(Archivbild) Blick auf die Bühne des Landesparteitags der AfD Mecklenburg-Vorpommern in Grimmen
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(Archivbild) Beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt geht es vor allem um Personal und demonstrative Geschlossenheit vor den Landtagswahlen im Osten.
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(Archivbild) Beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt geht es vor allem um Personal und demonstrative Geschlossenheit vor den Landtagswahlen im Osten.

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AfD-Parteitag in Erfurt: Geschlossenheit vor den Ostwahlen

AfD-Parteitag in Erfurt: Geschlossenheit vor den Ostwahlen

Beim Bundesparteitag der AfD in Erfurt geht es vor allem um Personal und demonstrative Geschlossenheit vor den wichtigen Landtagswahlen im Osten. Brisanz bekommt er durch einen Antrag von Björn Höcke – und durch Proteste, die den Parteitag begleiten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Für die AfD ist 2026 ein richtungsweisendes Jahr: Bei den Landtagswahlen im September könnte sie Umfragen zufolge erstmals in Regierungsverantwortung kommen, in Sachsen-Anhalt je nach Konstellation vielleicht sogar allein regieren.

Rund zwei Monate vorher trifft sich die Partei an diesem Wochenende zum Bundesparteitag in Erfurt. Entsprechend groß ist das Bemühen um Geschlossenheit: Das Treffen dürfte von Personalwahlen geprägt sein, nicht von kontroversen Debatten – nach außen will sich die AfD vor den wichtigen Ostwahlen als Einheit präsentieren.

Wiederwahl von Weidel und Chrupalla gilt als gesetzt

An der Spitze deutet alles auf Kontinuität hin: Die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla gelten bei der Wiederwahl als gesetzt. Interessant werden allein die Zustimmungswerte. Beim letzten Parteitag holte Chrupalla mehr Stimmen als Weidel: "Das hat für böses Blut intern gesorgt. Das wird dieses Mal ähnlich sein, dass man lauert: Wer kann sich behaupten?", sagt der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder im BR24-Interview.

Chrupalla selbst wirbt im ARD-Interview der Woche weiter für die Doppelspitze: Sie habe sich "bewährt" und stehe für die Breite der Partei, in der Ost und West, Frau und Mann repräsentiert seien. Dass diese Breite auch Reibung bedeutet, zeigte sich zuletzt beim Thema Wehrpflicht: In den Sommerinterviews 2025 sprach sich Chrupalla gegen deren Einführung aus, Weidel dafür.

Die eigentliche Spannung aber liegt tiefer und trägt den Namen Björn Höcke. Der Thüringer Landeschef und AfD-Rechtsaußen will nicht selbst an die Spitze, wohl aber seinen Einfluss ausbauen: Der enge Vertraute Stefan Möller soll als Stellvertreter in den Bundesvorstand einziehen. Politikwissenschaftler Schroeder sieht darin ein Kräftemessen zweier Strömungen – eines eher "koalitionsorientierten Lagers" und eines "transformationsorientierten" Thüringer Flügels. Schroeder schlussfolgert: Weidel gäbe nicht den Ton an, sie ließe sich ein Stück weit von Höcke treiben.

Wie viel Einfluss hat Rechtsaußen Höcke?

Wie weit dessen Einfluss reicht, dürfte ein Antrag zeigen, den Höcke mitunterzeichnet hat: Die Unvereinbarkeitsliste der Partei soll aufgeweicht werden. Auf der Liste stehen vor allem Gruppen, die vom Verfassungsschutz dem Links- oder Rechtsextremismus zugeordnet werden. Es geht mit dem Antrag also um die Frage: Wer gilt aus Sicht der AfD als extrem – wie weit nach rechtsaußen wolle man sich öffnen? Die Mitgliedschaft in einer rechtsextremistischen Organisation wie der rechtsextremistischen Identitären Bewegung (IB) soll demnach "verjähren" können und dann kein Ausschlussgrund mehr sein.

Wolfgang Schroeder deutet den Vorstoß als Ausdruck von "Souveränität" – die AfD reklamiere eine eigene Definition von Extremismus und setze damit eine Kampfansage an den Verfassungsschutz. Nach außen sei die Parteispitze um Weidel und Chrupalla jedoch um Professionalisierung und Koalitionsfähigkeit bemüht. Den Antrag anzunehmen oder gar zu debattieren, sei nach Schroeder daher heikel. Der Bundesvorstand dürfte den Vorstoß deshalb abräumen – "ansonsten brauchen sie im Prinzip nicht weiter machen in Richtung Koalition", so Schroeder.

AfD Bayern und die Nähe zu Rechtsextremen

Welche Sprengkraft das Thema der Unvereinbarkeit hat – auch intern –, führte zuletzt ein Fall aus Bayern vor Augen: Der Augsburger Maximilian Märkl, Bundessprecher der rechtsextremistischen IB, war zugleich Mitglied der bayerischen AfD – obwohl die Bundessatzung die Zugehörigkeit zu extremistischen Organisationen ausschließt. Der bayerische AfD-Landeschef Stephan Protschka nannte das IB-Verständnis von "Remigration" damals "extrem" und stellte klar: "Beides geht nicht: entweder AfD oder IB." Allerdings: Nach Kritik aus den eigenen Reihen ruderte er zurück, sprach in einem Post auf der Online-Plattform X von einem "Kommunikationsproblem meinerseits" und betonte, die IB sei nicht extrem. Einem drohenden Parteiausschluss kam Märkl damals zuvor und erklärte seinen Austritt.

Für die AfD steht viel auf dem Spiel: Eine zu große Nähe zur IB birgt auf Bundesebene das Risiko, vom Verfassungsschutz gerichtsfest als gesichert extremistisch eingestuft zu werden oder ein Parteiverbotsverfahren in Gang zu bringen.

Proteste beim AfD-Parteitag

Überlagert wird der Parteitag in Erfurt von Protesten. Die Polizei rechnet mit rund 50.000 Demonstranten gegen die AfD, weshalb der Parteitag mit Verzögerung beginnen könnte. Auch aus Bayern kommt Gegenwind: Der Linken-Bundestagsabgeordnete Luke Hoß beispielsweise kündigte an: "Um zu verhindern, dass Faschisten ihre Pläne in die Tat umsetzen, werde ich deshalb mit Tausenden an den friedlichen Blockaden von 'widersetzen' teilnehmen." Angesichts der angekündigten Proteste zeigte sich hingegen Bayerns AfD-Landeschef Protschka auf X unbeeindruckt, man lasse sich nicht beirren.

So dürften sich vor der Halle Protest und Lärm entladen, während drinnen betont Ruhe und Einigkeit inszeniert werden: die demonstrative Geschlossenheit, auf die es der AfD gut zwei Monate vor den Landtagswahlen im Osten ankommt.

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