Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder rechnet nicht mit schnellen Fortschritten der Deutschen Bahn hin zu mehr Pünktlichkeit. Im Fernverkehr sei die Hoffnung, dieses Jahr erneut eine Pünktlichkeitsquote von über 60 Prozent schaffen, sagte der CDU-Politiker am Sonntag beim Tag der offenen Tür in der Bundespressekonferenz in Berlin. Ähnlich schlecht hatte die Bahn 2025 abgeschnitten.
Schnieder: Mit den Komplettsanierungen wird es besser
Schnieder sagte, die Talsohle sei jetzt erreicht. Mit den Komplettsanierungen ganzer Strecken im maroden Schienennetz werde es schrittweise besser werden. Das brauche aber Zeit. Ziel sei es, im Jahr 2029 auf eine Pünktlichkeit von mindestens 70 Prozent zu kommen. "Wir müssen es realistisch sehen." Es bringe nichts, Märchen in die Welt zu setzen.
Neue Strategie für die Bahn
Im Regionalverkehr solle die Bahn auf über 90 Prozent Pünktlichkeit kommen, so Schnieder. Davon sei sie nicht weit entfernt. Mitte nächster Woche tagt der Aufsichtsrat der Bahn. Dabei soll es um die neue Strategie des Staatsunternehmens und auch die erwarteten Umsätze und Gewinne gehen. Schnieder sagte, es sei die Aufgabe des Kontrollgremiums, konkrete Erwartungen an den Vorstand zu formulieren. Der Bund habe bereits eine Strategie für die Bahn vorgelegt, aus der sich die Ansprüche des Eigentümers ableiteten.
Darin war unter anderem vorgesehen, die Führungsgremien der Bahn zu verkleinern und den Aufsichtsrat mit mehr Fachkompetenz auszustatten. Außerdem sollen die Prozesse bei der Bahn schneller werden.
Pünktlichkeit ist ein großes Thema, aber auch fehlende Fernverkehrsanbindungen bleiben eine Herausforderung – etwa beim Münchner Flughafen, der weiterhin keinen direkten Fernbahnanschluss hat. Als langfristige Lösung gilt der Bau einer neuen Bahntrasse, über die ICE-Züge den Flughafen direkt anbinden könnten.
Einstieg eines italienischen Unternehmens
Zuletzt hatte der mögliche Einstieg italienischer Bahnunternehmen in den deutschen Fernverkehr für Aufsehen gesorgt: Neben der staatlichen Trenitalia plant nun auch das private Unternehmen Italo, ab 2028 mit neuen Hochgeschwindigkeitszügen auf wichtigen deutschen Strecken zu fahren und Milliarden zu investieren. Experten begrüßen den zusätzlichen Wettbewerb, weil er besseren Service, mehr Verbindungen und möglicherweise günstigere Ticketpreise für Reisende bringen könnte. Streit gibt es jedoch um die Vergabe der Bahntrassen durch die DB-Tochter DB InfraGO, da die Deutsche Bahn und die EVG Nachteile für das bestehende Fernverkehrsangebot befürchten, während Italo auf langfristige Planungssicherheit drängt.
Mit Informationen von Reuters.
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