ARCHIV - 19.11.2025, Frankreich, Paris: Laurence des Cars, Direktorin des Louvre-Museums, aufgenommen vor einer Anhörung im Kulturausschuss der Nationalversammlung.
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Louvre: Direktorin tritt wegen "Jahrhundertraub" zurück
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Louvre: Direktorin tritt wegen "Jahrhundertraub" zurück

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Louvre-Direktorin tritt wegen "Jahrhundertraub" zurück

Louvre-Direktorin tritt wegen "Jahrhundertraub" zurück

Rund vier Monate nach dem Einbruch im Louvre und einer Reihe weiterer Missstände hat die Direktorin des Museums ihren Rücktritt eingereicht. Nachdem die Missstände im berühmten Museum anhalten, gibt es nun eine neue Entscheidung.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Der "Jahrhundertraub" im Louvre in Paris im letzten Herbst hat jetzt auch personelle Konsequenzen. Die Direktorin des weltberühmten Museums, Laurence des Cars, ist im Einvernehmen mit Präsident Emmanuel Macron zurückgetreten. Vor einer knappen Woche war der Bericht einer parlamentarischen Untersuchungskommission zu dem spektakulären Raum vom 19. Oktober vorgelegt worden. Er machte die Museumsleitung mitverantwortlich für den Kronjuwelen-Diebstahl. "Es gibt eine Liste von Versäumnissen, die in anderen Ländern und Einrichtungen längst zu Rücktritten geführt hätten", erklärte Kommissionschef Alexandre Portier offenbar mit Blick auf Cars. 

Der Élysée schrieb in einer Mitteilung von einem "Akt der Verantwortung". Dieser erfolge in einem Moment, in dem das meistbesuchte Museum der Welt zur Ruhe kommen müsse und neue Impulse brauche, um die großen Herausforderungen mit Blick auf Sicherheit und Modernisierung anzugehen. Macron danke des Cars für ihr Engagement der vergangenen Jahre.

Krisen im Louvre rissen nicht ab

Seit Monaten reiht sich eine Negativschlagzeile zu Vorgängen in dem prestigeträchtigen Museum an die nächste. Zuletzt sorgte der Louvre mit dem Verdacht auf einen großangelegten, zehn Jahre andauernden Ticketbetrug für Aufsehen. Fahnder nahmen neun Menschen fest und beschlagnahmten mehr als 1,4 Millionen Euro. Nicht nur das Sicherheitskonzept zeigt Lücken, auch gab es mehrfach Überschwemmungen im Museum, bei denen auch eine Deckenmalerei und Bücher beschädigt worden sein sollen.

Auch sind die Beschäftigten des Louvre unzufrieden: Im Dezember kam es zu Teilarbeitsniederlegungen und einer vier Tage andauernden vollständigen Schließung. Die Angestellten fordern mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen, ein Ende prekärer Vertragsarbeit und des Outsourcings - und nicht zuletzt Investitionen in die Gebäude und technische Ausstattung.

Gestohlene Juwelen bisher nicht aufgetaucht

Der schwerste Schlag aber war der Einbruch im Oktober, bei dem Juwelen im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen worden waren. Die Tat mehrerer Krimineller hatte international Schlagzeilen gemacht und eine Debatte über die Sicherheit des Museums ausgelöst. Die Maskierten hatten einen mit einer Hebebühne ausgestatteten Lkw neben dem Museum in der französischen Hauptstadt geparkt. Während zwei der Täter auf Motorrollern an der Straße warteten, gelangten die anderen beiden mit der Hebebühne auf einen Balkon im ersten Stock und von dort durch ein Fenster in das Museum, wo sie auch Personal bedrohten. Bisher wurde die Beute nicht gefunden.

Cars bot Rücktritt schon früher an

Direktorin des Cars hatte danach bereits ihren Rücktritt angeboten, was die französische Kulturministerin Rachida Dati jedoch abgelehnt hatte. Nach den weiteren Krisen kündigte sie jedoch an, Organisation und Governance des Louvre erneut zu prüfen. Des Cars hatte 2021 den Posten der Louvre-Direktorin übernommen. Macron schlug nun vor, ihr im Rahmen der laufenden französischen G7-Präsidentschaft eine Mission zur Zusammenarbeit großer Museen anzuvertrauen.

Mit Informationen von AFP, dpa und AP

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