Am Wank über Garmisch-Partenkirchen lassen sich die Berge entspannt genießen.
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Klimatherapie über Garmisch-Partenkirchen: Höhe, Sonne, Luft und Ausblick helfen bei der Entspannung.
Bildrechte: BR/Julia Schlegel
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Zwischen Bergidylle und Besucherandrang: Wo beginnt Overtourism?

Zwischen Bergidylle und Besucherandrang: Wo beginnt Overtourism?

Garmisch-Partenkirchen lebt vom Tourismus. Doch an manchen Tagen wird es eng: Straßen Richtung Zugspitze sind verstopft, Parkplätze voll, an der Partnachklamm drängen sich die Besucher. Wann wird aus erfolgreichem Tourismus eigentlich Overtourism?

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Die Übernachtungszahlen für den Sommer zeigen zunächst einmal: Garmisch-Partenkirchen ist weiterhin beliebt. In der ersten Hälfte des Sommers kamen rund 30.000 Übernachtungen mehr zusammen als im Vorjahreszeitraum.

Doch Bürgermeister Daniel Schimmer will die Zahl nicht überbewerten. Er sagt: "Wenn wir uns den März oder April in diesem Jahr anschauen, da hatten wir 30.000 Übernachtungen weniger als im Vorjahr." So betrachtet hat das Plus der ersten Sommerhälfte hat das Minus der Spätwinter-Monate also nur ausgeglichen.

Ruhe statt Massentourismus

Wer dem Besucherandrang entkommen will, muss nicht weit gehen. Auf dem Wank, dem Panoramaberg oberhalb von Garmisch-Partenkirchen, führt Klimatherapeutin Simone Reiter ihre Gäste bewusst abseits der frequentierten Wege. Der Blick reicht hinüber zum Wettersteingebirge und zur Zugspitze. Statt Gedränge stehen Naturerlebnis, Bewegung und Atemübungen im Mittelpunkt.

Reiter sagt: "Unsere Gäste kommen ja nicht wegen der vielen anderen Gäste hierher, sondern genau wegen dem, dass sie sich hier wohlfühlen, dass sie sich erholen können und dass sie genau das genießen." Das sei "Gott sei Dank" was anderes als der sogenannte Overtourism.

Auf großen Sonnenliegen am Wank können die Teilnehmer zur Ruhe kommen, begleitet von speziellen Atem- und Bewegungsübungen. Das Heilklima aus Höhenlage, Luft, Licht und Panorama soll fit machen und für positive Stimmung sorgen.

Das Problem sind vor allem die Tagesgäste

Doch gerade an schönen Sommertagen zeigt sich, wie groß der Druck auf die Region sein kann. Die Straßen zur Zugspitze und zum Eibsee sind voll, am Skistadion werden die Parkplätze knapp und an der Partnachklamm kommen zeitweise große Besucherströme zusammen.

Für Bürgermeister Schimmer liegt darin allerdings ein wichtiger Unterschied: Nicht der Übernachtungstourismus sei das eigentliche Problem, sondern der kaum steuerbare Tagestourismus: "Unseren Tourismus haben wir im Griff, wir haben ein Problem mit dem Tagestourismus, dass der sehr unkontrolliert stattfindet."

Viele Menschen kommen spontan für einen Tagesausflug in die Berge. Sie brauchen Parkplätze, Straßen und Infrastruktur, übernachten aber nicht vor Ort. Für die Gemeinde entsteht dadurch zusätzlicher Belastungsdruck.

Neue Wege für den Tourismus

Garmisch-Partenkirchen versucht deshalb, neue Zielgruppen anzusprechen und die Gäste besser über das Jahr zu verteilen. So soll sich beispielsweise das Trailrunning stärker etablieren. Veranstaltungen rund um das Laufen in den Bergen könnten gezielt in Zeiten stattfinden, in denen die Region weniger stark besucht ist.

Auch andere Angebote sind geplant: Künftig soll es etwa Yoga-Tage im Winter geben. Statt zusätzliche Besucher in ohnehin volle Sommerwochen zu lenken, soll der Tourismus stärker über das ganze Jahr verteilt werden.

Dabei geht es nicht nur darum, wann die Gäste kommen, sondern auch darum, wie lange sie bleiben. Aus dem Tagesausflug soll möglichst ein mehrtägiger Urlaub werden. Parallel wird über eine bessere öffentliche Anbindung, weniger Autoverkehr und bezahlbaren Wohnraum diskutiert. Auch die Besucherströme an beliebten Orten wie der Partnachklamm sollen künftig besser gesteuert werden.

Noch kein Overtourism – aber Probleme an einzelnen Tagen

Ist Garmisch-Partenkirchen also bereits ein Beispiel für Overtourism? Simone Reiter sieht das nicht so. Es gebe zwar Tage und Orte, an denen besonders viele Menschen unterwegs seien. Das sei aber nicht überall und nicht dauerhaft der Fall. "Natürlich haben wir diese Tage und auch diese Orte, wo es zahlreiche Besucher gibt", sagt sie. "Weil eben – was unsere Landschaft so einzigartig macht – es solche tollen Orte gibt." Das gelte aber nur an wenigen Tagen und nicht an allen Orten.

Am Wank lässt sich die Hochsaison jedenfalls noch auf eine andere Art erleben: mit weitem Blick über die Berge, abseits der großen Besucherströme.

Im Audio: Mehr Gäste, mehr Geld, mehr Ärger

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