Sturmgewehr, Pistolen, Munition: Mutmaßliche Mitglieder der Hamas sollen von Deutschland aus Waffen für Anschläge der Terrorvereinigung besorgt haben. Nun hat die Bundesanwaltschaft sieben mutmaßliche Mitglieder der radikalislamischen Hamas (externer Link) wegen der Vorbereitung eines Anschlags angeklagt. Wie die Behörde am Freitag in Karlsruhe mitteilte, sollen die in den vergangenen Monaten im In- und Ausland festgenommenen Verdächtigen in Waffenbeschaffung und Tatplanung verwickelt gewesen sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie als sogenannte Auslandsoperateure einen konkreten Anschlagsplan verfolgt haben. Die Anklagen erfolgten beim Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts.
Offenbar Anschläge auf jüdische und israelische Einrichtungen geplant
Laut Bundesanwaltschaft waren die Waffen für Mordanschläge der Hamas auf jüdische und israelische Einrichtungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern gedacht. Konkret wurde demnach bereits ein Anschlag um den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel im Oktober 2023 ins Auge gefasst – also im Oktober vergangenen Jahres.
Festnahmen in Berlin, Dänemark, Großbritannien und Zypern
Die ersten drei Verdächtigen nahmen Ermittler kurz vor dem Zeitfenster für den mutmaßlichen Anschlag am 1. Oktober 2025 in Berlin fest. Laut Anklage sollen die Männer in den Monaten davor in den Transport und die Lagerung von Waffen sowie Munition verwickelt gewesen sein. Die Gruppe hatte laut Anklage zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Pistolen, ein vollautomatisches Gewehr sowie mehr als 700 Schuss Munition besorgt.
In den Folgemonaten wurden weitere sechs Männer in Deutschland und anderen europäischen Ländern festgenommen – zuletzt Ende Mai in Dänemark, zuvor auch in Großbritannien und Zypern. Einer der Beschuldigten soll in Wien Waffen gelagert haben. Bereits im Juni teilte die Bundesanwaltschaft mit, dass sie wegen eines bei einem Beschuldigten entdeckten vorbereiteten Bekennervideos von einem konkreten Anschlagsplan ausgehe.
Gericht prüft Anklage
Von den insgesamt neun Beschuldigten klagte die Behörde nun sieben vor dem Berliner Kammergericht an. Die Männer haben die deutsche, dänische und bulgarische Staatsbürgerschaft beziehungsweise sind im Libanon geboren. Den Männern werden Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Dazu kommen Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz. Das Gericht muss die Anklage zunächst prüfen und über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Zuvor hatte die "Welt" (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) berichtet.
Die Hamas ist verantwortlich für den Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 Menschen als Geiseln genommen wurden. Der Angriff hat einen jahrelangen Krieg eingeleitet. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll vor dem verheerenden Hamas-Angriff gewarnt worden sein – und es Armee und Geheimdiensten verschwiegen haben.
Mit Informationen von AFP und dpa
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