Die Bundeswehr kann die ersten Bestellungen für sogenannte Kamikazedrohnen bei zwei Rüstungs-Startups aufgeben: für 270 Millionen Euro bei Stark Defence in Berlin und für weitere 270 Millionen bei Helsing in München.
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Strenge Grenzen beim Drohnenkauf
Für weitere Käufe über diese Summen hinaus muss der Haushaltsausschuss noch mal befragt werden. So steht es in einem Beschluss, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Die Haushalts-Fachpolitiker haben dem Verteidigungsministerium außerdem strengere Grenzen für die möglichen Gesamtausgaben gesetzt: Es darf höchstens zwei Milliarden Euro für Kamikazedrohnen nach den ausgehandelten Konditionen ausgeben – jeweils zu gleichen Teilen bei den zwei Rüstungsfirmen.
Das Verteidigungsministerium hatte ursprünglich eine mehr als doppelt so hohen Summe eingeplant. Dafür müssten dann neue Verträge mit den Unternehmen ausgehandelt werden.
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Zweifel an Stark Defence wegen Peter Thiel
Grüne und Linke äußerten Kritik an dem Drohnengeschäft. Konkret geht es ihnen darum, dass der umstrittene US-Investor Peter Thiel am Unternehmen Stark Defence beteiligt ist. Der Milliardär steht rechtspopulistischen Politikern nahe.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht keine Probleme: Nach seinen Worten hält Thiel weniger als zehn Prozent der Anteile und kann sich damit nicht ins operative Geschäft der Firma einmischen.
Kamikazedrohnen für Bundeswehr-Brigade in Litauen
Die Drohnen sollen der Bundeswehr-Brigade in Litauen bei der Abschreckung gegen Russland helfen. Es handelt sich um so genannte Loitering Munition. Das sind unbemannte Flugkörper, die über ihrem Ziel "lauern", bis sie von einem Operateur den Befehl zum Angriff bekommen. Dann werfen sie entweder eine Sprengladung ab oder stürzen sich selbst auf ihr Zielobjekt. Im Militärjargon werden sie daher auch als Kamikazedrohnen bezeichnet.
Treffsicherheit angeblich verbessert
Helsing soll die zwölf Kilogramm schwere, Propeller-angetriebene Kampfdrohne "HX-2" liefern. Sie startet von einem Katapult und soll nach Unternehmensangaben in der Lage sein, "Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge und andere militärische Ziele auf bis zu 100 km Reichweite zu bekämpfen". Die "Virtus"-Drohne von Stark Defence ist etwas größer, wird ebenfalls mit Propellern angetrieben und soll selbstständig ohne Startrampe abheben können.
Nach Medienberichten über eine geringe Treffsicherheit bei Tests mit früheren Varianten sollen die Drohnen inzwischen bei der Zielgenauigkeit überzeugend sein. Die Hersteller hätten "die erforderliche Reife bzw. Qualität nachweisen können", erklärte das Verteidigungsministerium.
Mit Informationen von AFP
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