbau auf den Bevölkerungswandel in Bayern zugeschnitten. Bisher, so die Initiative für ein besseres LEP, seien solche Modelle auf dem Land eine Seltenheit. Damit sie sich verbreiten, brauche es verbindliche Vorgaben seitens der Landesentwicklung.

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Eine Genossenschaft hat in Wolfratshausen eine neue Wohnanlage gebaut. Aus dem leerstehenden Krankenhaus ist Wohnraum entstanden.

Initiative fordert Versuchsräume für neue Modelle

In einem ersten Schritt müssten in Bayern regionale Versuchsräume geschaffen werden, in denen beispielsweise neue Wohnformen, aber ebenso Fragen der Energieversorgung oder des Nahverkehrs erprobt werden, sagt Ariane Jungwirth. Nachholbedarf sieht die Initiative auch in der Nahversorgung, dem sozialen Zusammenleben und der Anpassung an Klimawandel und Starkregen im Städtebau. Es brauche Konzepte, wie die knappen Flächen mehrfach genutzt werden können, zum Beispiel als Hochwasserrückhalt und Landwirtschaftsfläche, ohne weiter in die Natur einzugreifen. Modelle, die sich bewähren, müssten dann bayernweit verbreitet werden, so die Sprecherin der Initiative für ein besseres LEP.

Wirtschaftsministerium sieht keinen Änderungsbedarf

Keinen unmittelbaren Bedarf an Änderungen sieht dagegen das für die Landesentwicklung zuständige Bayerische Wirtschaftsministerium. Bereits bei der letzten Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms 2023 seien zentrale Herausforderungen wie Klimawandel, nachhaltige Mobilität, Gleichwertigkeit oder Krisenvorsorge aufgegriffen worden, teilte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums BR24 auf Anfrage mit.

Einzelne Mitglieder der Initiative für ein besseres LEP hätten auch bei der Fortschreibung mitgewirkt und seien mit ihren Vorschlägen berücksichtigt worden. "Über das bisherige Verfahren hinausgehende zeit- und kostenintensive Beteiligungsformate, Beratergremien, Gutachten bzw. Konzepte sind aus unserer Sicht nicht erforderlich", so das Wirtschaftsministerium.

Landesentwicklung berührt jeden Bürger

So sperrig das Landesentwicklungsprogramm klinge, so sehr gehe es den Lebensbereich von allen an, die hier in Bayern leben, betont die Initiative für ein besseres LEP und verweist darauf, dass sie von der katholischen Landjugend bis zu Wissenschaftlern an bayerischen Universitäten einen Querschnitt der Bevölkerung abbilde. Sie will nun mit einer Videokampagne auf ihrer Webseite die Initiative mit konkreten Handlungsbeispielen voranbringen.

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