Seit Mitte August hat sich in Bayern ziemlich wechselhafte Witterung eingestellt. Die übermäßige Hitze ist vorbei, stattdessen haben wir es mit einem eher "normalen" Wettergeschehen zu tun. Nachdem am vergangenen Wochenende die Nächte teils recht frisch ausfielen (mit stellenweise unter 5 Grad) kommt bei einigen von uns tatsächlich wieder so etwas ähnliches wie ein Herbstblues auf. "Es fühlt sich gerade so ein wenig wie Herbst" an, mögen die einen oder anderen von uns denken. Ist der Herbst tatsächlich schon auf dem Vormarsch?
Um es kurz zu machen: Nein. Das Gefühl in uns beruht weniger auf einzelnen meteorologischen Faktoren, sondern auf einer ganzen Palette von Dingen, die uns Wetter und Natur derzeit schicken, zusammen mit unseren eigenen subjektiven Empfindungen.
Sonne geht Ende August spürbar früher unter
Über allem steht die Zeit. Wir sind im Alltag fest mit Uhr und Kalender verbunden und damit auch mit dem Witterungsjahr. Das wiederholt sich in groben Zügen alljährlich aufs Neue mit Frühling, Sommer, Herbst, Winter und mit seinen ganzen Regelmäßigkeiten. Das alles sind wir gewohnt. Wir sind zwar nicht mehr so eng mit dem Witterungsjahr verflochten wie unsere Vorfahren, doch nach zwei Monaten Hitze wissen wir nun alle trotzdem, dass ein neuer Jahreszeitenabschnitt bevorsteht und damit eben ein neues Naturempfinden. Zudem hat die Tageslänge merklich abgenommen. Seit der Sommersonnenwende im Juni sind uns inzwischen etwa zwei Stunden Tageslicht genommen worden, und die Sonne geht jetzt Ende August bereits spürbar später auf und früher unter.
Natur bereitet sich auf den Herbst vor
Dazu kommt natürlich noch die Tatsache, dass sich auch die Natur auf den Herbst so allmählich vorzubereiten beginnt. Die Atmosphäre ist deutlich ruhiger geworden, Vogelgezwitscher gibt es nur noch vereinzelt, und das einst frische Grün aus dem Frühjahr ist verschwunden, wozu der heiße, dürre Sommer natürlich seinen spürbaren Beitrag geleistet hat.
Spätsommer bringt warme Temperaturen
Doch für einen wirklichen Herbstblues ist es noch viel zu früh. Denn wir stecken immer noch im Sommer. Genauer gesagt im Spätsommer. Der hat den Hochsommer offiziell mit dem 24. August (nach Ende der sogenannten) Hundstage abgelöst. Der Spätsommer ist dafür bekannt, in der letzten Augustwoche schon einmal sozusagen probeweise frischere Nächte zu produzieren. Die Tage können nach wie vor sehr warm oder gar heiß werden, und das tun sie auch schon bald wieder. Nach dem leicht unterkühlten Dienstag steigt die Temperatur schon morgen am Mittwoch wieder auf teils über 25 Grad und damit in den amtlich sommerlichen Bereich.
Einige dicke Wolken und Restschauer am Vormittag machen sich allmählich dünne und lassen der Sonne mehr und mehr Platz. Noch deutlich wärmer wird der Donnerstag. In vielen Regionen von Bayern peilen wir wieder die 30-Grad-Marke an und überschreiten sie auch. Dazu scheint die Sonne, zusammen mit einigen lockeren Wolkenfeldern. Auch am Freitag dürften in Ober- und Niederbayern die 30 Grad überschritten werden. In den anderen Landesteilen machen sich dann Schauer und Gewitter bemerkbar, die erneut ein wenig kühlere Luft heranführen.
Doch auch das ist noch lange nicht das Ende der Wärme. Die aktuellen Berechnungen zeigen auch danach recht hohe Temperaturen und für die kommende Woche dann erneut mögliche 30 Grad. Dann wären wir bereits im September, und auch das ist für diese Zeit im Spätsommer dann völlig normal.
Zu früh für einen Herbst-Blues?
Der Abschnitt des Spätsommers dauert übrigens genau bis zur Tag-und-Nacht-Gleiche. Die fällt in diesem Jahr auf den 23. September und damit genau in die Wiesn. Alles, was danach noch an Wärme zu uns kommt, gehört dann offiziell zum sogenannten Altweibersommer, der seinerseits bis weit in den Oktober gehen kann. Auch der glänzt ja häufig noch mit sommerlichen Temperaturen. Lassen wir uns also überraschen, was noch alles an Wärme zu uns kommt. Für einen Herbstblues aber ist es eben noch viel zu früh!
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