Blick auf die Anlagen der Biogasanlage Lehma der Balance Erneuerbare Energien GmbH. Die Tochter der Leipziger VNG AG und des Infrastrukturinvestors CVC DIF betreibt Biogasanlagen an mehr als 40 Standorten in Ost- und Norddeutschland.
Blick auf die Anlagen der Biogasanlage Lehma der Balance Erneuerbare Energien GmbH. Die Tochter der Leipziger VNG AG und des Infrastrukturinvestors CVC DIF betreibt Biogasanlagen an mehr als 40 Standorten in Ost- und Norddeutschland.
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Die Stände in den Gasspeichern in Deutschland sinken.
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Die Stände in den Gasspeichern in Deutschland sinken.

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Gasspeicher leeren sich zunehmend: Was das für Bayern bedeutet

Gasspeicher leeren sich zunehmend: Was das für Bayern bedeutet

Die Erdgasspeicher in Deutschland sind gerade deutlich leerer als im Vorjahr – und der Winter ist noch lange nicht vorbei. Warum Experten dennoch nicht alarmiert sind, wo Risiken bleiben und welche Rolle Bayern im deutschen Gasnetz spielt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Deutschlands Gasspeicher leeren sich weiter – und trotzdem lautet der Tenor der Behörden: keine Panik. Die Gasversorgung in Deutschland sei stabil, die Versorgungssicherheit gewährleistet. Eine Sprecherin der Bundesnetzagentur betonte im BR24-Interview, die Speicherstände seien zwar wichtig, aber "kein Indiz für eine Gasmangellage". Der Grund: Deutschland könne heute über mehrere Wege Gas beziehen – über Pipelines und zusätzlich über LNG-Terminals.

Bayern profitiert bei Erdgasspeicherung von Nähe zu Österreich

Nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur lag der bundesweite Speicherfüllstand zuletzt (am 16.2.) bei rund 23 Prozent. Dies sei "im Moment im Rahmen der marktlichen und wetterbedingten Erwartungen", so die Behörde. In Bayern ist der Stand unabhängigen Experten zufolge noch etwas niedriger. Hier sei die Lage, so die Bundesnetzagentur, "besonders aufmerksam zu beobachten".

Allerdings profitiere Bayern von der Anbindung an Österreich. Das betont auch das Bayerische Wirtschaftsministerium. Für die Versorgungssicherheit im Freistaat seien neben den eigenen Speichern vor allem die direkt an das bayerische Netz angeschlossenen österreichischen Speicher Haidach im Bundesland Salzburg und 7Fields in Oberösterreich entscheidend. Der durchschnittliche Füllstand aller für Bayern relevanten Speicher liege derzeit bei gut 34 Prozent.

Wie das Erdgas nach Bayern kommt

Deutschland importierte 2025 das meiste Gas aus Norwegen (44 Prozent), den Niederlanden (24 Prozent) und Belgien (21 Prozent). LNG machte 10,3 Prozent aus. Im laufenden Jahr sind über die LNG-Terminals laut Bundesnetzagentur bisher rund elf Prozent der Importe ins deutsche Netz eingespeist worden.

Nach Bayern gelangt das Gas überwiegend über das Fernleitungsnetz aus dem Norden Deutschlands. Ergänzt durch Entnahmen aus den bayerischen Speichern Breitbrunn, Bierwang, Inzenham-West, Wolfersberg sowie aus den beiden österreichischen Speichern Haidach und 7Fields, so das Ministerium.

Was passiert bei Unterschreitung der gesetzlichen Gasspeicherstände?

Immer wieder ist in diesen Tagen zu lesen, die Füllstände seien niedriger als gesetzlich vorgeschrieben. Die gesetzlichen Zielmarken stehen in der sogenannten Gasspeicherfüllstandsverordnung. Für den laufenden Winter gelten zum 1. Februar im Regelfall 30 Prozent, und 40 Prozent speziell für die vier bayerischen Anlagen Bierwang, Breitbrunn, Inzenham-West und Wolfersberg. Diese Vorgaben wurden in der Krise 2022 – nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine – eingeführt, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Werden diese Zielmarken unterschritten, kann das Bundeswirtschaftsministerium in Absprache mit der Bundesnetzagentur eingreifen. Kommen diese zu der Einschätzung, dass zu wenig Erdgas zur Verfügung steht, beauftragen sie die Trading Hub Europe GmbH, Gas zu beschaffen. Das Unternehmen ist beim Gas verantwortlich für das sogenannte Marktgebiet Deutschland. Im Normalfall sollen Speicherbefüllungen aber "durch die Marktteilnehmer" erfolgen.

Wie viel Gas brauchen wir noch bis zum Ende des Winters?

Auf die konkrete Frage, wie viel Gas bis zum Ende des Winters noch benötigt wird, gibt es keine klare Antwort, weder aus der Politik noch von den Behörden. Die Bundesnetzagentur betont, sie nehme "keine Prognosen vor". Entscheidend seien Temperatur und Verhalten der Marktteilnehmer.

Konkreter wird Marc-Boris Rode von der Bayernets GmbH: Im BR24-Interview sagt Rode, der Verbrauch im südbayerischen Netzgebiet liege im Winter "durchschnittlich zwischen 150 und 330 GWh pro Tag", an sehr kalten Tagen auch darüber. Das bedeutet: Für die restlichen Winterwochen zählt vor allem, ob der Umfang der ständig weiterlaufenden Importe stabil bleibt – und ob die Speicher nicht nur "Menge", sondern auch genug Ausspeicherleistung bereitstellen. Das ist die maximale Menge Erdgas, die aus einem Gasspeicher pro Tag entnommen und ins Gasnetz eingespeist werden kann. Und genau hier könnte im Extremfall das Problem liegen.

Kein Anlass für Panik – aber ein Stresstest bei Kälte

Kritisch kann es bei den Speichern werden, wenn bei die technische Ausspeicherleistung nicht mehr reicht. Denn diese sinkt, je leerer ein Gasspeicher ist. Wenn es also kalt wird und viel Gas benötigt wird, kann es derzeit nur noch langsam ausgespeichert werden. Kälte verstärkt das Ganze, weil kaltes Gas eine höhere Dichte und zudem ungünstige Strömungseigenschaften hat. Die Bundesnetzagentur erklärt dazu, dass "insbesondere in den späten Winterwochen Risiken" entstehen, wenn lokale Regelenergie aus Speichern nicht mehr bedient werden kann.

Mit anderen Worten: Es gibt derzeit keinen Grund zur Panik. Besonders kalte Spätwinterwochen könnten aber ein Stresstest werden - der möglichst erspart bleiben sollte.

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