Ursula von der Leyen und Anthony Albanese unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung (24.03.2026).
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Ursula von der Leyen und Anthony Albanese unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung (24.03.2026).
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EU-Handelsabkommen mit Australien: Exportgewinne und Rohstoffe

EU-Handelsabkommen mit Australien: Exportgewinne und Rohstoffe

Das Handelsabkommen zwischen der EU und Australien ist unterzeichnet: Vorgesehen ist, dass mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenausfuhren nach Australien wegfallen. Zudem wollen die EU und Australien in der Verteidigung enger zusammenarbeiten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die EU und Australien geeinigt: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese unterzeichneten am Dienstag in Canberra ein Handelsabkommen, mit dem sich die EU den Zugang zu wichtigen Rohstoffen sichern will. Die beiden Politiker vereinbarten zudem eine Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Brüssel und Canberra im Verteidigungssektor sowie bei kritischen Rohstoffen.

Das Handelsabkommen soll Zölle auf beiden Seiten abschaffen und den Handel mit Dienstleistungen sowie gegenseitige Investitionen erleichtern. Die EU rechnet damit, dass ihre Exporte nach Australien innerhalb eines Jahrzehnts um ein Drittel wachsen werden. Vor allem die Milch- und die Autoindustrie erwarten ein kräftiges Wachstum von rund 50 Prozent. Australien erhofft sich eine Diversifizierung seiner Absatzmärkte für landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Von der Leyen: "Faires Abkommen"

Von der Leyen lobte nach der Unterzeichnung die Beziehung zwischen beiden Seiten. "Die EU und Australien mögen geografisch weit voneinander entfernt sein, aber in unserer Sicht auf die Welt könnten wir einander nicht näher sein", erklärte von der Leyen. "Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass Freundschaft und Zusammenarbeit in Zeiten der Turbulenzen am wichtigsten sind." In einer Rede vor dem australischen Parlament sagte von der Leyen, die Einigung sei "ein faires Abkommen, eines, das euren Unternehmen dient und eines, das unseren Unternehmen dient".

Albanese hob die Bedeutung des Abkommens für die australische Wirtschaft hervor. "Dies ist ein bedeutender Moment für unsere Nation, da wir ein Abkommen mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sichern", erklärte er.

Verstärkter Zugang der EU zu kritischen Rohstoffen

Die EU und Australien einigten sich zudem auf einen verstärkten Zugang der EU zu kritischen Rohstoffen in Australien. "Australien ist ein wichtiger Produzent von Rohstoffen, darunter Aluminium, Lithium und Mangan, die für die gesamte wirtschaftliche Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der EU von entscheidender Bedeutung sind", hieß es in einer Erklärung der EU-Kommission. Die Vereinbarung enthalte zudem spezielle Bestimmungen, die den Markt für Unternehmen in der EU berechenbarer und verlässlicher machen. Vor dem australischen Parlament sagte von der Leyen dazu: "Wir dürfen bei so wichtigen Rohstoffen nicht zu sehr von einem einzigen Lieferanten abhängig sein, und genau deshalb brauchen wir einander."

Engere Zusammenarbeit in der Verteidigung

Im Verteidigungssektor vereinbarten beide Seiten angesichts "zeitgenössischer Sicherheitsherausforderungen" eine engere Zusammenarbeit. Die EU und Australien würden gemeinsam daran arbeiten, "die Zusammenarbeit in den Bereichen maritime Sicherheit, Cyber-Sicherheit, Bekämpfung hybrider Bedrohungen sowie ausländischer Informationsmanipulation und -einmischung zu vertiefen", hieß es in einer Erklärung der EU-Kommission. Sie würden außerdem bei "neuen und disruptiven Technologien" zusammenarbeiten, einschließlich der Künstlichen Intelligenz.

Von der Leyen betont Wichtigkeit des Handels

Am Montag hatte die EU-Kommissionspräsidentin die Bedeutung des Handels mit Australien betont. Australien sei "der weltweit größte Lithiumlieferant und verfügt über Rohstoffe, die für die sauberen Technologien der Zukunft von entscheidender Bedeutung sind – von Elektroautos in Spanien bis hin zu Offshore-Windturbinen in der Ostsee", schrieb von der Leyen in einem Gastbeitrag in mehreren europäischen Zeitungen.

Die EU exportiert umgekehrt Maschinen, Chemikalien und Bauteile für den Verkehrssektor nach Australien. Die deutsche Maschinenbau- und Chemieindustrie gehört damit zu den Profiteuren des Abkommens.

Unabhängiger von China werden

Die EU will unabhängiger von China werden, das derzeit den Großteil der europäischen Rohstoffimporte liefert und zahlreiche Patente für die Verarbeitung hält. Ziel ist es laut von der Leyen, "sicherzustellen, dass kein Land den Zugang zu Energie, Halbleitern oder Seltenerdmineralen als Waffe nutzen kann, um unsere Wirtschaft als Geisel zu nehmen".

Der Handelsvertrag geht jetzt in die juristische Überprüfung, die in der Regel mehrere Monate dauert. In der EU muss er außerdem in alle 24 Amtssprachen übersetzt werden. Danach müssen das Europaparlament und das australische Parlament das Abkommen ratifizieren.

Mit Informationen von AFP

Im Video: Abkommen - EU-Handelsdeal mit Australien

Abkommen: EU-Handelsdeal mit Australien
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Abkommen: EU-Handelsdeal mit Australien

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