Eine Schachfigur, der König, in den Farben Russlands liegt am Boden eines Schachbretts inmitten von schwarzen Rauchwolken.
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Ukrainischer Drohnenhagel auf Moskau, russische Truppen müssen Territorien aufgeben, Putin spricht vom Kriegsende: Ist Russland jetzt besiegt?
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Ukrainischer Drohnenhagel auf Moskau, russische Truppen müssen Territorien aufgeben, Putin spricht vom Kriegsende: Ist Russland jetzt besiegt?

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Ukraine dominiert die Front: Ist Russland jetzt besiegbar?

Ukraine dominiert die Front: Ist Russland jetzt besiegbar?

Moskau brennt, Putins Umfragewerte fallen, Russlands Wirtschaft schrumpft. Die Ukraine trifft 1.500 Kilometer tief ins russische Hinterland. Ist das diesmal wirklich der Wendepunkt? Russland ist noch nicht besiegt, aber besiegbar, sagen Experten.

Über dieses Thema berichtet: Possoch klärt am .

Mehr als 600 Drohnen auf Moskau, 21 Angriffe auf russische Ölinfrastruktur allein im April, eine Tageskapazität von 700.000 Barrel ausgelöscht – und an der Front muss Russland erstmals seit zwei Jahren netto Territorium abgeben. Die Lage hat sich verschoben, das ist nicht zu übersehen. Aber ist das der entscheidende Wendepunkt?

"Russlands ursprüngliches Kriegsziel ist Geschichte"

Gerhard Mangott, Politikwissenschaftler an der Universität Innsbruck mit Schwerpunkt Russland, markiert im BR24-Interview für "Possoch klärt" einen konkreten Unterschied zu früheren Momenten vermeintlicher Schwäche: Noch vor einem halben Jahr konnte Russland glaubhaft vermitteln, sein ursprüngliches Kriegsziel – die vollständige Kontrolle über den Donbass – zu erreichen. "Das ist Geschichte", sagt Mangott.

Ukraine mit Drohnenüberlegenheit

Was sich strukturell verändert hat, ist die Natur der ukrainischen Kriegsführung. Die Ukraine hat jahrelang auf die Lieferung schlagkräftigerer Waffen aus dem Westen gewartet – auf Taurus-Marschflugkörper, auf die Freigabe von Langstreckenangriffen mit gelieferten Waffen. Beides blieb aus. Also entwickelte sie ihre eigenen Mittel.

Heute greift die Ukraine auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke an: Die Frontlinie wird durch Drohnenüberlegenheit gefestigt, die russische Logistik im rückwärtigen Raum zerstört, Ölinfrastruktur und Luftverteidigungssysteme tief in Russland getroffen. Im März schickte die Ukraine erstmals mehr Drohnen nach Russland als Russland in die Ukraine. Das russische Rohölverarbeitungsvolumen liegt auf dem niedrigsten Stand seit 2009.

Sicherheitsexperte Nico Lange von der Münchner Sicherheitskonferenz benennt das Prinzip dahinter: Wenn man technologisch und durch Stückzahlen in der Lage sei, der anderen Seite asymmetrisch viel Schaden zuzufügen, habe man eine Chance, sich durchzusetzen. Die Ukraine habe derzeit Drohnenüberlegenheit – sowohl in der Quantität als auch in der Qualität, mit größeren Reichweiten als auf russischer Seite.

Lange betont dabei einen grundlegenden Perspektivwechsel: "Die Ukraine ist kein Objekt." Sie entscheidet selbst, sie agiert als Subjekt – und bietet Europa damit eine strategische Partnerschaft an, die weit über Waffenhilfe hinausgeht. Wer die Ukraine jetzt unterstütze, investiere in europäische Sicherheit.

Im Video: Ist Russland jetzt besiegt? Possoch klärt!

Putin geschwächt – aber noch nicht entscheidend

Der innenpolitische Druck auf Putin wächst. Seine Zustimmungswerte sinken sieben Wochen in Folge – so viel wie zuletzt vor der Vollinvasion 2022. Das staatliche Umfrageinstitut Wziom stellte die Veröffentlichung der Daten erstmal ein. CNN berichtet [externer Link] über verstärkte Sicherheitsmaßnahmen rund um Putin aus Furcht vor einem Putsch. Das mobile Internet wird in Moskau nach Drohnenangriffen regelmäßig abgeschaltet – und jeder merkt es.

Mangott ordnet ein: Wirtschaftlich schrumpft Russland im ersten Quartal deutlich, die Wachstumsprognose für das Jahr liegt noch bei 0,4 Prozent. "Putin ist geschwächt, Putin ist unter Druck, aber Putin ist nicht down."

Die entscheidende Frage ist, was Europa jetzt aus dieser Schwäche macht. Mangott sieht den Kontinent gespalten: Die einen wollen "all in" gehen und den militärischen Vorteil konsequent ausbauen. Die anderen sehen in Putins Gesprächsangeboten eine Chance für Frieden. Mangott selbst plädiert für Letzteres, um zu testen, ob Putin es ernst meint oder nur Europa spalten will. "Wenn es eine kommunikative Finte war, wird man das nach zwei Monaten wissen."

Den Moment nicht verspielen

Lange sagt klar: Russland werde jetzt versuchen, auf Zeit zu spielen, um die schwierige Lage zu überstehen. "Diese Zeit Russland nicht zu geben – das wäre schon mal ein guter Ansatz." Europas Aufgabe sei es, politisch klar zu signalisieren: Man setzt darauf, die Ukraine so zu stärken, dass Frieden möglich wird – und fällt nicht in alte Muster zurück, Trump anzurufen oder dem Gegner Atempausen zu gewähren.

Russland ist nicht besiegt. Aber es ist, nach Einschätzung der Experten, zum ersten Mal ernsthaft besiegbar.

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