Mit einer deutlichen Warnung vor der Alternative für Deutschland (AfD) ist am Donnerstag die Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe in Würzburg zu Ende gegangen. In der Kirche hätten völkischer Nationalismus und die menschenverachtenden Parolen der AfD keinen Platz, sagte Heiner Wilmer, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. "Mit Blick auf die Wahlen wissen wir, dass wir unsere Demokratie schützen müssen", sagte der Hildesheimer Bischof.
Wilmer: Menschenverachtende Parolen hätten in der Kirche nichts verloren
Damit knüpft Wilmer an einen Beschluss der Bischöfe von vor zwei Jahren an. Damals hatten sie sich in Augsburg einstimmig deutlich von völkischem Nationalismus abgegrenzt, auch mit Blick auf die AfD. Schon damals war der Hildesheimer Bischof maßgeblich an dieser Erklärung beteiligt. "Wir leben in einem Land, das christlich geprägt ist. Alle Menschen sind Kinder Gottes. Keine Differenzierung aufgrund von Geschlecht, Geburt, Herkunft oder Religion."
Wilmer rief die Menschen in Deutschland dazu auf, bei der AfD genau hinzuschauen. Sie dürften sich nicht von den "vordergründig attraktiv gemeinten Parolen" der Partei verführen lassen.
Warnung auch vor externen Gefahren
Doch die Gefahr für die Demokratie sieht Wilmer auch von außen, etwa durch die Trump-Regierung in Washington: "Zugleich ist die freiheitliche Demokratie akut gefährdet, wenn die USA eine angeblich eingeschränkte Meinungsfreiheit oder eine vermeintlich defekte Demokratie in der EU beklagen und mit politischen Kräften wie der AfD kooperieren."
Aus diesem Grund, aber auch wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine müsse Europa seinen Platz in der Welt behaupten. Die europäische Integration sei ein unverzichtbares Element des Weltfriedens, betonte der Bischofskonferenz-Vorsitzende.
Sein Wunsch: Diplomatie auch innerhalb der katholischen Kirche
Selbstbewusst, aber diplomatisch will Wilmer auch innerkirchlich vorgehen, wenn es darum geht, dass der Vatikan einem weiteren Reformschritt der deutschen Katholiken zustimmt.
In Deutschland jedenfalls bleiben die katholischen Bischöfe mehrheitlich auf Reformkurs. So sollen etwa künftig auch Frauen in Gottesdiensten predigen dürfen. Diese Forderung der Reformdebatte Synodaler Weg hat die Bischofskonferenz nun in eine Ordnung gegossen. Auch die wird Wilmer als neuer Vorsitzender mit in die Aktentasche packen, wenn er demnächst nach Rom reist, um Überzeugungsarbeit zu leisten.
Mit Informationen von KNA.
Im Video: Deutsche Bischofskonferenz - Warnung vor der AfD
Deutsche Bischofskonferenz - Warnung vor der AfD
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