Kundenbetreuer der Deutschen Bahn trägt eine Bodycam
Kundenbetreuer der Deutschen Bahn trägt eine Bodycam
Bild
Kundenbetreuer der Deutschen Bahn trägt eine Bodycam
Bildrechte: picture alliance/dpa | Marcus Brandt
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa | Marcus Brandt
Audiobeitrag

Kundenbetreuer der Deutschen Bahn trägt eine Bodycam

Audiobeitrag
>

Sicherheitsgipfel: Bahn sagt mehr Bodycams zu

Sicherheitsgipfel: Bahn sagt mehr Bodycams zu

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Bahnmitarbeiter in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz beraten der Verkehrsminister, die Bahnchefin, Verbände und Gewerkschaften über Konsequenzen. Die erste konkrete Sofortmaßnahme: Mehr Bodycams.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Der Fall hat bundesweit für Entsetzen gesorgt: In Rheinland-Pfalz wurde ein Zugbegleiter bei einer Fahrscheinkontrolle von einem Fahrgast angegriffen und tödlich verletzt. Bei einem Sicherheitsgipfel beraten der Verkehrsminister, die Bahnchefin, Verbände und Gewerkschaften am heutigen Freitag darüber, wie Bahn-Beschäftigte besser vor Übergriffen geschützt werden können. Nun hat die Bahn als Sofortmaßnahme angekündigt, mehr Bodycams einsetzen zu wollen.

Bodycams als Sofortmaßnahme noch dieses Jahr

Bahnchefin Evelyn Palla will noch in diesem Jahr alle Bahnbeschäftigten, die Kundenkontakt haben, mit Bodycams ausstatten. Das betrifft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Bahnhöfen und auch im Fernverkehr, sofern sie das wollen.

Palla nimmt mit der Maßnahme eine Kernforderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf, die den flächendeckenden Einsatz von Bodycams auch mit Tonaufnahme gefordert hatte. Damit sollen auch verbale Übergriffe auf Mitarbeiter besser dokumentiert und nachverfolgbar werden. Schon jetzt können Beschäftigte mit Kundenkontakt im Regionalverkehr Bodycams erhalten und tragen.

Gewerkschaft fordert Doppelbesetzungen in Regionalzügen

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) dringt neben den Bodycams darauf, dass künftig flächendeckend stets zwei Zugbegleiter in den Regionalzügen Tickets kontrollieren statt wie bisher oft nur einer. EVG-Chef Martin Burkert forderte Bund und Länder auf, sich hinsichtlich der Zuständigkeit nicht gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben. "Sicherheit ist für uns nicht verhandelbar."

Experten schätzen, dass durch eine Doppelbesetzung von Personal im Nahverkehr zusätzliche Kosten von mehreren Hundert Millionen Euro entstehen könnten. Die Finanzierung dürfte einer der Punkte werden beim heutigen Treffen in der Bahn-Zentrale in Berlin.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt die Forderung nach einer Doppelbesetzung bei Fahrkartenkontrollen. Der GdP-Vorsitzender für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, erhofft sich mehr Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen durch einen höheren Einsatz von Polizeistreifen. "Wir brauchen mehr Zugstreifen, die in den Zügen für Sicherheit sorgen", sagte er der "Rheinischen Post". "Wenn wir in den Zügen und Bahnhöfen mehr Präsenz zeigen, dann schaffen wir ein anderes Sicherheitsbild."

DB: Rund 3.000 körperliche Übergriffe auf Bahn-Beschäftigte

Den Angaben der Bahn zufolge kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt rund 3.000 körperlichen Übergriffen auf Beschäftigte des eigenen Konzerns. Das war zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Jahr davor. Doch das Sicherheitsgefühl innerhalb der Belegschaft habe sich deutlich verschlechtert, betonte die EVG und verwies auf eine eigene Umfrage unter rund 4.000 Mitarbeitenden aus dem vergangenen Jahr.

Anfang Februar war ein Zugbegleiter bei einer Fahrscheinkontrolle von einem Fahrgast angegriffen worden. Dabei erlitt der 36-Jährige so schwere Kopfverletzungen, dass er im Krankenhaus starb. Der mutmaßliche Angreifer, ein 26 Jahre alter Grieche, sitzt in Untersuchungshaft.

Im Video: Bahn-Gipfel - Mehr Schutz für Zugbegleiter

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters, der von einem Schwarzfahrer totgeprügelt wurde, planen Bahn, Bund und Länder mehr Schutzmaßnahmen.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
Videobeitrag

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters, der von einem Schwarzfahrer totgeprügelt wurde, planen Bahn, Bund und Länder mehr Schutzmaßnahmen.

Mit Informationen von dpa und AFP.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!