Ein Stellplatz direkt am Meer, eine Pizzeria und ein kleiner Supermarkt – für Diana ist das alles, was sie für einen gelungenen Urlaub braucht. Seit Jahren verbringt sie ihre Ferien auf dem einzigen kommunalen Campingplatz in Caorle an der italienischen Adria.
Vor ihrem Wohnwagen hat sie einen kleinen Bereich mit Plane ausgelegt und einen niedrigen Gartenzaun aufgebaut, damit ihre drei Hunde nicht weglaufen. "Camping bedeutet für mich Freiheit. Das muss gar nicht so piekfein sein. Hier ist alles sauber und ordentlich – mehr brauche ich nicht", sagt Diana. Doch genau diese Einfachheit wird an der oberen Adria zunehmend zur Ausnahme.
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Camping wird zum Komforturlaub
Seit Jahrzehnten fahren Millionen Deutsche im Sommer über den Brenner an die obere Adria. Die Küste zwischen Jesolo, Bibione und Caorle verspricht Sonne, Strand und ein bisschen Dolce Vita. Lange stand der "Teutonengrill" für erschwinglichen Campingurlaub – oft über Generationen hinweg.
Doch Stellplatz und Strand allein reichen vielen Urlaubern schon lange nicht mehr, weiß auch Alberto Granzotto: "In den vergangenen Jahren ging die Entwicklung vor allem in eine Richtung: unseren Gästen in jeder Phase ihres Urlaubs immer mehr Service zu bieten", so Granzotto. Er ist Präsident des italienischen Campingplatzverbands und betreibt in dritter Generation einen Campingplatz in Bibione.
Immer häufiger kämen Gäste, die früher gar nicht auf einen Campingplatz gefahren wären. Entsprechend habe sich das Angebot verändert: Neben klassischen Stellplätzen gibt es heute Mobilheime, Design-Lodges und kleine Villen. Hinzu kommen Restaurants, Wellnessbereiche sowie umfangreiche Sport- und Animationsprogramme.
Eine Woche Urlaub auf einem solchen Fünf-Sterne-Campingplatz kostet eine vierköpfige Familie in der Hauptsaison schnell rund 2.000 Euro.
Vom Glamping zum Luxushotel
Doch selbst Luxus-Camping – häufig unter dem Namen "Glamping" beworben – ist an der oberen Adria längst nicht das Ende der Entwicklung. Erst vor wenigen Monaten eröffnete bei Caorle das Familienluxushotel "Cavallino Bianco". Zu den ersten Sommergästen gehört Familie Stockerl aus dem Berchtesgadener Land.
Besonders schätzt Alexandra Stockerl den privaten Strand und das Rundum-Angebot für Familien. "Hier können die Kinder einfach laufen, ohne dass man ständig aufpassen muss. Und die Rundumbetreuung ist einfach fantastisch", sagt sie.
Der Preis bewegt sich allerdings in einer anderen Kategorie: Rund 10.000 Euro kostet eine Woche für eine vierköpfige Familie in der Hauptsaison.
Hotelinhaber Ralf Riffeser beschreibt das Konzept so: "Wir wollten ein Hotel schaffen, in dem Mama und Papa Urlaub auf höchstem Niveau machen können – und die Kinder einfach mitbringen."
Die Region setzt auf unterschiedliche Zielgruppen
Für Caorle ist das Luxushotel Teil einer Entwicklung, die die gesamte Region verändert. Trotzdem soll der klassische Campingurlaub erhalten bleiben.
"Wir bieten ein vielfältiges Angebot, das unseren Gästen je nach Budget die Möglichkeit gibt, in Caorle zu übernachten – natürlich mit unterschiedlichen Leistungen, je nach Unterkunft", sagt Mattia Munerotto, Tourismusstadtrat der Stadt.
Die Strategie dahinter: mehr Komfort, mehr Service und gleichzeitig ein breites Angebot für unterschiedliche Urlauber. Der klassische Campingplatz gehört weiterhin zur oberen Adria – er ist heute jedoch nur noch eine von vielen Möglichkeiten, dort Urlaub zu machen.
Zum Video: Wie sich Urlaub an der oberen Adria verändert hat
Für Generationen deutscher Urlauber bedeutete die obere Adria vor allem: Camping, Strand, Pizza - möglichst günstig direkt am Meer.
Dieser Artikel ist erstmals am 29.7.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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