Ein Zug mit sieben Castor-Behältern kam im April 2025 am Zwischenlager Niederaichbach an.
Ein Zug mit sieben Castor-Behältern kam im April 2025 am Zwischenlager Niederaichbach an.
Bild
Ein Zug mit sieben Castor-Behältern kam im April 2025 am Zwischenlager Niederaichbach an.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
Audiobeitrag

Ein Zug mit sieben Castor-Behältern kam im April 2025 am Zwischenlager Niederaichbach an.

Audiobeitrag
>

Zwischenlager Isar: Atommüll bleibt länger als geplant

Zwischenlager Isar: Atommüll bleibt länger als geplant

Auf dem Gelände der früheren Atomkraftwerke Isar bei Landshut lagert weiter Atommüll. Das Zwischenlager wird länger bleiben müssen als bislang geplant – nämlich über das Jahr 2047 hinaus. Was die Bürger der betroffenen Gemeinde dazu sagen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Eine massive Betonhalle, Stacheldraht und unzählige Überwachungskameras: Das Zwischenlager Isar im niederbayerischen Landkreis Landshut ist das Zuhause für hochradioaktiven Atommüll – die Hinterlassenschaften aus dem Atomzeitalter. Eigentlich sollten die Brennstäbe, gelagert in Castorbehältern, bis spätestens 2047 das Zwischenlager in Niederaichbach verlassen – aber daraus wird nichts, da sind sich die Experten der BGZ sicher. Sie betreiben das Brennelemente-Zwischenlager Isar.

Atommüll-Zwischenlager: Sorgen in der Bevölkerung

Am Dienstagabend wurden die Menschen rund um das Zwischenlager in Niederaichbach über die längere Lagerzeit informiert: Sie waren eingeladen zum Bürgerdialog mit dem Betreiber. Schon im Vorfeld der Veranstaltung wurde klar, die Fragen und Sorgen aus der Bevölkerung sind groß: Wie geht es weiter? "Man hört ja, dass der TÜV schon abgelaufen ist, oder am ablaufen ist", so Stimmen der Besucher.

Die große Frage: Wie lange wird in der Gemeinde Niederaichbach Atommüll lagern? Darauf gab es keine Antwort – und zwar aus dem einfachen Grund: Weil es niemand weiß. Wie lange das Zwischenlager bleibt, hängt davon ab, wie es mit einem künftigen Endlager weitergeht. Das wird noch immer gesucht, muss dann erst gebaut werden.

Mehr als 20 Jahre: Längere Lagerung wird vorbereitet

Die BGZ will realistisch sein und sagt schon heute: 2047, bis die Genehmigung für das Zwischenlager ausläuft, wird nicht reichen. Deshalb wird bereits in den nächsten Jahren alles vorbereitet, damit die Castoren länger bleiben können.

"Wir können oder wir müssen solange zwischenlagern, wie es notwendig ist. Und dafür müssen wir eben die entsprechenden technischen Maßnahmen treffen." Stefan Mirbeth, BGZ.

Damit in den Jahren 2038/2039 die Genehmigung für ein verlängertes Zwischenlager beantragt werden kann, muss noch viel gemacht, in erster Linie erforscht werden. Eine Aufgabe für das Team von Dr. Maik Stuke. Er ist Kernphysiker mit Schwerpunkt nukleare Sicherheit und stellte sich am Abend in Niederaichbach den Fragen der Bürger. Das Gerücht des "abgelaufenen TÜVs" sei eine Falschinformation, betonte er.

Szenario: Was passiert im Kriegsfall?

An der Sicherheit werde laut den Experten der BGZ laufend geforscht. Es würden sämtliche Szenarien durchgespielt, die im schlimmsten Fall passieren könnten. Der Kriegsfall spiele hier als Szenario auch eine zentrale Rolle. Es gehe aber auch um ganz praktische Dinge, wie die Alterung von Bauteilen, etwa bei den Castorbehältern.

Hoffnung der Bürger: Atommüll bleibt nicht ewig

Das Fazit des Bürgerdialogs? "Ich geh schon mit einem besseren Gefühl heim. Diese Sachen, die im Raum gestanden sind, hat die Diskussion heute schon entkräftet", sagte ein Gast. Ein anderer Zuhörer sagte, man sehe zumindest, es werde was gemacht – aber das Bauchweh bleibe trotzdem. Die Hoffnung sei nur: Der Atommüll bleibt nicht für immer.

Im Video: Bürgerdialog in Niederaichbach

Zwischenlager Isar: Atommüll bleibt länger als geplant
Bildrechte: BR (Collage)
Videobeitrag

Das Brennelemente-Zwischenlager Isar in Niederaichbach (Lkr. Landshut).

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!