Container aus Kunststoff, Duschen, in denen es schimmelt – noch ist das die Realität des TSV Oberbeuren im Allgäu. Bisher war der Neubau zu teuer, doch die Mitglieder beschlossen nun: Wir bauen unser Vereinsheim einfach selbst!
Stadt Kaufbeuren kann den Neubau nicht finanzieren
Die Idee entstand gemeinsam mit einer Holzbaufirma aus dem Vereinsumfeld. Für den Grundstücksbesitzer, die Stadt Kaufbeuren, waren die Kosten bisher zu hoch. Sie hatte das alte Vereinsheim zwar versichert und wollte auch das neue bauen. Das Problem: Nach mehreren Jahren Planung standen Baukosten von rund vier Millionen Euro im Raum – so viel ist die Versicherung nicht bereit zu übernehmen. Das war der Moment, als im Verein klar wurde, dass es so nicht weitergehen könnte, erinnert sich Vereinsvorstand Florian Kukla.
Selbst bauen hat einige Vorteile
Also nehmen sie die Sache selbst in die Hand. Und es zeigt sich, im Gegensatz zur Stadt hat der TSV Oberbeuren sogar mehrere Vorteile: Er kann sich für den Bau um hohe Förderungen bewerben, zum Beispiel durch den Bayerischen Landes-Sportverband. Außerdem muss er seine Bauaufträge nicht öffentlich ausschreiben. Dadurch kann die Holzbaufirma aus dem lokalen Umfeld den Auftrag übernehmen und günstiger umsetzen.
Die Versicherung hat die dann für sie geringeren Kosten von zweieinhalb Millionen Euro bereits akzeptiert und auch der Kaufbeurer Stadtrat hat der Lösung bereits zugestimmt. Im letzten Schritt beschloss der Verein den Neubau dann offiziell auf seiner Jahreshauptversammlung. Wenn alles gut geht, könnte im Sommer 2027 wieder ein echtes Vereinsheim auf der Anlage stehen. Und das braucht der TSV Oberbeuren dringend.
Ohne Vereinsheim leidet der Zusammenhalt
Denn laut Vorstand Kukla leidet das Vereinsleben stark unter der Situation, "Verein ist ja auch immer so ein gewisses Bindeglied in der Gesellschaft." In den vergangenen Jahren hätten die Vereinsmitglieder dies dadurch gemerkt, weil "einfach nach dem Sport keine Örtlichkeit mehr da war, um sich auszutauschen". Dadurch sei auch der Zusammenhalt "einfach ein wenig verloren gegangen".
Irgendwann hoffen sie, ist die wohl schlimmste Nacht in der Vereinsgeschichte dann vergessen. Vor fünf Jahren wurde bei Trocknungsarbeiten eine Gasleitung beschädigt. Das Gas konnte unbemerkt austreten, ein Funke löste eine Druckwelle aus, die das komplette Gebäude auf einen Schlag zerstörte. Schwer verletzt wurde zum Glück niemand – aber ein neues Vereinsheim hat der Sportverein im Kaufbeurer Ortsteil Oberbeuren bis heute nicht.
Auf Instagram: TSV Oberbeuren - Endlich Neubau nach Explosion?
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
