Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Die Bischöfe wählten den 64-Jährigen am Dienstag in Würzburg auf ihrer Frühjahrs-Vollversammlung zum Nachfolger von Georg Bätzing. Der Limburger Bischof hatte im Januar erklärt, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren.
Wilmer steht seit 2018 an der Spitze des Bistums Hildesheim. Der Ordensmann aus dem Emsland gilt zwischen Konservativen und Reformern als Vermittler, der auf Beteiligung und Dialog setzt. Das wurde bereits bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Wahl deutlich.
Wer ist Bischof Wilmer: Reformer oder Bewahrer? Was sind seine Zielsetzungen für das neue Amt? Und kann er der deutschen Kirche in Rom eine starke Stimme geben? Diese Fragen hat BR24 mit BR-Reporter Christian Wölfel und dem Theologie-Professor Thomas Schüller besprochen. Das Video finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Wilmer ist Ordensmann
Mit 19 Jahren trat Wilmer in den Orden der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) ein. Er studierte Theologie und weitere Geisteswissenschaften in Freiburg, Paris und Rom. Der promovierte Theologe arbeitete zeitweise als Lehrer in der New Yorker Bronx, leitete später das ordenseigene Gymnasium in Handrup im Emsland und wurde 2007 Provinzial der deutschen Ordensprovinz. 2015 wechselte er nach Rom, wo er als Generaloberer die weltweite Leitung des Ordens übernahm und enge Kontakte in den Vatikan knüpfte.
Deutsche Bischofskonferenz gilt als gespalten
Erwartet wird vom neuen Vorsitzenden, dass er die Spaltung der Bischofskonferenz beim Umgang mit dem deutschen Reformprojekt Synodaler Weg überwindet und auch Differenzen mit dem Vatikan beilegt.
Vier konservative Bischöfe in Deutschland hatten sich aus dem Reformprojekt zurückgezogen, in dem es etwa um innerkirchliche Gewaltenteilung, eine neue Sexualmoral und um Weiheämter für Frauen geht. In der Kirchenleitung in Rom gab es ebenfalls starke Bedenken - auch gegen die geplante Einrichtung eines synodalen Gremiums von Bischöfen und Laien auf Bundesebene. Die Satzung dieser Synodalkonferenz soll bei der aktuellen Frühjahrsvollversammlung in Würzburg abgesegnet werden.
Evangelische Kirche gratuliert Wilmer
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, hat dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer zur Wahl zum neuen Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz gratuliert. Sie wünsche ihm für die verantwortungsvolle Aufgabe viel Kraft und Gottes Segen, erklärte Fehrs am Dienstag in Hannover.
Sie habe Wilmer als einen aufgeschlossenen und weltgewandten Gesprächspartner kennengelernt, der Strukturreformen mit geistlicher Erneuerung verbinden wolle, so die Hamburger Bischöfin. Das lasse sie mit großer Zuversicht auf die künftige Zusammenarbeit zwischen evangelischer und katholischer Kirche blicken.
Mit Informationen von KNA
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