Sydney Sweeney posiert beim Armani-Beauty-Event im Rahmen der 83. Ausgabe der Filmfestspiele von Venedig für die Fotografen. Foto: Scott A Garfitt/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Sydney Sweeney steht erneut wegen einer Werbekampagne in der Kritik.
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Sydney Sweeney steht erneut wegen einer Werbekampagne in der Kritik.

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Sydney Sweeneys Werbung: "Schlag für Frauen im Sport"

Sydney Sweeneys Werbung: "Schlag für Frauen im Sport"

Sydney Sweeneys freizügige Werbung für einen Sportwettenanbieter sorgt für Empörung. Athletinnen kritisieren die Sexualisierung von Frauen im Sport. Expertinnen fürchten negative Folgen. Die könnten gerade junge Sportlerinnen betreffen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Tiktok am .

In dem Werbeclip des Sportwettenanbieters Novig zeigt sich die US-amerikanische Schauspielerin Sydney Sweeney ("The White Lotus" und "Euphoria") halbnackt oder nackt mit verschiedenen Sportgeräten – mal sitzt sie auf einem Basketballkorb, liegt auf einem Billardtisch, posiert mit Golfschläger und Fußball.

Sportlerinnen kritisieren Werbespot

Der Werbeclip hat große Empörung ausgelöst. Sportlerinnen kritisieren die Sexualisierung von Frauen im Sport und den Fokus auf Äußerlichkeiten anstatt auf sportliche Leistungen. Die ehemalige Tennisspielerin Zuzanna Dziewiecka schrieb auf Instagram, dass sie "angewidert und tief enttäuscht" von der Kampagne sei. "Wir haben jahrelang gekämpft, um für unser Talent, unsere Stärke und unsere Erfolge gesehen und respektiert – und nicht auf unsere Körper beschränkt zu werden", schreibt Dziewiecka weiter.

Auch deutsche Sportlerinnen und Sportverbände äußern sich in den Sozialen Medien und posten Beiträge, in denen sie die Leistungen von Athletinnen zeigen. Oft mit der Caption: "Bei allem Respekt, Sydney Sweeney: Aber SO sehen Frauen im Sport aus".

Lange kein Zugang zum Profisport für Frauen

Dass Frauen an Sportarten und Wettkämpfen teilnehmen können, war lange nicht selbstverständlich und musste hart erkämpft werden. Der Zugang zum Profisport blieb ihnen lange verwehrt. Ein Beispiel: 1955 beschloss der DFB ein Spiel- und Trainingsverbot für Frauen in Vereinen des DFB. Erst 1970 wurde das Verbot aufgehoben.

Eine Ungleichbehandlung erleben viele Sportlerinnen bis heute. Das zeigt eine Umfrage unter Spitzensportlerinnen, die der SWR im vergangenen Jahr veröffentlichte. Das Ergebnis: Viele berichten von Sexismus und fehlender Gleichberechtigung. Zudem fehle das Bewusstsein für zyklusbasiertes Training noch häufig. Und auch wenn bei Wettkämpfen heutzutage viele Frauen antreten, hinter den Kulissen sieht es laut Studie noch immer anders aus: Der Großteil der Trainer ist männlich.

Debatte um Kleidungsvorschriften für Athletinnen

Auch die Kleidungsvorschriften für Athletinnen sind immer wieder Thema. In den vergangenen Jahren setzten sich unter anderem Turnerinnen dafür ein, bei Wettkämpfen weniger freizügige Trikots tragen zu dürfen, sagt Heike Felchle, Geschäftsführerin des Instituts für Sportgeschichte Baden-Württemberg. Bei der Europameisterschaft und den Olympischen Spielen 2021 traten die deutschen Kunstturnerinnen in Ganzkörperanzügen an und wollten damit ein Zeichen gegen Sexualisierung von Frauen im Sport setzen.

Mögliche Folgen von Sweeneys Werbespot

Dennoch: In den vergangenen Jahrzehnten wurde von und für Frauen im Sport viel erreicht. Aber können Werbespots wie die von Sydney Sweeney diesen Verbesserungen schaden? Ja, sagt Marloes Ekkelboom, die an der Deutschen Sporthochschule Köln zu Aktivismus und Gendergerechtigkeit im Sport forscht.

Werbungen könnten machtvoll sein und auch Einfluss auf junge Sportlerinnen haben, sagt sie. In einem Werbespot wie dem von Sweeney "zu sehen, wie mein Körper im Sport aussehen muss, damit ich Sport machen darf oder kann, das brennt sich ein", sagt Ekkelboom. Es zeige sich, dass Mädchen auch aufgrund von Unsicherheiten mit dem eigenen Körperbild mit Sport aufhören.

Sweeneys Werbespot sei "ein richtiger Schlag nicht nur für Frauen im Sport, sondern auch für den Sport generell", sagt Ekkelboom. Sport sei auch ein Spiegel dessen, was gerade gesellschaftlich passiert. Denn Stereotype und Benachteiligung, mit denen Frauen konfrontiert seien, fänden sich im Sport genauso wie in anderen Bereichen der Gesellschaft.

Womöglich gezielte Provokation

Es ist nicht die erste Werbung von Sydney Sweeney, die in die Kritik gerät. Im vergangenen Jahr wurde die Kampagne des Modeunternehmens American Eagle kontrovers diskutiert, die mit dem Slogan "Sydney Sweeney hat tolle Jeans" warb. Die Werbung spielte mit dem Wortspiel der im Englischen identisch klingenden Begriffe "Jeans" und "Genes" (Deutsch: Gene). Der Vorwurf: Damit bediene sich die Kampagne bewusst rassistischer Denkmuster.

Gleichzeitig wird Sweeney von Konservativen gefeiert, als Symbol einer anti-woken Haltung. Auch Trumps MAGA-Bewegung ist von der Schauspielerin begeistert, die als Republikanerin registriert sein soll.

Zur aktuellen Kritik hat sich Sydney Sweeney bislang nicht geäußert. Im Netz vermuten viele, dass sie es ohnehin womöglich genau darauf angelegt habe mit der Werbung zu provozieren. Denn die Aufregung um den Werbespot verschafft Sweeney und dem Sportwettenanbieter Novig vor allem eins: Aufmerksamkeit. Und davon könnte auch Sydney Sweeney selbst profitieren, denn sie hält Anteile an dem Unternehmen.

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