Bei einem Treffen am 12. Juni 2026
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Schwieriger Dialog: Putin mit Soldaten im Kreml
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Schwieriger Dialog: Putin mit Soldaten im Kreml

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"Erholen uns schnell": Ist Putin mit "Kriegswende" konfrontiert?

"Erholen uns schnell": Ist Putin mit "Kriegswende" konfrontiert?

Wie sehr ukrainische Drohnenangriffe Putin unter Druck setzen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Er selbst wiegelt ab, russische Beobachter und Politiker sind jedoch höchst alarmiert und warnen vor einem "ernsthaften Zusammenbruch".

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

"Die Zeit der Illusionen ist vorbei. Das Land steht am Rande einer sozialen Explosion, und die gesamte Verantwortung dafür wird die Regierung tragen", schimpfte der kommunistische russische Parlamentsabgeordnete Wjatscheslaw Markajew kürzlich auf seinem Telegram-Kanal [externer Link].

Seine pessimistische Bestandsaufnahme der militärischen Lage: "Die Angriffe auf unsere Städte dauern an, das Kampfgebiet weitet sich aus, der Westen verstärkt die Drohnenlieferungen, und wir müssen das alles hinnehmen." Von Putin forderte er einen "klaren, nachvollziehbaren Plan zur Beendigung der Spezialoperation, der auf Russlands nationalen Interessen" basieren müsse.

Putin: "Wir erholen uns schnell"

Putin persönlich hatte sich im Gespräch mit Soldaten neulich gezwungen gesehen, zu massiven Schäden an der russischen Infrastruktur durch ukrainische Drohnenangriffe, vor allem bei Raffinerien und auf Nachschubwegen zur Front, Stellung zu nehmen [externer Link].

"Ja, sie fügen uns zweifellos Schaden zu. Wir erholen uns jedoch schnell, und sie werden uns hier keine ernsthaften Probleme bereiten können", versuchte Putin seine Landsleute zu beruhigen: "Es wird ihnen nicht gelingen, die Gesellschaft zu spalten oder uns wirtschaftlichen Schaden zuzufügen, zumindest nicht in dem von ihnen angestrebten Ausmaß."

Einer der anonymen russischen Kommentatoren verblüffte mit einer originellen These [externer Link]: "Es ist durchaus möglich, dass die gemäßigte Kritik an der Spezialoperation und die Berichterstattung über Probleme im inländischen Fernsehen nichts anderes darstellen als eine Meinungsumfrage zur Fortsetzung des Krieges. Im Grunde steht das System nun vor folgender Weggabelung: sich mit dem Status quo zufriedengeben oder alles riskieren."

"Alte Fehler nicht wiederholen"

Blogger Oleg Sarow (400.000 Fans) warnte [externer Link], der Westen wolle Russland "untergraben": "Wir müssen daraus lernen. Wir dürfen alte Fehler nicht wiederholen." Das bezieht sich in erster Linie auf das für Russland schmähliche Ende des Ersten Weltkriegs, als das Zarenregime in der Februar- und Oktoberrevolution von 1917 zusammenbrach.

Auch Zar Nikolaus II. (1868 – 1918) habe zunehmend kritische Fragen aus dem eigenen Umfeld beantworten müssen, argumentiert Exil-Politologe Abbas Galljamow [externer Link]: "Die Beschwerden richteten sich zwar formell nicht gegen den Kaiser, sondern seine Minister, doch jeder verstand, worum es ging. Drei Monate später wurde Nikolaus gestürzt."

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Infotafel

Der russische Drohnen-Industrielle Tschadajew versuchte gegenzuhalten [externer Link]. Die ukrainischen Angriffe würden nur Russlands Entschlossenheit stärken: "Da der Krieg beginnt, nicht nur an der Front, sondern auch tief in Russland Zerstörungen anzurichten, werden die Emotionen immer stärker. In diesem Zusammenhang wird der Erste Weltkrieg erwähnt. Er fand 'irgendwo da draußen im Westen' statt – und wir verloren ihn. Im Zweiten Weltkrieg erreichte der Feind Moskau, Leningrad und die Wolga – und wir gewannen. Worauf ich hinauswill, ist, dass der Feind zwar hofft, durch Tiefschläge seine Siegchancen zu erhöhen, aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein."

"Putin zum Kompromissfrieden zwingen"

Einer der anonymen russischen Polit-Blogger sprach von einer "Kriegswende" zugunsten der Ukraine, schränkte jedoch ein [externer Link]: "Der Krieg ist nicht mehr in der Lage, die Situation der Ukraine grundlegend zu verbessern; er dient lediglich dazu, Putin zu einem Kompromissfrieden zu zwingen und ihn dazu zu bringen, seine unrealistischen Forderungen aufzugeben, die mit den tatsächlichen Fähigkeiten der russischen Armee unvereinbar sind." Das erhöhe die Chance auf ein baldiges Kriegsende entlang der aktuellen Frontlinie: "Sollte die Ukraine eine existenzielle Krise in Russland auslösen, wären die Kosten ihrer Lösung für alle Beteiligten zu hoch."

Deutlich weniger zuversichtlich Blogger Dmitri Petrowski [externer Link]: "Es wird nicht mehr lange dauern bis zum ersten ernsthaften Zusammenbruch der Front. Der ist heute nicht weniger wahrscheinlich als 2022, und heute gibt es keine Söldnertruppe Wagner mehr, die Land und Präsident rettet, wie damals."

In der in Amsterdam erscheinenden "Moscow Times" meinte Kolumnist Sergei Schelin [externer Link]: "Allem Anschein nach hält Putin ein Kriegsende für eine Gefahr für sich selbst. Und mit zunehmender Nervosität beharrt er auf dessen Fortsetzung. Doch auch dies könnte seine Macht gefährden."

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