(Archivbild) Marla-Svenja Liebich, bekannte Rechtsextremistin, wartet vor einem Saal des Landgerichts.
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(Archivbild) Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich (früher Sven) wurde in Tschechien festgenommen
Bildrechte: picture alliance/dpa | Sebastian Willnow
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(Archivbild) Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich (früher Sven) wurde in Tschechien festgenommen

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Nach Flucht: Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich festgenommen

Nach Flucht: Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich festgenommen

Die verurteilte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich (früher Sven) ist nach monatelanger Flucht in Tschechien festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Halle will nun das Auslieferungsverfahren einleiten. Liebich erwarten 18 Monate Haft.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Die verurteilte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich (früher Sven) ist nach monatelanger Fahndung in Tschechien gefasst worden. Tschechische Polizisten hätten Liebich auf der Grundlage eines europäischen Haftbefehls in Schönbach bei Asch festgenommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) berichtet. Liebich habe kurzzeitig versucht, sich dem Zugriff zu entziehen, sagte der Sprecher. Sie sei jetzt in Gewahrsam.

Der leitende Oberstaatsanwalt der in Deutschland zuständigen Staatsanwaltschaft Halle in Sachsen-Anhalt, Dennis Cernota, erklärte, dass der Festnahme umfangreiche, teilweise verdeckt geführte Ermittlungsmaßnahmen vorausgegangen seien. Die Staatsanwaltschaft werde nun die erforderlichen Schritte für ein Auslieferungsverfahren einleiten.

Verurteilt unter anderem wegen Volksverhetzung

Liebich sollte ihre Haft eigentlich seit dem 29. August 2025 absitzen, hatte sich jedoch nicht im Frauengefängnis in Chemnitz gemeldet. Polizei und Staatsanwaltschaft erließen deshalb einen Vollstreckungshaftbefehl. Die Beamten suchten deutschlandweit nach der Rechtsextremistin. Über die Online-Plattform X hatte Liebich verbreitet, dass sie sich ins Ausland abgesetzt habe.

Liebich war im Juli 2023 – damals noch als Sven Liebich – vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Die Berufung dagegen scheiterte, ebenso wie später die Revision.

Weiblich statt männlich - rechtsextremistische Provokation?

Sven Liebich hatte seinen Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich und den Vornamen in Marla-Svenja ändern lassen. Wegen der Änderung des Geschlechtseintrags entbrannte in Deutschland im vergangenen Jahr eine Debatte über die Auswirkungen des Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG) und die mögliche Unterbringung von Liebich in einem Frauengefängnis. Mit dem im November 2024 in Kraft getretenen Gesetz, das das frühere Transsexuellengesetz ablöste, wurden Änderungen des Geschlechtseintrags und des Vornamens deutlich erleichtert.

Die Motive Liebichs sind bisher unklar. Bürgerrechts- und Transsexuellenorganisationen äußerten in der Vergangenheit den Verdacht, dass es sich um eine gegen das neue Gesetz gerichtete rechtsextremistische Provokation handeln könnte.

Wie im März bekannt wurde, hat der Saalekreis beim Amtsgericht Halle inzwischen einen Antrag auf Rückgängigmachung der SBGG-Eintragung gestellt. Marla Svenja könnte also bald wieder Sven heißen.

Die Frage nach dem Erscheinungsbild Liebichs bei der Festnahme ließ der Sprecher der Staatsanwaltschaft offen. Die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, Liebich habe Männerkleidung getragen, ihr Kopf sei kahl rasiert.

Mit Informationen von dpa und AFP

Update: Hinter Liebichs Geschlechtsänderung wird eine rechtsextreme Provokation vermutet. Dazu haben wir einen Beitrag der MDR-Kollegen über die Hintergründe verlinkt. Auch haben wir ergänzt, dass der zuständige Landkreis Liebich Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes vorwirft und die Sache vor Gericht bringt.

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