Acht Stunden war die Brennerautobahn gesperrt. Nun ist die Strecke wieder freigegeben. "Alle Spuren sind wieder offen", sagte ein Sprecher des Autobahnbetreibers Asfinag am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur.
Protestkundgebung "überwältigend und fulminant"
Die Protestkundgebung gegen die Belastung der Anwohner durch den massiven Verkehr hatte der Bürgermeister des Ortes Gries, Karl Mühlsteiger, als Privatperson angemeldet. Die Brenner-Autobahn war am Samstag um 09.00 Uhr für den Lkw-Verkehr und um 11.00 Uhr auch für alle übrigen Fahrzeuge gesperrt worden. Die Sperrung galt bis 19.00 Uhr. Am Mittag zogen Demonstrierende zu der Autobahn. Auf ihren Transparenten standen Slogans wie "Schluss mit dem Transit-Kollaps – Güter auf die Schiene".
Mühlsteiger zog ein positives Fazit der Protestkundgebung. "Es war überwältigend und es war fulminant", sagte der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner der Nachrichtenagentur AFP. Er sprach von knapp 5.000 Demonstrierenden. Die Feuerwehr hatte die Zahl der Teilnehmer nach Angaben der Nachrichtenagentur APA zuvor mit 4.500 angegeben.
Der Protest sei ein "sehr, sehr deutliches Zeichen an die hohe Politik", sagte Mühlsteiger. Die könne das Problem nun "nicht mehr kleinreden beziehungsweise ignorieren". Mühlsteiger hatte zuvor gesagt, das massive Verkehrsaufkommen auf der Brenner-Autobahn sei "für die Bevölkerung nicht mehr schaffbar, nicht mehr aushaltbar".
Befürchtetes Verkehrschaos ausgeblieben
Die Brenner-Route ist die wichtigste Straßenverbindung über die Alpen. Seit Jahren rollt immer mehr Verkehr über die Brennerroute durch Österreich. Die Zahl der Lkw hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt.
Behörden und Verkehrsclubs hatten wegen der Sperre und wegen der Pfingstferien in Deutschland ein Verkehrschaos befürchtet. Staus in Tirol und auf alternativen Strecken blieben aber vorerst aus. Dass es zu keinem absoluten Verkehrschaos kam, liegt aus Sicht des ADAC an den frühzeitigen Warnungen. Dadurch sei alles "sehr glimpflich und fast harmonisch abgelaufen", so Bernd Emmerich, Sprecher für Verkehr beim ADAC Südbayern. "An dieser Stelle muss man auch den vielen eigentlichen Reisenden danken, die ihre Pläne kurzfristig umgeschmissen haben oder vorziehen konnten oder geändert haben, wie auch immer, und zu dem Erfolg eigentlich beigetragen haben, dass das Chaos heute ausgeblieben ist."
Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärte ebenfalls, es sei zu "keinen nennenswerten Verkehrsstörungen" gekommen. Demnach waren "nur ausgesprochen wenige Verkehrsteilnehmer in der Region unterwegs". Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West teilte mit, auch in seinem Zuständigkeitsbereich sei es zu "keinem erhöhten Verkehrsaufkommen" gekommen.
Besonders Sonntag wird mit starkem Verkehr gerechnet
Der österreichische Autofahrerclub ÖAMTC rechnet jedoch damit, dass Reisende ihre aufgeschobenen Fahrten ab Samstagabend antreten. Besonders am Sonntag wird mit Staus und langen Fahrzeiten auf dem Weg von und nach Italien gerechnet. Denn auch die Luegbrücke auf der Brennerroute ist nur einspurig befahrbar.
Im Video: Brenner-Autobahn stundenlang gesperrt
Brenner-Autobahn stundenlang gesperrt
BR24 hat die Brenner-Sperre im Ticker verfolgt. Hier die Geschehnisse im Rückblick: Brenner-Ticker: Tausende Teilnehmer bei Demo - Route wieder frei
Im Video: So verlief die Brennerautobahn-Sperrung
So verlief die Brennerautobahn-Sperrung
Mit Informationen von dpa und AFP
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