Der Prototyp des RDX-1.
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Der Prototyp des RDX-1 des jungen Rüstungs-Startups "Reactive Dynamics" aus dem oberbayerischen Reichertshofen bei Manching.
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Der Prototyp des RDX-1 des jungen Rüstungs-Startups "Reactive Dynamics" aus dem oberbayerischen Reichertshofen bei Manching.

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Warum Europa dringend eine eigene KI braucht

Warum Europa dringend eine eigene KI braucht

Anthropic, OpenAI, Gemini sind die großen Namen in der KI-Welt. Alle sind amerikanische Firmen und in der heutigen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Ihr Vorsprung ist immens. Hat Europa überhaupt eine Chance, da aufzuholen?

Über dieses Thema berichtet: BR24live am .

Der Prototyp des RDX-1 rast mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durch die Werkshallen des jungen Rüstungs-Startups "Reactive Dynamics" (externer Link), aus Reichertshofen bei Manching. Das etwa drei Meter lange Gefährt sieht aus wie ein kleiner Panzer. Es ist aber ein unbemanntes, elektrisch angetriebenes Kettenfahrzeug, das sich autonom im Gefechtsfeld bewegen soll, etwa zur Bergung von Verwundeten. Startup Mitgründer Joris Bauer-Ludwigs verfolgt aber noch ein weiteres Ziel.

Produktion in Europa

Der RDX-1 soll rein europäisch produziert werden. Technisch sei der Bau machbar, so Bauer-Ludwigs. Aber nur europäische Komponenten zu verwenden sei im Moment praktisch unmöglich, besonders was die Software betrifft: "Künstliche Intelligenz ist für uns elementar in der Entwicklung. Wir benutzen dafür die großen Modelle von den bekannten amerikanischen Firmen. Die sind momentan absolut konkurrenzlos." Eine Alternative gebe es in Europa nicht.

Die USA könnten den Zugang zu KI einfach sperren

Welche Gefahren die Abhängigkeit von Künstlicher Intelligenz aus den USA birgt, führte US-Präsident Donald Trump den Europäern vor wenigen Wochen vor: Er untersagte vorübergehend die Nutzung des besten KI-Modells von Anthrophic für alle Nichtamerikaner. "Das war schon ein Augenöffner", sagt Bauer-Ludwigs. "Wenn so etwas wieder passiert und in einem größeren Maßstab, dann verlieren wir extrem an Geschwindigkeit bei der Entwicklung."

Gerade bei der Programmierung neuer Software, etwa zur Steuerung von Fahrzeugen, wird heute KI eingesetzt – und je neuer und ausgereifter das eingesetzte KI-Modell ist, desto besser die Software, die damit entsteht. "KI ist heute die Basis für fast jedes Hightechprodukt", sagt auch Jörg Bienert, Mitgründer des deutschen KI-Verbandes.

Europa kann eigene KI-Modelle bauen

Wenn Europa von der US-amerikanischen KI abgeschnitten sei, dann würde sich das auf die Entwicklung jedes anderen Hightech-Produktes und damit auf die ganze Wirtschaft auswirken: Egal ob autonomes Fahren, Buchhaltungssoftware oder Drohnen für die europäische Verteidigung. Darum hat Bienert die Initiative zur Entwicklung des KI-Modells "Soofi" (externer Link) ins Leben gerufen.

Er vertritt nicht die Meinung vieler anderer, dass in Sachen europäischer großer KI-Sprachmodelle der Zug abgefahren sei. Europa könne durchaus aufholen: "Wir haben das wissenschaftliche Know-how, wir haben die Daten, um die Modelle zu trainieren", so Bienert weiter. Was ihn so optimistisch mache: Das von ihm initiierte Konsortium habe es geschafft, innerhalb eines Jahres das Modell "Soofi" zu trainieren – zunächst eine kleine Version, eine größere entstehe gerade. "Wir haben bewiesen, dass wir eigene Sprachmodelle, leistungsfähige Sprachmodelle, trainieren können."

Das Problem sind die Rechenzentren

Trotz erfolgreichem Abschluss habe man bei der Arbeit an "Soofi" erkennen müssen, wie groß der Mangel an Rechenkapazitäten in Europa sei, so Bienert. Hier müsse dringend investiert werden. Allerdings liegt es nicht nur am Geld: Weltweit stecken in den meisten KI-Rechenzentren die Chips des US-Herstellers Nvidia und dazu gibt es praktische keine Alternative. Das bedeutet: Nur wenn Nvidia liefert, kann ein neues Rechenzentrum gebaut werden.

Den einzigen Weg aus dieser Abhängigkeit siehtJörg Bienert in europäischer Zusammenarbeit. Tatsächlich hat die Europäische Kommission im Juni den "CHIPS-Act", ein Gesetz zur Produktion von Halbleitern ins Leben gerufen. So soll die Chip-Industrie in Europa angekurbelt werden.

Es ist nicht zu spät

Auch Startup-Gründer Bauer-Ludwigs hat die Hoffnung nicht aufgegeben, irgendwann ein rein europäisches Roboterfahrzeug bauen zu können. Auch er sieht gute Voraussetzungen in Europa: "Es ist, glaube ich, nicht unbedingt so, dass in den großen Firmen wie OpenAI und Anthropic die absoluten Masterminds arbeiten, die wir nicht haben. Wir hätten diese Leute schon, aber sie haben eben nicht die Ressourcen und das Umfeld, um in ähnlichem Maße die Modelle zu entwickeln. Das müssen wir einfach ändern."

Was Joris Bauer-Ludwigs und Jörg Bienert optimistisch macht: Europa sei inzwischen aufgewacht, der Chip-Act der EU-Kommission ein wichtiger Schritt und wenn die Industrie und Kapitalgeber jetzt noch etwas Mut zeigen, könne Europa bald wieder in der ersten Liga mitspielen.

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