Im Nahen Osten herrscht Krieg – die USA und Israel bombardieren seit Samstag den Iran. Das angegriffene Land wiederum schießt Raketen auf verschiedene Ziele und Länder in der Region. Im neuen ARD-DeutschlandTrend ist das Stimmungsbild zu der militärischen Eskalation klar: 58 Prozent der Befragten halten den Angriff der USA und Israels für nicht gerechtfertigt. 25 Prozent bezeichnen die Angriffe als gerechtfertigt.
Ein genauerer Blick auf die verschiedenen Parteianhänger zeigt: Am deutlichsten ist die Ablehnung bei Unterstützern von Linken, SPD und Grünen. Aber auch in den Lagern von Union und AfD hält eine Mehrheit die Angriffe für ungerechtfertigt – bei den Unterstützern von CDU/CSU beispielsweise sind es 48 Prozent, während 37 Prozent die Angriffe gerechtfertigt finden.
Grafik: Angriff auf Iran durch USA und Israel
ARD-DeutschlandTrend im März 2026: Angriff auf Iran durch USA und Israel
Große Sorgen vor Ausweitung des Iran-Kriegs
Der ARD-DeutschlandTrend zeigt auch: Die aktuelle politische Weltlage besorgt viele Menschen in Deutschland. 75 Prozent befürchten, dass der Iran-Krieg auf noch mehr Länder übergreift. 80 Prozent machen sich große oder sehr große Sorgen, dass der Krieg den internationalen Handel massiv beeinträchtigen wird – unter anderem mit Erdöl.
Zwei Drittel der Befragten sorgen sich um die Sicherheit in Europa. Gleichzeitig geht die Sorge, dass Russland nach der Ukraine weitere europäische Länder angreift, etwas zurück. 55 Prozent befürchten entsprechende russische Angriffe, das sind acht Prozentpunkte weniger als im vergangenen Oktober. 42 Prozent machen sich diesbezüglich aktuell wenig oder gar keine Sorgen. Auffallend niedrig ist die Sorge vor weiteren russischen Überfällen mit nur 27 Prozent bei AfD-Anhängern.
Grafik: Außenpolitische Sorgen
ARD-DeutschlandTrend im März 2026: Außenpolitische Sorgen
Recht des Stärkeren in der Weltpolitik – starkes Bedrohungsgefühl
Allgemein befürchten 85 Prozent der Befragten, dass in der Weltpolitik zunehmend das Recht des Stärkeren gilt. Entsprechend pessimistisch ist vielfach der Blick auf die Bedrohungslage – über alle Parteigrenzen hinweg. 18 Prozent empfinden die politische Lage für uns in Deutschland als sehr bedrohlich, 59 Prozent als bedrohlich. Ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu Februar 2022, kurz vor Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine. Lediglich 21 Prozent sind diesbezüglich unbesorgt(er).
Grafik: Außenpolitische Bedrohungslage Deutschlands
ARD-DeutschlandTrend im März 2026: Außenpolitische Bedrohungslage Deutschlands
DeutschlandTrend: Kaum noch Vertrauen in die USA als Partner
Das Vertrauen in die USA ist derweil auf dem niedrigsten Wert seit mindestens 20 Jahren. Aktuell finden nur noch 15 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland, die USA seien ein Land, dem man vertrauen kann. 78 Prozent sehen das anders. Zur Einordnung: Das Misstrauen gegenüber Russland ist mit 82 Prozent nur etwas höher. Israel halten nur 17 Prozent für einen vertrauenswürdigen Partner, 69 Prozent nicht.
Dagegen ist das Vertrauen zu Frankreich, das der Bundesregierung und anderen EU-Staaten jüngst gemeinsame Atom-Militärübungen in Aussicht gestellt hat, auf vergleichsweise hohem Niveau weiter gestiegen. 82 Prozent finden derzeit, dass Frankreich ein Partnerland sei, dem Deutschland vertrauen könne. Das sind vier Prozentpunkte mehr als vor zwei Monaten. Großbritannien halten 75 Prozent der Befragten für einen vertrauenswürdigen Partner. Bei der Ukraine gehen die Meinungen auseinander: Für 39 Prozent ist das Land vertrauenswürdig, für 47 Prozent nicht.
Grafik: Partner für Deutschland
ARD-DeutschlandTrend im März 2026: Partner für Deutschland
Sonntagsfrage: Union vergrößert Abstand zur AfD
Und die Innenpolitik? In der Sonntagsfrage tut sich im ARD-DeutschlandTrend dieses Mal eher wenig. Die Union legt im Vergleich zum Vormonat zwei Prozentpunkte zu und kommt auf 28 Prozent. Damit vergrößern CDU und CSU den Abstand zur AfD, die derzeit bei 23 Prozent (-1) liegt. Die SPD erreicht 14 Prozent (-1), die Grünen 13 Prozent (+1), die Linke 9 Prozent (-1). Das BSW erzielt 4 Prozent (+1). Die FDP wird nicht einzeln ausgewiesen, sondern fällt unter die sonstigen Parteien (insgesamt 9 Prozent).
Interaktive Grafik: Die Sonntagsfrage seit Januar 2021
Zufriedenheit mit Schwarz-Rot weiter niedrig
Unterdessen bleibt die Zufriedenheit mit der Bundesregierung niedrig, auch wenn es einen leichten Aufwärtstrend gibt. Ein Prozent der Befragten ist aktuell mit Schwarz-Rot sehr zufrieden, 24 Prozent zeigen sich zufrieden (+4). Dagegen sind 39 Prozent weniger zufrieden und 34 Prozent gar nicht zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung.
Auffällig weiter: Während bei den Anhängern der Union mit 56 Prozent die Mehrheit zufrieden ist, überwiegt bei den Anhängern der Sozialdemokraten mit 59 Prozent die Unzufriedenheit. Insgesamt 19 Prozent der Befragten sind zufrieden damit, wie die Regierungsparteien miteinander umgehen. 18 Prozent finden gut, was Schwarz-Rot inhaltlich bisher auf den Weg gebracht hat. 16 Prozent zeigen sich zufrieden, wie die Regierung ihre Politik erklärt und vermittelt. Entsprechend groß ist auch bei diesen Aspekten der Anteil der Unzufriedenen.
Grafik: Zufriedenheit mit der Bundesregierung – Teilaspekte
ARD-DeutschlandTrend im März 2026: Zufriedenheit mit der Bundesregierung – Teilaspekte
Der ARD-DeutschlandTrend
Für den aktuellen ARD-DeutschlandTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap vom 2. bis 4. März 2026 insgesamt 1.317 Wahlberechtigte in Deutschland (785 Telefoninterviews und 532 Online-Interviews). Es handelt sich um eine repräsentative Studie unter den Wahlberechtigten in Deutschland.
Infratest dimap weist darauf hin, dass die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl aktuelle Parteipräferenzen misst und kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag final abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest.
- Zum Artikel: Wie funktionieren Studien und Wahlumfragen?
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