Der Flugverkehr über Italien ist am Freitag über mehrere Stunden durch Störungen im Datenübertragungsnetz der Flugsicherungsdienste eingeschränkt gewesen. Nach Angaben der Flugsicherung Enav in Rom war es in der Nacht auf Freitag zu Unregelmäßigkeiten im Netz gekommen. Betroffen waren auch Flüge zwischen Italien und Deutschland.
Technische Störung wohl kein Fremdverschulden
Ab 6.00 Uhr galten deshalb "Maßnahmen zur Verkehrsteuerung", wie es weiter hieß. Dadurch wurden im italienischen Luftraum weniger Flugzeuge abgefertigt als üblich. Ein Fremdverschulden wie einen Hackerangriff oder Sabotage schloss die Behörde zunächst aus. Nähere Angaben zu den Hintergründen machte sie nicht.
Der Geschäftsführer der Fluggesellschaft Aeroitalia, Gaetano Intrieri, machte eine veraltete Infrastruktur verantwortlich. "Ich bin der Meinung, dass über die Jahre keine ausreichenden Investitionen in Modernisierung der Infrastruktur und Technologien getätigt wurden", sagte er dem TV-Sender Skytg24. Die Flugsicherung verwies darauf, dass für Verwaltung und Wartung des Datennetzes der italienische Mobilfunkkonzern Tim zuständig sei.
Zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen
Die Einschränkungen betrafen sowohl Flüge mit Start oder Landung in Italien als auch Maschinen, die den italienischen Luftraum überqueren. Nach Angaben des Luftfahrtanalyse-Unternehmens Cirium wurden bis zum Vormittag 192 Flüge gestrichen. Zudem seien nur rund 31 Prozent der Flüge von italienischen Flughäfen pünktlich gestartet.
An den wichtigen Drehkreuzen Mailand-Malpensa und Rom-Fiumicino seien es mit 25 und 28 Prozent sogar noch weniger gewesen. Die Betreiber der Flughäfen in Rom und Mailand warnten die Passagiere vor möglichen Verspätungen und Ausfällen und rieten ihnen, sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen.
Entspannung der Lage ab dem Nachmittag
Am Nachmittag hieß es dann, dass sich der Flugverkehr wieder normalisiert habe. Mit der Umstellung auf ein zweites Satellitennetz habe man die Kapazität erhöhen können, erklärte Enav. Inzwischen habe man wieder die volle Leistungsfähigkeit erreicht.
Der Flughafenbetreiber in Mailand wies darauf hin, dass ein 24-stündiger Streik des Kabinenpersonals der Billigfluglinie EasyJet zu weiteren Beeinträchtigungen im Reiseverkehr führen könnte.
Enav betreut rund zwei Millionen Flüge jährlich
Die nationale Flugsicherungsbehörde überwacht, kontrolliert und sichert den Flugbetrieb im italienischen Luftraum, zu dem große Flughäfen wie Rom und Mailand gehören. Jährlich wickelt sie rund zwei Millionen Flüge ab.
Mit Informationen von dpa und Reuters.
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