(Symbolbild) Ein Auto wird mit Super E5 aufgetankt.
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Die Bundesregierung hat den Tankrabatt beschlossen. Wie nachhaltig ist dieser, wenn der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi eskaliert?
Bildrechte: picture alliance / Marco Bader | Marco Bader
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Die Bundesregierung hat den Tankrabatt beschlossen. Wie nachhaltig ist dieser, wenn der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi eskaliert?

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Hält der Tankrabatt trotz der Krise in Saudi-Arabien?

Hält der Tankrabatt trotz der Krise in Saudi-Arabien?

Die Bundesregierung hat den Tankrabatt beschlossen. Aber wie nachhaltig ist die Maßnahme, wenn der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi eskaliert? London, Paris und Rom haben Militärhilfe für Riad angekündigt.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Für Pendler, die mit Verbrennern fahren, ist der Weg zur Arbeit teuer geworden. Super E10 liegt am Freitagvormittag in München bei mindestens 2,15 Euro. Diesel kostet im Schnitt 20 Cent mehr. Der am Freitag von Bundestag und Bundesrat durch eine Mehrwertsteuersenkung beschlossene Tankrabatt soll die Kosten um knapp 17 Cent drücken.

Saudi-Arabien in der Zange

Doch ist das Risiko weiterer Rohöl- und Benzinpreissprünge nachhaltig gebannt? Die hohen Kosten für Treibstoff haben viele Gründe. Ein wesentlicher ist die geostrategische Lage des einst weltweit größten Öl-Exporteurs Saudi-Arabien. Für die Preise an Tankstellen ist entscheidend, wie viel saudisches Öl noch zuverlässig auf den Weltmarkt gelangt. Exportprobleme machen Ölhändler nervös. Daher der Kostenanstieg.

Iran und die jemenitische Terrormiliz Huthi haben das saudische Königshaus in die Zange genommen. Die Revolutionsgarde kontrolliert die Meerenge von Hormus, so dass Saudi-Arabien nur eingeschränkt auf diesem Weg Öl liefern kann.

Erdölexporte reduziert

Der britische Think Tank Chatham House, eines der einflussreichen sicherheitspolitischen Forschungsinstitute weltweit, beschäftigt sich intensiv mit der Region. Neil Quilliam, Experte für Geo- und Energiepolitik, analysiert in einem Bericht für den Think Tank, Riad werde versuchen, mehr Öl über das Rote Meer zu exportieren. Dafür können die Saudis die "East-West-Pipeline" zwischen dem Persischen Golf und dem Roten Meer nutzen. Doch die volle Export-Kapazität sei auf diesem Weg nicht möglich, so Quilliam. Durch die Pipeline kann Riad nicht so viel Öl pumpen, wie es über das Meer verschiffen könnte.

Hinzu komme, dass Riads langjähriger Feind, die Huthi, an die Ostküste des Jemen vorgerückt sind und dort die für den Kaffeehandel historisch wichtige Hafenstadt Mokka eingenommen haben. So kontrollieren die Huthi die zwischen der Arabischen Halbinsel und Afrika gelegene Meerenge Bab al-Mandab, auf Deutsch "Tor der Tränen", und können dort saudische Öllieferungen nach Asien behindern. Folglich ist auch eine Ausweichroute in Gefahr.

Alternativrouten für Erdöl auch unter Druck

Zusätzliche Unsicherheiten bringen Drohnenangriffe auf die "East-West-Pipeline" durch irakische Milizen, die der iranischen Revolutionsgarde nahestehen. Stephan Roll, Nahost- und Afrika-Experte der in Berlin ansässigen Stiftung Wissenschaft und Politik, sieht insbesondere die Pumpstationen der Pipeline als Achillesferse. Werden diese schwer beschädigt, sind Reparaturen in der Regel wesentlich aufwendiger als ein lokal begrenzter Schaden an den Rohren.

Schafft es Riad, die Infrastruktur der "East-West-Pipeline" zu schützen, dann könne es auch Öl über den Suezkanal Richtung Mittelmeer exportieren, so Roll. Im Übrigen könne der derzeit hohe Ölpreis die Einnahmeverluste infolge der reduzierten Exportmengen mindestens teilweise kompensieren.

Militärische Offensive gegen Huthi?

Dennoch erwägt Riad, wie man die Huthi so unter Druck setzen kann, dass sie in Verhandlungen zu Zugeständnissen bereit sind. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu Angriffen der Huthi auf Saudi-Arabien. Das Königreich reagierte mit einzelnen Luftschlägen. Eine umfassende militärische Offensive inklusive Bodeneinsätze gegen die jemenitische Miliz, wie zwischen 2015 und 2022, dürfte Premierminister Mohammed bin Salman erwägen, doch allein traut er sich offenbar nicht in dieses Abenteuer.

Eine Anfrage an Präsident Trump, das Königreich militärisch zu unterstützen, wurde in Washington abgelehnt. Offensichtlich hat der US-Oberbefehlshaber genug Ärger mit seinem glücklosen Krieg gegen Iran.

London will Tankflugzeug schicken

Zumindest London will jetzt den Saudis unter die Arme greifen. Laut Medienberichten wurde in der Downing Street entschieden, eine Offensive der Saudis mit einem Betankungsflugzeug des Typs Voyager zu flankieren. Eine Intervention sei im Interesse Großbritanniens, da sie zur Entlastung bei stark gestiegenen Energiekosten führen soll, die die britische Wirtschaft unter Druck setzen würden, so Premier Andy Burnham.

Auch Paris und Rom erwägen Militärhilfe

In Berlin gibt es aktuell keine ähnlichen Pläne. Jedoch hat Frankreich angekündigt, Militär zum Schutz des saudischen Rotmeerhafens Yanbu zu entsenden. Und auch Italien erwägt derzeit eine stärkere Marinepräsenz im Roten Meer, um unter Umständen Handelsschiffe durch die Meerenge Bab al-Mandab zu eskortieren.

Die Maßnahmen könnten den Druck auf die Huthi vergrößern, mit Riad zu verhandeln, was den Ölpreis stabilisieren würde. Doch der Nahe Osten ist und bleibt ein Pulverfass. Eine weitere Eskalation ist jederzeit möglich und könnte den Tankrabatt der Bundesregierung in kürzester Zeit zunichte machen.

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