Man will ja nur schnell was nachsehen oder jemanden anrufen - und meint, die Straße nebenbei im Blick zu haben. Das tun etwa 2,7 Prozent aller Autofahrer und 1,4 Prozent der Radler und E-Scooter-Fahrer, wie eine Untersuchung des ADAC in fünf Großstädten herausgefunden hat [externer Inhalt, möglicherweise Bezahlinhalt]. Dabei haben die ADAC-Beobachter nicht mitgezählt, wenn Verkehrsteilnehmer an der Ampel aufs Handy sahen.
ADAC: Eine Milliarde Handyverstöße im Jahr
Dieses Verhalten birgt eine tödliche Gefahr, sagt der ADAC. Man riskiert nich tnur empfindliche Bußgelder und Punkte in Flensburg, sondern gefährdet sowohl sich wie auch andere Verkehrsteilnehmer. Während 50 Stunden hat der ADAC 9.573 Fahrzeuge beobachtet und 387 Verstöße registriert. Wenn man das auf ganz Deutschland hochrechnet, seien das eine Milliarde Handyverstöße pro Jahr, so der ADAC.
Parallel dazu hat der ADAC Autofahrerinnen und -fahrer nach ihrem Verhalten befragt. Dabei kam heraus, dass mehr als die Hälfte der Befragten das Handy schon einmal während der Fahrt benutzt hat - bei den Radlern waren es 37 Prozent, bei E-Scooter-Fahrern 29 Prozent und bei motorisierten Zweirädern 14 Prozent. Den meisten Verkehrsteilnehmenden ist dabei nicht bewusst, dass ein Auto bei Tempo 50 in nur einer unaufmerksamen Sekunde 14 Meter fährt, so der ADAC.
Männer nutzen Handys am Steuer mehr als Frauen
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (Bast): Laut ihrer jüngsten Handy-Verkehrsbeobachtungsstudie ist die Ablenkung durch Smartphones am Steuer weiterhin weit verbreitet. Die Studie hat alle Straßenarten untersucht - auch Autobahnen. Nach ihren im Jahr 2024 erhobenen Beobachtungsdaten waren 4,5 Prozent der Pkw-Fahrer (2022: 4,9 Prozent) aktiv mit ihrem Smartphone oder technischen Gerät beschäftigt.
Am häufigsten wird das Handy laut Bast-Studie auf Autobahnen genutzt, gefolgt von Landstraßen. Im Detail ließ sich den Angaben der Bast zufolge am häufigsten beobachten, dass Pkw-Fahrer ihr Smartphone während der Fahrt in der Hand hielten, ohne dabei zu sprechen, oder dass eine manuelle Bedienung im Bereich der Mittelkonsole erfolgte. Männer nutzten ihr Smartphone häufiger als Frauen, erklärte die Bundesanstalt. Die Bast beobachtete 80.000 Pkw-Fahrer, 47.000 Radfahrende (innerorts) sowie 50.000 Fußgänger (innerorts) in 14 Erhebungsregionen.
ADAC: Mehrheit der Deutschen für Handyblitzer
Der ADAC zählt die Ablenkung zu den größten Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr: "Wer während der Fahrt Nachrichten liest oder tippt, reagiert gar nicht oder zu spät auf Gefahrensituationen", sagt TRoman Suthold vom ADAC. "Deshalb haben Unfälle, die auf Ablenkung zurückzuführen sind, häufig so verheerende Folgen." Das gelte nicht nur für Autofahrer, sondern ebenso für Radfahrer. Auch auf dem Fahrrad könne ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit zu schweren Unfällen führen.
Laut ADAC sind 69 Prozent der Deutschen dafür, Verkehrsteilnehmer mit Handy-Blitzern zu kontrollieren und dann zur Kasse zu bitten. Die speziellen Kameras erkennen mithilfe von KI eine verbotene Handynutzung und machen ein Foto. In Deutschland sind solche Systeme bislang nur in Rheinland-Pfalz im Einsatz, während sie in den Niederlanden bereits regulär genutzt werden. Ziel ist eine deutlich höhere Verkehrssicherheit durch mehr Kontrolle.
Mit Informationen von dpa
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