13.07.2026, USA, Washington: US-Präsident Donald Trump in Washington im Oval Office des Weißen Hauses.
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Kommt jetzt die Hormus-Maut? Das hat Trump vor

Kommt jetzt die Hormus-Maut? Das hat Trump vor

Nach erneuten gegenseitigen Angriffen kündigt US-Präsident Trump eine neue Seeblockade gegen den Iran an. Zudem wollen die USA in der Straße von Hormus offenbar selbst mitverdienen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

US-Präsident Donald Trump will für eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus Geld verlangen. Trump hatte zuvor die US-Seeblockade gegen den Iran wieder eingeführt und erklärt, eine Gebühr in Höhe von 20 Prozent des Frachtwerts von allen Schiffen zu verlangen, die die strategisch wichtige Meerenge passieren. Das solle die Kosten der USA für den Schutz der Straße von Hormus decken, schrieb der US-Präsident.

Was hat Trump vor? Und wie ist die aktuelle Lage im Iran? Darüber hat BR24 mit Geopolitik-Experte Klemens Fischer (externer Link) von der Universität zu Köln sowie mit ARD-Korrespondent Bernhard Niebrügge im Studio Istanbul und ARD-Korrespondent Carsten Kühntopp aus dem Studio Washington gesprochen. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.

Die USA hatten zuletzt ihre Angriffe auf den Iran wieder verschärft. Im Gegenzug feuerte der Iran auf US-Einrichtungen in den Golfstaaten. Die Straße von Hormus, eine wichtige Schifffahrtsroute für den weltweiten Handel mit Öl und Flüssigerdgas, ist seit Beginn des Krieges kaum passierbar.

Derzeit sind nach Angaben des Verbands Deutscher Reeder (VDR) etwa 20 Schiffe in deutschem Eigentum oder unter deutschem Management in der Region unterwegs. Ursprünglich saßen nach Angaben des VDR rund 50 Schiffe mit deutschem Bezug im Persischen Golf fest – drei dieser Schiffe seien seither angegriffen worden.

Kritik vom Verband Deutscher Reeder

Die deutschen Reeder kritisieren die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump scharf, künftig eine Art Schutzgebühr für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben. "Kein einzelner Staat sollte den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstraße einseitig von Gebühren abhängig machen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Martin Kröger, der "Wirtschaftswoche" (externer Link). "Das wäre rechtlich auch nicht zulässig."

Kröger warnt vor höheren Kosten

Kröger sagte, mit seinem Vorstoß stelle Trump das System der freien Schifffahrt infrage. "Heute geht es um die Straße von Hormus, morgen um die Straße von Malakka, übermorgen um die nächste internationale Meerenge. Wo soll das enden?" Zugleich warnte er vor hohen Kosten für Verbraucher und die Weltwirtschaft.

"Die Folgen wären höhere Transportkosten, steigende Verbraucherpreise und ein weiterer Verlust an Verlässlichkeit für den Welthandel", so Kröger. Das könne nicht im Interesse der internationalen Staatengemeinschaft sein. "Die zivile Handelsschifffahrt darf nicht zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden."

Einzelne Durchfahrten wohl möglich

Vollständig militärisch abgeriegelt sei die Wasserstraße aber nicht. "Unter hohem Sicherheitsaufwand und in enger Abstimmung mit den Marinen vor Ort finden weiterhin einzelne Passagen statt – allerdings auf deutlich reduziertem Niveau und unter erheblich erhöhtem Risiko", sagte Kröger. Allerdings warteten viele Reedereien die weitere Entwicklung ab.

Mit Informationen von dpa

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