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Trump kündigt US-Seeblockade der Straße von Hormus an

Trump kündigt US-Seeblockade der Straße von Hormus an

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind vorerst gescheitert – nun stehen die Zeichen auf Eskalation: US-Präsident Trump kündigt eine Seeblockade der Straße von Hormus an. Israel stellt sich auf eine Wiederaufnahme des Kriegs ein.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade der Straße von Hormus angekündigt. Die US-Marine werde alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen, teilte Trump auf der Plattform Truth Social mit. "Die Blockade wird in Kürze beginnen."

Die Streitkräfte seien auch angewiesen worden, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine "illegale Maut" entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump. Zudem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen in der Meerenge zerstören zu lassen.

Trump wirft Iran "Welterpressung" vor

Trump begründete den Schritt mit Drohungen aus Teheran und sprach von "Welterpressung". Iran habe erklärt, es könnten Minen in der Meerenge liegen. Zugleich stellte der Präsident in Aussicht, dass die Blockade wieder gelockert werden könne, sollte die Durchfahrt für alle Schiffe uneingeschränkt möglich sein.

Für den Fall von Angriffen auf US-Kräfte oder zivile Schiffe drohte Trump mit massiver militärischer Gewalt. Nach Trumps Worten werden sich auch andere Staaten am Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen. Unter anderem entsende Großbritannien Minensuchboote, sagte der US-Präsident dem Sender Fox News.

Die Revolutionsgarden erklärten nach Trumps Ankündigung einer Seeblockade, iranische Streitkräfte kontrollierten die Straße von Hormus. Der "Feind" werde in der Meerenge "in einen tödlichen Strudel geraten, wenn er einen falschen Schritt macht".

Teheran kontrolliert bislang die Straße von Hormus

Der Iran hatte nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar die Straße von Hormus praktisch blockiert, durch die etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird, aber auch große Mengen verflüssigtes Erdgas und Düngemittel. Das löste einen weltweiten Anstieg der Energiepreise aus. Inzwischen lässt der Iran zwar wieder einige Schiffe durchfahren, beansprucht aber die Kontrolle bei der Auswahl der Schiffe und ihrer Ladung und verlangt Geld dafür. Darauf hat Teheran nach eigenen Angaben auch bei Verhandlungen mit den USA bestanden.

Trump versucht jetzt offenbar, dem Iran dieses Druckmittel aus der Hand zu schlagen. Der US-Präsident betonte zudem bei Truth Social, die USA seien bereit, den Krieg gegen den Iran zu Ende zu bringen. "Zu gegebener Zeit sind wir voll einsatzbereit, und unser Militär wird das Wenige, was vom Iran noch übrig ist, endgültig vernichten!", drohte Trump. Der Hauptgrund für das Scheitern der Verhandlungen mit dem Iran in Pakistan sei das Streben Teherans nach Atomwaffen.

USA-Iran-Verhandlungen vorerst gescheitert

US-Vizepräsident JD Vance hatte nach dem Verhandlungsmarathon am Wochenende in Islamabad vor Journalisten gesagt, es habe "bedeutende Diskussionen mit den Iranern" gegeben. "Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass wir zu keiner Einigung gekommen sind." Die US-Delegation verlasse Islamabad mit einem "sehr einfachen Angebot", sagte Vance. "Wir werden sehen, ob die Iraner es akzeptieren." US-Regierungsvertretern zufolge ist inzwischen das gesamte US-Verhandlungsteam aus Islamabad abgereist.

Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf warf den USA dagegen fehlende vertrauensbildende Maßnahmen vor – trotz "konstruktiver Vorschläge" der iranischen Delegation. Die USA hätten versucht, ihre Bedingungen für ein Abkommen zu "diktieren", erklärte zudem der frühere iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif. Washington müsse lernen, dass sich Teheran keine Bedingungen stellen lasse.

Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Kriegs ein

Nach dem vorläufigen Scheitern der Gespräche zwischen den USA und dem Iran über ein Kriegsende stellt Israel sich nach Medienberichten auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe ein. Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, Generalstabschef Ejal Zamir habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, unverzüglich in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft überzugehen.

Das Militär solle sich "auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen vorbereiten", hieß es. Eine Entscheidung für einen militärischen Einsatz sei jedoch noch nicht getroffen.

Mit Informationen von AP, AFP und dpa

Im Video: USA-Iran - Verhandlungen gescheitert

USA-Iran - Verhandlungen gescheitert
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USA-Iran - Verhandlungen gescheitert

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