Furchtlose Musikerin und Kommentatorin: Die israelische Musikerin Noga Erez
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Israelische Musikerin Noga Erez: Zwischen Bühne und Krieg

Israelische Musikerin Noga Erez: Zwischen Bühne und Krieg

Sie ist eine weltweit gefeierte Musikerin und eine scharfe Kritikerin der eigenen Regierung: Die israelische Musikerin Noga Erez begeistert und polarisiert. Das zeigt nun auch die Doku "Noga", in der Privates neben Politischem steht. Eine Filmkritik.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Eine Frau mit dunklen langen Haaren wirbelt über die Bühne, reckt die Faust in die Luft, tanzt ausgelassen, dann fällt sie auf die Knie: Noga Erez lebt ihre Musik. Sie polarisiert, provoziert und sagt offen, was sie denkt. Die 36-Jährige gehört zu den erfolgreichsten Musikerinnen Israels. Ihre Songs verbinden elektronische Beats mit politischen und persönlichen Themen. Doch ihre Karriere wird zunehmend von den Konflikten in ihrer Heimat überschattet. Der Dokumentarfilm "Noga" begleitet sie über fünf Jahre – im Studio, auf Tour und in ganz privaten Momenten.

Terror, Krieg und Politik holen die Dreharbeiten ein

"Im Jahr 2026 sind die Erwartungen und Herausforderungen an mich, was ich in der Öffentlichkeit tue und sage, ganz andere als an die Künstlerinnen und Künstler, mit denen ich aufgewachsen bin," sagt Noga Erez im Gespräch mit dem BR. Kunst und Politik sind für Erez längst nicht mehr voneinander zu trennen. Genau diese Widersprüche wollten die Regisseure und Brüder Jono und Benji Bergmann einfangen.

"Mich ziehen die tonalen und thematischen Widersprüche sehr an," erzählt Jono Bergmann. "Songs über Sex und Krieg, die sehr verletzlich sind, sehr aggressiv gleichzeitig. Darin bestand in erster Linie mein Interesse." Und sein Bruder Benji ergänzt: "Zuerst einmal hat es lange gedauert, wir haben fünf Jahre lang diesen Film gedreht." So eine Doku passiere nicht über Nacht. "Es passiert stundenlang nichts," sagt auch Jono Bergmann, "und dann passiert dieser eine Moment, der in den Film reinkommt."

Eine Doku über den Alltag in Israel

Der Film zeigt aber nicht nur eine Musikerin auf der Bühne. Er erzählt auch vom Alltag in einem Land, das seit Jahren von Gewalt und Unsicherheit geprägt ist. "Diese Dinge sind im Film, weil sie Teil unseres Lebens sind," erklärt Erez. "Wir leben in Zeiten großer Konflikte und des Krieges, verlieren Menschen um uns herum und sehen viel Leid auf beiden Seiten."

Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gerät die Musikerin selbst ins Visier. Weil sie die Regierung von Benjamin Netanjahu kritisiert, wird sie von unterschiedlichen Seiten angegriffen. Hasskommentare und Morddrohungen gehören plötzlich zum Alltag.

"Du sitzt morgens auf der Toilette und was machst du da wohl," erzählt Noga Erez. "Als ich durch die Nachrichten scrollte, hat mich das so aufgebracht gegen andere Leute wie nichts anderes zuvor. Ich will das alles nicht mehr lesen, sagte ich mir - und habe das Handy ins Klo geschmissen und mit dem Rest runtergespült."

Auch intime Momente

Gleichzeitig begleitet der Film Noga Erez und ihren Partner und Co-Musiker Ori Rousso in einer der persönlichsten Phasen ihres Lebens: Sie erwarten ihr erstes Kind. Was Noga Erez nicht aufhält: "Ihr könnt eine Karriere haben und ein Baby," sagt sie. "Kriegt Kinder, wenn ihr wollt." Und Partner Rousso versichert: "Das Leben ist immer noch Rock 'n' Roll."

"Noga" ist weit mehr als eine klassische Musik-Dokumentation. Es ist das Porträt einer Künstlerin, die zwischen Bühne, Krieg, öffentlichem Druck und privatem Glück ihren eigenen Weg sucht.

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