Trümmerteil der Abwehrrakete, die die iranische Rakete abgefangen haben soll.
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Türkei: Nato-Luftabwehr fängt Rakete aus Iran ab
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Türkei: Nato-Luftabwehr fängt Rakete aus Iran ab

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Türkei: Nato-Luftabwehr fängt iranische Rakete ab

Türkei: Nato-Luftabwehr fängt iranische Rakete ab

Erstmals seit Kriegsbeginn meldet die Türkei den Abschuss einer anfliegenden Rakete durch ein Nato-Abwehrsystem – kurz bevor sie ihren Luftraum erreicht habe. Ziel der Rakete war offenbar Zypern, das nicht zur Nato gehört.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Im aktuellen Krieg zwischen den USA und Israel mit dem Iran war offenbar eine ballistische Rakete aus dem Iran auf dem Weg ins Nato-Gebiet. Das türkische Außenministerium meldete, die Rakete abgefangen zu haben, bevor sie den Luftraum der Nato erreichte. Sie habe zuvor den Luftraum über dem Irak und Syrien durchflogen. Es habe "weder Opfer noch Verletzte" gegeben. Ein Trümmerteil der Abwehrrakete fiel laut dem Ministerium im Bezirk Dörtyol in der südöstlichen Provinz Hatay zu Boden.

Später präzisierte das Ministerium, Ziel der Rakete sei mutmaßlich eine Militärbasis auf Zypern gewesen. Zypern gehört nicht zur Nato, die Militärbasis ist jedoch britisches Hoheitsgebiet. Die Rakete sei wohl "vom Kurs abgekommen".

Nato: Iran hat Rakete absichtlich auf Nato-Gebiet gerichtet

Die Nato geht davon aus, dass der Iran die Rakete ganz bewusst auf Nato-Gebiet abgefeuert hat. Nato-Sprecherin Allison Hart verurteilte den "iranischen Angriff auf die Türkei", gab aber keine Bestätigung dafür ab, dass Luftverteidigungssysteme der Nato genutzt wurden, um die Rakete abzufangen. Zu Einsatzdetails könne sie sich nicht äußern. "Die Nato steht fest an der Seite aller Verbündeten, einschließlich der Türkei, während der Iran seine wahllosen Angriffe in der Region fortsetzt", erklärte Hart. "Unsere Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit ist in allen Bereichen, einschließlich der Luft- und Raketenabwehr, weiterhin stark."

Nach dem Abfangen der iranischen Rakete telefonierte der türkische Außenminister Hakan Fidan laut türkischen Regierungskreisen mit Teheran und drang im Gespräch mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi darauf, dass es nicht zu einer weiteren Eskalation des Konflikts im Nahen Osten kommen dürfe.

Britischer Luftwaffenstützpunkt auf Zypern im Visier

Bereits in der Nacht zum Montag war eine Drohne iranischer Bauart auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden Zyperns unweit der bei Touristen beliebten Großstadt Limassol eingeschlagen. Opfer gab es nach Angaben der britischen und zyprischen Behörden nicht, sondern nur leichte Sachschäden.

Zwei weitere Drohnen wurden laut der zyprischen Regierung abgefangen. Aus zyprischen Regierungskreisen hieß es, die Drohnen seien vermutlich aus dem nahen Libanon von der proiranischen Hisbollah-Miliz gestartet worden. Bei den Militärstützpunkten Akrotiri im Süden und Dekelia im Südosten Zyperns handelt es sich um britische Überseegebiete.

Mit Informationen von dpa, AP und Reuters

Karte zur militärischen Lage im Nahen Osten:

Im Audio: Türkei fängt Rakete aus Iran ab

Abtransport eines Trümmerteils der Abwehrrakete, die die iranische Rakete abgefangen haben soll.
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Türkei fängt Rakete aus Iran ab

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