Retter nach Lawinenabgang im Einsatz
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Nach Lawinenunfällen: "Nur hohe Einsatzkosten wirken nachhaltig"

Nach Lawinenunfällen: "Nur hohe Einsatzkosten wirken nachhaltig"

Wer sich bei hoher Lawinengefahr abseits der Piste bewegt, handelt nach Meinung der Tiroler Landesministerin für Sicherheit grob fahrlässig. Für Betroffene kann so ein Ausflug schnell teuer werden. Auch wenn es einen nicht gleich das Leben kostet.

Über dieses Thema berichtet: BR24live am .

Die aktuelle Wetterlage hat in den Alpen zu zahlreichen Lawinenunfällen geführt. Allein in Österreich kamen seit Freitag sieben Wintersportler unter Schneemassen ums Leben. Am Arlberg und in Sölden waren am Sonntag zahlreiche Lifte und Pisten wegen Lawinengefahr gesperrt. Dort ist nun eine Debatte über mögliche Konsequenzen entbrannt.

Ministerin: "Nur hohe Einsatzkosten wirken nachhaltig"

Trotz eindringlicher Warnungen hätten sich Wintersportler nämlich ins freie Gelände gewagt und damit grob fahrlässig gehandelt, sagte die Tiroler Landesministerin für Sicherheit, Astrid Mair, der "Kronen Zeitung".

Wenn Appelle nicht ausreichten, sei zu überlegen, welche zusätzlichen Maßnahmen notwendig seien. "Erfahrungsgemäß ist es so, dass nur hohe Einsatzkosten, die verrechnet werden müssen, nachhaltig wirken", sagte Mair. Auch Versicherungen müssten sich bei derart grob fahrlässigem Verhalten beim Verursacher schadlos halten.

Im Todesfall müssen oft Angehörige zahlen

Nach Angaben des Österreichischen Alpenvereins kostet der Einsatz eines Hubschraubers für 40 Minuten zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Dazu kämen noch die Kosten für die Bergretter, meist auch im vierstelligen Bereich, hieß es. 

"Viele sind verwundert über die Höhe der Rechnung", sagte der Versicherungsexperte Manuel Maringgele. Im besten Fall könne die Rechnung dank der Versicherung des Verunfallten eingereicht werden. In Einzelfällen seien auch schon 15.000 bis 20.000 Euro an Bergungskosten angefallen. Jeder solle vor einer Tour im Hochgebirge seinen Versicherungsschutz unbedingt prüfen. Im Todesfall müssten in der Regel die Angehörigen die Rechnung übernehmen, so der Versicherungsexperte.

In Bayern gelten allerdings andere Regeln. Hier bleibt die Rettung oft auf den Kosten sitzen.

Lawinenexperte: "Ungute Mischung" in Bayern

Zurzeit ist die Lage auch im Freistaat angespannt. Im Süden erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Lagen bis 2.000 Metern in den kommenden Tagen Plusgrade und damit Tauwetter. Oberhalb von 1.600 Metern ist die Lawinengefahr laut Lawinenwarndienst Bayern weiter groß, unterhalb erheblich.

Christoph Hummel von der Lawinenwarnzentrale Bayern sprach im BR24-Interview von einer "unguten Mischung": Zum einen sei das der Altschnee aus dem Frühwinter, "also an der Basis sind weiche, instabile Schneeschichten". Zum anderen fast eineinhalb Meter Neuschnee, der mit sehr viel Wind aus unterschiedlichen Richtungen gefallen sei, so Hummel. Das seien sehr schlechte Voraussetzungen für Schneebrettlawinen in der Höhe. In tieferen Lagen erhöhen Regen und neuer Schneefall die Gefahr.

Im Video: Lawinengefahr - Was Bergsportler beachten sollten

(Symbolbild) Schild auf der Alpspitze (29.01.2026)
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(Symbolbild) Starke Schneefälle und Regen haben in den Alpen zu einer brisanten Lawinenlage geführt.

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