Eine Heckenschere vor einer Hecke
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Von März bis einschließlich September darf man Hecken nicht stark zurückschneiden. Ein leichter Formschnitt der Hecke ist aber erlaubt.
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Von März bis einschließlich September darf man Hecken nicht stark zurückschneiden. Ein leichter Formschnitt der Hecke ist aber erlaubt.

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Heckenschneiden ab 1. März verboten: Das gilt für Gartenbesitzer

Heckenschneiden ab 1. März verboten: Das gilt für Gartenbesitzer

Zwischen dem 1. März und 30. September ist es tabu, Hecken und Sträucher radikal zurückzuschneiden. Dieses bundesweite Verbot hat einen einfachen, aber wichtigen Grund: den Schutz brütender Vögel. Was Sie beim Heckenschnitt beachten sollten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Wenn man Hecken im Garten als Sichtschutz nutzen möchte, ist es besonders in kleinen Gärten wichtig, dass sie kompakt bleiben und regelmäßig gestutzt werden. Aber wie wirkt sich das eigentlich auf die Tiere aus, die darin leben, wie Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten? Und wie kann man als Gärtner diese Tiere beim regelmäßigen Pflegen der Hecke berücksichtigen?

Hecke schneiden: Radikalschnitt vs. Formschnitt

Hecke schneiden heißt nicht automatisch, dass man alles gleich radikal stutzt. Es gibt klare Unterschiede: Hecken komplett auf den Stock zurückschneiden, also auf etwa 30 Zentimeter, ist nur zwischen Oktober und Februar erlaubt. Das regelt das Bundesnaturschutzgesetz (externer Link) und gilt für alle Gehölze, von lebenden Zäunen bis zu einzelnen Sträuchern. Der Grund ist simpel: brütende Vögel sollen geschützt werden.

Vögel schützen beim Heckenschnitt

Ein Formschnitt, um die Hecke in Form zu halten oder das Wachstum zu begrenzen, ist dagegen fast das ganze Jahr über möglich – vorausgesetzt, es befinden sich keine Nester mit Eiern oder Jungvögeln darin. Würde man zum Beispiel Buchfinken, Amseln oder andere Vögel während der Aufzucht stören, ist auch ein Formschnitt verboten.

Lärm vermeiden beim Heckenschneiden

Zusätzlich muss man die Ruhezeiten der Nachbarn beachten, besonders wenn elektrische Heckenscheren zum Einsatz kommen.

Hecke schneiden für Sicherheit und Gartenpflege

Grundsätzlich darf man Hecken immer schneiden, wenn es um Sicherheit an öffentlichen Wegen oder um die Pflege von Gewässern geht. In den meisten Fällen lässt sich das ohnehin gut im Winter erledigen.

Welche Strafe droht, wenn man unerlaubt die Hecke schneidet?

Der Radikalschnitt einer Hecke in den Monaten März bis September ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe geahndet wird. Dabei schützt auch Unwissenheit vor Strafe nicht. Die Höhe des Bußgelds variiert von Bundesland zu Bundesland und hängt von der Länge des Rückschnitts ab.

In Bayern können zwischen 50 und bei sehr schweren Verstößen sogar bis 15.000 Euro anfallen. Die genauen Bußgelder erfahren Sie im bussgeldkatalog.org (externer Link).

Im Video: Ab dem 1. März ist es verboten, Hecken zu schneiden.

Hecke mit Vogelnest
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Ab 1. März Hecken schneiden verboten: Das müssen Sie wissen!

Hecke schneiden und Insekten schützen: So geht’s richtig

Dass man Hecken schneiden darf, heißt nicht automatisch, dass es sinnvoll ist. Manchmal werden dabei zum Beispiel Raupen zerstört oder Zikadeneier vernichtet – selbst wenn alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Aber es geht auch anders.

Formschnitt von Hecken richtig timen

Die Regelung im Bundesnaturschutzgesetz richtet sich vor allem nach den Bedürfnissen von Vögeln, nicht nach dem Schutz von Insekten. Deshalb empfiehlt es sich, den Formschnitt erst im Juli durchzuführen und dann auch nur vorsichtig zurückzuschneiden. Immerhin fressen die Raupen von 68 Schmetterlingsarten zum Beispiel die Blätter von Rotbuchen. Die Blätter der Haselnuss sind wichtig für den Haselblattroller, einen Käfer, und für die Haselmaskenzikade.

Schnittgut sinnvoll verwerten für Natur und Garten

Auch zahlreiche weitere Käfer, Blattwespen, Wanzen, Spinnen und sogar Säugetiere leben in Hecken. Deshalb sollte man Schnittgut keinesfalls einfach häckseln oder in einen geschlossenen Kompostbehälter werfen. Am besten legt man die Zweige unter die Hecke, um Nährstoffkreisläufe zu schließen und Raupen die Chance zu geben, rauszukrabbeln. Alternativ kann man die Zweige an einer ungestörten Ecke stapeln und ein Totholzquartier daraus schaffen.

Einheimische Heckenpflanzen statt Kirschlorbeer und Thuja

Die Wahl der Heckenpflanzen entscheidet, ob ein Garten für Tiere ein Lebensraum ist oder nicht. Der Schnitt spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Beliebte Gartenpflanzen wie Kirschlorbeer (Lorbeerkirsche), Thuja, Glanzmispel, Stachelberberitze oder Scheinzypresse bieten Vögeln und Insekten weder Nektar noch Pollen, kaum Beeren und meistens auch keine Unterschlupfmöglichkeiten. Besser eignen sich einheimische Sträucher wie Kornelkirsche, Buche, Hasel, Schlehe, Weißdorn oder Pfaffenhütchen – also Pflanzen, die echte Wildhecken bilden.

Querbeet bei Youtube: Kirschlorbeer gegen Obstbäume und Beerenobst austauschen

Dieser Artikel ist erstmals am 25. Februar 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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