Der Verdacht auf einen Norovirus-Ausbruch in einem Hotel in Weibersbrunn hat sich nun doch bestätigt, wie das Gesundheitsamt Aschaffenburg heute (24.8.) auf BR-Anfrage mitteilte. Vier Fälle von Norovirus wurden durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in München bestätigt, 27 weitere Ergebnisse stehen der Sprecherin zufolge noch aus.
Da keine der Personen aus dem Landkreis Aschaffenburg stammt, sind die jeweiligen Gesundheitsämter zuständig für eine mögliche Quarantäne. Das Gesundheitsamt hatte dem Hotel in Weibersbrunn bereits vergangene Woche zusätzliche Hygienemaßnahmen empfohlen. Am Donnerstag hatte das Gesundheitsamt Aschaffenburg noch mitgeteilt: "Zum aktuellen Stand kann der Verdacht auf das Norovirus nicht bestätigt werden."
Großeinsatz von Rettungskräften am Mittwochabend
Am Mittwochabend (19.08.) und in der darauf folgenden Nacht war es im Hotel in Weibersbrunn zu einem Großeinsatz von Rettungskräften gekommen. Rund 150 Gäste waren dort untergebracht, 31 von ihnen klagten seit dem Abend über Magen-Darm-Beschwerden. Das bestätigte die Integrierte Leitstelle Bayerischer Untermain (ILS) auf Anfrage von BR24.
Der Notruf ging am späten Abend ein, der Einsatz wurde zunächst unter dem Stichwort "Massenanfall von Verletzten und Erkrankten" geführt. Die ILS verstärkte daraufhin ihre Leitstelle und alarmierte unter anderem mehrere Rettungswagen, einen Notarzt sowie einen Einsatzleiter. Vorsorglich wurden die umliegenden Krankenhäuser informiert. Vor Ort untersuchten Rettungsdienst, Notärztinnen und Notärzte die 31 Betroffenen. Die Patienten bekamen unter anderem eine Infusion.
Reisegruppe könnte Norovirus eingeschleppt haben
Laut dem leitenden Notarzt könnte die Infektion durch ein Mitglied einer Reisegruppe eingeschleppt worden sein. Die Behandlung der Erkrankten erfolgte durch den Rettungsdienst vor Ort. Es mussten keine Personen ins Krankenhaus transportiert werden.
Noroviren gehören zu den häufigsten Ursachen für akute Magen-Darm-Infektionen. Sie sind hochansteckend und können sich innerhalb kurzer Zeit in Gemeinschaftseinrichtungen wie Hotels oder Reisegruppen verbreiten – etwa durch direkten Kontakt mit Erkrankten oder verunreinigtes Essen und Wasser.
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