Deeskalationstraining für Zugpersonal
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Ausweis-Kontrollen ändern – weniger Gefahr für Bahn-Mitarbeiter?

Ausweis-Kontrollen ändern – weniger Gefahr für Bahn-Mitarbeiter?

Wenn die Kontrolle eskaliert – einfach anders kontrollieren? Insbesondere bei Fahrkarten- und Ausweiskontrollen im Zug eskaliert die Gewalt gegen Zugbegleiter. Bundesverkehrsminister Schnieder will deshalb Kontrollen verringern und anders gestalten.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Eine Ticketkontrolle im Nahverkehr – ein Fahrgast wird aggressiv. Eine Situation, die viele Zugbegleiter bereits erlebt haben. Anfang Februar endete sie tödlich. Serkan C. wurde von einem Fahrgast ohne Ticket schwer verletzt und starb kurz danach. So etwas soll sich nicht wiederholen, da sind sich Bahn und Politik einig. Eine kurzfristig umsetzbare Maßnahme: anders gestaltete Kontrollen.

18 Prozent weniger Gewalt durch andere Kontrollen?

Verkehrsminister Patrick Schnieder hält veränderte Ausweiskontrollen in Zügen für sinnvoll, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen. Dem Handelsblatt erklärte er, man könne die Gewalt um 18 Prozent senken, wenn man auf solche Kontrollen verzichte. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums erklärte dazu, es gehe darum, Ausweiskontrollen anders zu gestalten. So könne man solche Kontrollen grundsätzlich in Gruppen von Mitarbeitern vornehmen, wie es bereits jetzt in vielen U-Bahnen geschehe. Zum anderen könnten die Tickets auch auf den Bahnsteigen kontrolliert werden, auch nach dem Aussteigen. Grundsätzlich alle Tickets vor Betreten des Bahnsteigs zu kontrollieren, wie etwa in Spanien, sei aber bislang nicht vorgesehen.

Deutschlandticket zukünftig mit Foto?

In eine etwas andere Richtung geht ein Vorschlag von Alexander Schweitzer, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Er schlägt vor, das Deutschlandticket in ganz Deutschland einheitlich zu gestalten und mit einem Foto zu versehen. So müsste der Ausweis deutlich seltener kontrolliert werden. Er werde mit seinen Länderkollegen bei der Ministerpräsidentenkonferenz am 5. März darüber sprechen.

Die Länder sind am Zug

Der Chef der Eisenbahngewerkschaft EVG, Martin Burkert, hält diesen Vorschlag für sinnvoll. Gerade die Ausweiskontrolle von Deutschlandtickets führe immer wieder zu Konflikten. Das fälschungssichere Deutschlandticket mit Passbild sollte schnellstens umgesetzt werden. Auch das Bundesverkehrsministerium sieht in dem Vorschlag einen Beitrag zur Sicherheit, den die Länder schnellstmöglich umsetzen sollten. Aus dem Bayerischen Verkehrsministerium heißt es, die Verkehrsministerkonferenz Ende März werde das Thema Sicherheit diskutieren. Bis dahin werde man nicht jeden einzelnen Vorschlag kommentieren.

Was gilt schon, was soll noch kommen?

Bereits am Freitag nach einem Sicherheitsgipfel der Bahn wurde verkündet, dass alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt auf Wunsch noch dieses Jahr Bodycams bekommen. Die Bahn will außerdem zusätzliche 200 Sicherheitsmitarbeiter einstellen. Sie könnten etwa auch bereits auf dem Bahnsteig Tickets kontrollieren – an sogenannten "Schwerpunktbahnhöfen". Zugbegleiter dürfen ab März selber entscheiden, ob sie neben dem Deutschlandticket auch – wie eigentlich vorgesehen – die Ausweise überprüfen. Streit gibt es weiterhin darum, ob Zugbegleiter grundsätzlich zu zweit im Zug unterwegs sein sollen. Die Eisenbahngewerkschaft EVG fordert dies ein. Experten schätzen aber, dass doppelte Besetzungen im Nahverkehr – also S-Bahnen, Regionalverbindungen und Routen zu Flughäfen – zusätzlich bis zu einer Milliarde Euro verursachen könnten. Geld, das die Länder nicht haben.

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