Die Lufthansa-Tochter Eurowings prüft Kurzarbeit im Winter und reduziert ihr Flugangebot, um die Belastung durch hohe Kerosinkosten abzufedern. "Wir prüfen aktuell, ob die Voraussetzungen für temporäre Kurzarbeit im deutschen Flugbetrieb im Winter gegeben sind", teilte die Fluggesellschaft am Freitag mit.
Zunächst hatte der "Spiegel" berichtet (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt). Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit laufen bereits, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ein Schreiben an die Beschäftigten berichtet. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein könnten, blieb offen.
Winterangebot um fünf Prozent reduziert
Die infolge des Iran-Kriegs hohen Kerosinpreise belasten Fluggesellschaften weltweit. Auch die Lufthansa-Gruppe rechnet deshalb in diesem Jahr mit höheren Belastungen als bislang erwartet, wie Konzernchef Carsten Spohr kürzlich erklärte.
"Allein für Eurowings bedeutet das im laufenden Jahr fast 250 Millionen Euro mehr Kerosinkosten als geplant – eine gewaltige Summe", steht in dem Schreiben. Eurowings reduziere daher das Winterangebot zunächst um rund fünf Prozent. Die Strecken von Köln/Bonn und Stuttgart nach Dubai werden gestrichen. Außerdem sei die interne Weihnachtsfeier abgesagt worden. Bis Ende 2028 solle die Airline zudem etwa in der Verwaltung mit rund 100 Stellen weniger auskommen.
Geschäftsführung erwartet größere Lücke
Nach Einschätzung der Geschäftsführung ist Eurowings zwar besser aufgestellt als andere Wettbewerber, bleibt aber anfällig für Krisen. "Trotz weiterhin gut gebuchter Flüge gilt es, eine Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben zu schließen, die in den jetzt bevorstehenden, traditionell schwierigen Wintermonaten absehbar größer wird", schreibt das Management. "Erschwerend kommt hinzu, dass sich bei den rekordhohen Kerosinpreisen auch für 2027 keine Entlastung abzeichnet."
Auch andernorts in der Luftfahrtbranche werden Gegenmaßnahmen ergriffen. So hat der Berliner Hauptstadtflughafen BER kürzlich ein Sparprogramm angekündigt. Der Flughafen will seine Kosten reduzieren und bestimmte Investitionen aufschieben.
Mit Informationen von dpa.
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