Symbolbild Erkältung: Eine Frau liegt mit einer Wolldecke auf der Couch, im Vordergrund Medikamente auf einem Tisch
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Bildrechte: picture alliance / Westend61|Inga Erhan
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Bayern hustet und schnieft – welche Viren gerade grassieren

Bayern hustet und schnieft – welche Viren gerade grassieren

In Bayern läuft die erste Erkältungswelle. Der Verlauf scheint aber nicht besonders schwer zu sein. Das Immunsystem der meisten Menschen ist wieder fitter, da es besser trainiert ist als zur Pandemie-Zeit. Corona spielt aktuell keine große Rolle.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Das Wartezimmer von Dr. Oliver Abbushi ist voll. In seiner Hausarztpraxis in Deisenhofen im Münchner Süden läuft er zwischen den Behandlungsräumen hin und her. "So 30, 35 Patienten hatten wir jetzt, die keinen Termin hatten", erzählt er im Vorbeieilen. Die meisten leiden unter Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen.

Die meisten sind drei, vier Tage krank

Trotz der vielen Patienten seien die Krankheitsverläufe meist nicht schlimm, so der Hausarzt. Grippeviren und Coronaviren seien noch kaum dabei, eher harmlose Erkältungsviren. Weil Abbushi auch der Münchner Bezirksvorsitzende des Bayerischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands ist, steht er regelmäßig im Austausch mit seinen Kolleginnen und Kollegen. "In den allermeisten Fällen ist der Verlauf eigentlich sehr gut, die Leute sind drei, vier Tage krank und dann geht es wieder in die Arbeit."

RKI: Krankenhausbehandlungen auf relativ niedrigem Niveau

Das belegen auch die Zahlen des Robert Koch-Instituts. Zwar sind deutschlandweit in den vergangenen Tagen die Arztbesuche angestiegen, die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Atemwegserkrankungen ist aber auf einem relativ niedrigen Niveau. Corona spielt in den Krankenhäusern momentan keine große Rolle. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden in der Kalenderwoche 40 (28.9. – 4.10.2026) 139 Covid-19- und 141 Influenza-Fälle gemeldet. In Bayern seien derzeit drei Intensivbetten mit Corona-Kranken belegt, heißt es auf der Website des Landesamts.

Nachwirkungen der Wiesn in Oberbayern?

Nicht nur das kühlere Wetter verursacht nach dem Sommer die erste Erkältungswelle. In München und Umgebung spiele auch das Oktoberfest eine wichtige Rolle – das man übrigens nicht mal selber besucht haben müsse, so Abbushi. "Die Wiesn ist ein Beschleuniger, das muss man ganz klar sagen. Wir merken das auch hier am Praxispersonal: Jedes Jahr kommen hier viele krank zurück und es dauert immer ein bisschen, bis die Leute sich alle anstecken."

Eine wissenschaftliche Datenauswertung zur Wiesn-Grippe läuft gerade an der LMU München. Nürnberg wurde von den Wissenschaftlern als Vergleichsstadt ausgewählt. Die Ergebnisse gibt es allerdings erst in einem Jahr. Tatsächlich zeigen aber die Daten des LGL, dass der Regierungsbezirk Oberbayern bei den meldepflichtigen Covid-19- und Influenza-Fällen überproportional vertreten ist.

Besseres Immunsystem als kurz nach Corona-Epidemie

Dass die erste Erkältungswelle derzeit mild verläuft, zeigt sich auch in den Apotheken. Laut Hermann Vogel von der Münchner Winthir-Apotheke würden Antibiotika derzeit kaum verschrieben. Außerdem sei das Immunsystem nach dem Ende der Corona-Epidemie wieder robuster, weil sich die Menschen wieder regelmäßig Viren aussetzten und kaum Masken trügen: "2023 waren die grippalen Infekte viel stärker, weil das Immunsystem nicht trainiert war."

Wer jetzt erkältet sei und die Krankheit gut auskuriere, der sei für den Rest des Winters meistens sehr gut gerüstet, meint der Apotheker. Doch vor allem ältere Menschen sollten sich trotzdem gut schützen. Für eine Grippe-Impfung sei es auch noch nicht zu spät, so der Mediziner Abbushi. Denn die starke Erkältungswelle erwarten die Experten erst für Februar oder März.

Was tun, wenn man sich schon angeschlagen fühlt?

Wenn man schon leichte Erkältungssymptome spürt, kann das Ruder teils noch herumgerissen werden. Jörg Schelling, Honorarprofessor für Allgemeinmedizin an der LMU München, rät bei BR24 "Thema des Tages" zu viel Schlaf und Trinken. Außerdem sollte man es mit körperlichen Höchstleistungen, zum Beispiel beim Sport, nicht übertreiben, "wenn man kurz vor einem Infekt steht". Auch Hausmittel wie Tee oder heiße Milch mit Honig seien empfehlenswert. Nahrungsergänzungsmittel hält der Mediziner nicht für nötig. Zink-Tabletten könnten einen beginnenden Infekt aber abmildern.

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