Auf dem Bild ist der Künstler Bad Bunny in einem weißen Anzug, bei seinem Auftritt in Buenos Aires (Argentinien) Anfang Februar zu sehen. Er hält ein Mikrofon in seiner Hand und singt.
Auf dem Bild ist der Künstler Bad Bunny in einem weißen Anzug, bei seinem Auftritt in Buenos Aires (Argentinien) Anfang Februar zu sehen. Er hält ein Mikrofon in seiner Hand und singt.
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Bad Bunny bei seinem Auftritt in Buenos Aires (Argentinien) Anfang Februar.
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Bad Bunny bei seinem Auftritt in Buenos Aires (Argentinien) Anfang Februar.

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Bad Bunny in Deutschland: Was macht seinen Hype aus?

Bad Bunny in Deutschland: Was macht seinen Hype aus?

Der puerto-ricanische Musiker macht das erste Mal seit sieben Jahren wieder Halt in Europa, auch für zwei Konzerte in Düsseldorf. Mehr als 2,6 Millionen Tickets hat er laut Live Nation verkauft. Über einen hochpolitischen Künstler.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Es war der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere: die Halbzeit-Show beim Super Bowl (externer Link), eine der größten Bühnen, die die Musikindustrie zu bieten hat. Und trotzdem wollte sich Bad Bunny noch einmal vorstellen: "Buenas tardes Kalifornien! Mein Name Benito Antonio Martínez Ocasio." Fast so, als ob ihn nicht sowieso jeder im Stadion kennen würde.

Dabei ist er längst ein weltweiter Superstar. Kurz vor seinem Auftritt beim Super Bowl gewann der den Grammy für das Album des Jahres. Ein Novum: Nie zuvor hat das eine rein spanischsprachige Platte geschafft. 2025 war Bad Bunny außerdem wieder der meistgestreamte Künstler auf Spotify, zum vierten Mal insgesamt, nach 2020 bis 2022.

Zehnmal in Madrid ausverkauft

Letztes Jahr bekam er noch Aufmerksamkeit für seine 31-Shows-Residency in seinem Heimatland Puerto Rico. Wer ihn sehen wollte, musste zu ihm kommen. Jetzt setzt er zum nächsten Schritt an: Für seine Welttournee macht er das erste Mal seit sieben Jahren wieder in Europa Halt, am 20. und 21. Juni auch in Düsseldorf.

Der Ansturm auf seine Tour ist riesig. In Mexiko-Stadt wurden aus geplanten zwei Konzerten am Ende acht Auftritte. In Madrid war er sogar zehn Mal ausverkauft. So oft, dass das Musikmagazin "musikexpress" (externer Link) vorrechnete: Bei einem Stadionvolumen von 70.000 Personen müsste statistisch jeder fünfte Einwohner Madrids schon bei einem seiner Konzerte gewesen sein.

Im Video: Bad Bunny: Warum lieben ihn alle?

Lange in Deutschland unbekannt

Trotz seiner enormen Erfolge schien Bad Bunny in Deutschland lange noch ein bisschen Nische zu sein. Das ändert sich langsam mit seinem letzten Album "Debí Tirar Más Fotos" (zu Deutsch: Ich hätte mehr Fotos machen sollen), einer Reise zurück zu seinen Wurzeln und einer Verneigung vor seiner Heimat Puerto Rico. Aufgewachsen ist er in einfachen Verhältnissen nahe der Hauptstadt San Juan, als Sohn eines Lastwagenfahrers und einer Lehrerin.

Seinen Namen gab sich das "böse Häschen" wegen eines Fotos aus Kindertagen, das ihn mit grimmigem Gesicht zu Ostern im Hasenkostüm zeigt. Zu Beginn seiner Karriere bewegte sich Bad Bunny noch mehr in den Genre-Konventionen des Reggaeton. Auf seinem ersten Song "Diles" geht es noch um seine sexuellen Vorzüge und in dem Song "200 mph" (externer Link), rappt er, wie gerne er doch im Urlaub schnell Jetski fährt.

"Dtmf" - sein politischstes Album

Von diesen Anfängen hat sich Bad Bunny mittlerweile weit entfernt. Schon 2020 bringt er den Song "Yo Perreo Sola" (externer Link) raus, in dem es um übergriffige Männer und das Recht von Frauen, alleine zu tanzen, geht. Zwei Jahre später kritisiert er im Lied "El Apagón" (externer Link) die chronisch schlechte Stromversorgung in Puerto Rico.

Sein bereits erwähntes letztes Album "Debí Tirar Más Fotos" ist sein zugleich liebevollstes und politischstes Werk. In dem Stück "Lo Que Le Pasó a Hawaii" (externer Link) geht es um zerstörerischen Tourismus. "Da kritisiert er die extreme Gentrifizierung, die er in Puerto Rico festgestellt hat. Er sagt, er möchte nicht, dass seiner Insel das passiert, was in Hawaii passiert ist: Strände werden verkauft, seine Großmutter wird vertrieben", erklärt Vanessa Ohlraun. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar am Centre for Atlantic and Global Studies der Universität Hannover.

Kritik an den USA

Bad Bunny thematisiert vieles, was die Menschen in Puerto Rico umtreibt: Armut, schlechte Infrastruktur, Korruption. Damit identifizieren sich auch viele andere Latinos und Latinas. "Im aktuellen Kontext der USA ist es einfach total wichtig für die lateinamerikanische Gesellschaft und die Gemeinschaften, die es dort gibt, dass sie sich als zusammengehörig verstehen. Dass sie sich nicht nur als Teil der USA verstehen, sondern dass sie sich miteinander verbunden fühlen", erklärt Ohlraun.

Mit seiner Musik schafft er es, Menschen zu verbinden und ihnen eine Repräsentation zu geben. Ohlraun ist dabei das Ende seiner Super-Bowl-Show im Gedächtnis geblieben: Bad Bunny sagt "Gott segne Amerika" und zählt dann alle Staaten Amerikas auf. Seine Botschaft: Amerika ist so viel mehr als nur die USA.

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